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Namibia – Das Gedenken an den Genozid in Armenien bringt Erinnerungen an die damalige deutsche Kolonie Südwestafrika, wo zwischen 1904 und 1908 mindestens 70.000 Herero und 10.000 Nama ums Leben kamen. Wer nicht erschossen wurde, verdurstete in der Wüste – nach heutigen Kriterien ein Völkermord. Es gab kein Schuldeingeständnis und keinen Schadenersatz, obwohl Namibia seit seiner Unabhängigkeit vor 25 Jahren die höchsten pro-Kopf-Zahlungen an Entwicklungsgeldern weltweit erhalten hat. Die Nachkommen der Überlebenden geben nicht auf. Auch der neue Präsident plant, wieder Reparationsforderungen an Deutschland zu stellen.

Namibia – Vor Namibias Küste, 5,150 m tief, tiefer als die „Titanic“, wurde ein versunkener Schatz gehoben: 100 Tonnen Silber Rupien im Wert von 50 Mio. Dollar aus dem 2. Weltkrieg. Der britische Dampfer „City of Cairo“ sollte 1942 das Geld von Bombay nach London bringen, als ein deutsches U-Boot das Schiff südlich von St. Helena torpedierte und versenkte. Die riskante Bergung geschah in 2013, ist aber erst jetzt bekannt geworden. Inzwischen sind die meisten Silbermünzen eingeschmolzen und der Erlös zwischen Fiskus und der Bergungsfirma DOS (Deep Ocean Search) geteilt.

Namibia – Nach den neueren Massenanträgen für Bauland haben jugendliche Aktivisten nun das Vorhaben der Regierung, Land an China zu verpachten, scharf verurteilt. In der nordöstlichen Zambezi Region (früher Caprivi Strip) ist die „Namibia Oriental Tobacco Co“ an 10,000 ha fruchtbarem Land für den Anbau von Tabak für Export interessiert. Die Bewässerung ist durch den Sambesi Fluss gesichert. Mehr Land für Tabak als für Nahrungsmittelanbau zuzuweisen, sagen die Aktivisten, sei unvereinbar mit den Richtlinien des Landwirtschaftsministeriums.

Namibia – Jugendliche landesweit sollen bis Ende der Woche einen Bauplatz beantragen. Die Regierungspartei SWAPO sieht darin einen Versuch, Frieden und Stabilität im Land zu zerstören, eine Kampagne, die landlose Bevölkerung gegen die Regierung aufzuhetzen. Die Regierung würde selbst an einem „gerechteren Landerwerbsprogramm“ arbeiten. Parteiangehörigen, die an der Massenaktion teilnehmen, wurde mit einer sofortigen Suspendierung gedroht.

Namibia – Wie vorauszusehen war, hat die seit der Unabhängigkeit regierende Partei mit über 80% die Wahl für sich entschieden Der Präsidentschaftskandidat Hage Geingob erhielt sogar 86.73 % aller Stimmen an 4,000 elektronischen Wahlstationen. Geingob, auch „Omake“ (der Einiger) genannt, kommt aus der Damara Minderheits-Ethnie und hat eine lange politische und diplomatische Karriere, darunter 12 Jahre als Premier des Landes. Jetzt hat er die Aufgabe, die wachsende Unzufriedenheit der 2.3 Mio. Bewohner aus elf Stammesgruppen über Land und Wohnungsbau zu entschärfen.

Die Regierungspartei SWAPO, an der Macht seit der Unabhängigkeit in 1990, konnte in den Regionalwahlen am Wochenende 92% der Wahlbezirke gewinnen. Von den 1,18 Millionen registrierten Wählern gaben nur etwa 40% ihre Stimme ab.

Entlang einem 3 km langen Küstenstreifen in der Nähe einer Entsalzungsanlage ereignet sich ein Massensterben von Miesmuscheln und Meeresschnecken. Der französische Energiekonzern Areva, dem die Anlage zur Hälfte gehört, weist jede Schuld zurück. Zu keiner Zeit hätte es einen Rücklauf von Salzlauge ins Meer gegeben. Untersuchungen gehen weiter.

Höhlenforscher in den Pyrenäen haben drei Spurenleser aus dem Volk der San in Namibia eingeladen, um guterhaltene 18,000 Jahre alte Fußabdrücke von Eiszeitjägern in den Höhlen um Tarascon-sur-Ariège in Südfrankreich zu untersuchen. Die San Leute mit ihrem enormen indigenen Wissen können Geschlecht, Alter, Krankheit und getragene Lasten bestimmen. Die vielen Fußspuren in der Höhle Tuc d’Audoubert, z.B., die bislang als Ritualtanz gedeutet wurden, erkannten die San als die von einem 38-jährigen Erwachsenen und einem 14-jährigen Kind, die dort Lehm geholt hatten.

Der Bundestag hat mit Stimmen der Union und FDP die Anträge der Opposition abgelehnt, den Kolonialkrieg gegen die Herero (1904-1908) als „Völkermord“ anzuerkennen und Wiedergutmachung anzubieten. Die Regierungskoalition spricht wohl von Verantwortung, betont aber lieber die Gegenwart, die guten wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Namibia und Deutschland und den lebhaften kulturellen Austausch.

Der Internationale Gerichtshof (ICC) untersucht eine Anklage gegen den ersten Präsident der SWAPO und der Nation, Sam Nujoma, wegen Mord an Hunderten von Namibiern, die im Unabhängigkeitskrieg der Spionage für Südafrika beschuldigt wurden und angeblich in einer unterirdischen Höhle in Angola hingerichtet worden sind. Präsident Hifikepunye Pohamba kritisierte die ‚Namibian National Society for Human Rights (NSHR)‘, eine Untersuchung des ICC angefordert zu haben.

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