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Namibia – Die in der Kolonialzeit geraubten Gegenstände des namibischen Nationalhelden Hendrik Witbooi, noch im Stuttgarter Museum, dürfen laut Gerichtsbeschluss an die namibische Regierung übergeben werden. Die Vereinigung der Nama-Stammesältesten wollte die Andenken für sich haben. Der Streit soll jetzt innerhalb des Landes gelöst werden. Bibel und Peitsche sollen vom Staat verwaltet werden bis Witboois Nachkommen in seinem Geburtsort Gibeon ein Museum dafür errichtet hätten.

Namibia – Hunderte tote Pinguine wurden in den letzten Wochen besonders an der kleinen Halifax Insel zusammengetragen. Forscher sind ratlos; auf ihre Proben haben die Labore noch nicht reagiert. Man vermutet ein Virus. Es gab auch schon mal eine Katastrophe, als Pinguine Opfer eines großen Sardinensterbens wurden. So könnte nun wegen der Überfischung die Nahrung knapp werden. Gab es Anfang des 20. Jahrhunderts noch über zwei Millionen Tiere und in den fünfziger Jahren etwa 300.000, so sind es jetzt nicht mehr als 20.000 Pinguinpaare.

Namibia – Die Verbrechen während der deutschen Kolonialzeit sind längst noch nicht aufgearbeitet. Als Zeichen des guten Willen wurden in Windhoek zum dritten Mal die sterblichen Überreste von 27 Herero und Nama aus deutschen Museen und Forschungsinstitutionen feierlich übergeben. Vertreter der Opfer des Völkermords am Anfang des 20 Jahrhundert haben die Bundesrepublik vor einem Gericht in den USA verklagt und verlangen finanzielle Wiedergutmachung.

Namibia – Livey van Wyk war 17, als sie rausfand, dass sie schwanger und HIV-positiv war. Sie verlor ihren Schulplatz, wurde von ihrer Familie verstoßen und von der Dorfgemeinschaft beschimpft und bedroht. In der armen Gegend am Rande der Kalahari verzweifelte sie fast, bis UNICEF ihr medizinische und psychologische Hilfe anbot. Sie konnte einen gesunden Sohn gebären, absolvierte eine Ausbildung und stieg als AIDS-Aktivistin ein. Sie sprach vor der UNO-Generalversammlung und gab ihre Botschaft in Radioprogrammen und ihrem Buch „Ein Tagebuch aus dem Land der Tapferen“ weiter. Als Livey 26 war, wurde sie zur Bürgermeisterin gewählt, der jüngsten in der Geschichte Namibias, und zwar von den Leuten, die sie einmal umbringen wollten

Namibia – Prinz Harry und Meghan haben sich einen entlegenen Ort in Namibia zwischen Bergen, Dünen, Wüste und in einer einzigartigen exotischen Tierwelt für ihre Flitterwochen ausgesucht. Der Prinz spricht oft von seiner Liebe für Afrika, wo er sich „ wohler fühlt als irgendwo anders auf der Welt“. Als Schirmherr der „Rhino Conservation Botswana“ reist er öfter in diese Region Afrikas.

Namibia – Nachkommen der von deutschen Kolonialtruppen in 1904 ermordeten Herero und Nama haben in New York Sammelklage eingereicht. Sie verlangen Entschädigung für den Genozid an den beiden namibischen Volksgruppen. Die bisherige Politik der Bundesrepublik, Entwicklungshilfe an das Land zu zahlen statt einzelnen Opfern Geld zu geben, wollen sie nicht annehmen, da es nicht klar ist, ob die Hilfe die Betroffenen erreicht. Erst in 2015 hat die Bundesregierung das Vorgehen der deutschen Truppen als Völkermord anerkannt und sich dafür offiziell entschuldigt.

Namibia – Anfang des Jahres haben 37 Ärzte ihr medizinisches Studium in Windhoek absolviert und wurden landesweit eingesetzt. Bis zur Eröffnung der eigenen medizinischen Fakultät mussten Studenten ins Ausland gehen, bis Russland und China. Die Präsenz der neuen Ärzte und der zu erwartende jährliche Nachschub transformieren das Gesundheitswesen Namibias. Die bisher wenigen Ärzte blieben in den Städten. Viele Arbeitsstunden für die Mediziner und weite Anfahrten und lange Wartezeiten für die Patienten waren an der Tagesordnung. Mit nur 2,5 Mio. Einwohnern über ein großes Land zerstreut wird ein flächendeckender Service immer noch schwierig sein.

Namibia – Zum ersten Mal wurde der Massenmord an den Herero und Nama Volksgruppen von 1904 bis 1908 in der damaligen Kolonie Deutsch-Südwestafrika offiziell als Völkermord bezeichnet, obwohl Bundestagspräsident Norbert Lammert diesen Ausdruck schon im Juli 2015 gebrauchte. Schätzungsweise wurden 100,000 Menschen gezielt erschossen oder in den Tod getrieben. Entschädigungsverhandlungen laufen noch, aber es soll keine Reparation geben, sondern eher eine „deutsch-namibische Zukunftsstiftung“ sowie Projekte in politischer Bildung, Jugendaustausch, sowie verbesserte Infrastruktur, besonders in der so lebensnotwendigen Wasserversorgung.

Namibia – Namibias Präsident Hage Geingob hat es letzte Woche geschafft, mit seinen beiden Vorgängern im Präsidentenamt, Sam Nujoma und Hifekepunye Pohamba, ein neues Beratergremium zu gründen. Geingob sprach von einem „historischen Tag“, der „das neue Afrika veranschaulichen“ soll, wo Führer demokratisch gewählt werden, ihre Amtszeit dienen und danach im Land bleiben, nicht, wie so oft, ihre Zeit überschreiten, durch Putsche beseitigt oder ins Exil gezwungen werden. Das gemeinsame Vermächtnis von „Frieden und Stabilität“ soll weitergeführt werden. Geingob fühlt sich gestärkt und ist optimistisch, dass die Regierungsstrategie „Harambee Prosperity Plan“ vielen Namibiern zu mehr Wohlstand verhilft.

Namibia – Das Gedenken an den Genozid in Armenien bringt Erinnerungen an die damalige deutsche Kolonie Südwestafrika, wo zwischen 1904 und 1908 mindestens 70.000 Herero und 10.000 Nama ums Leben kamen. Wer nicht erschossen wurde, verdurstete in der Wüste – nach heutigen Kriterien ein Völkermord. Es gab kein Schuldeingeständnis und keinen Schadenersatz, obwohl Namibia seit seiner Unabhängigkeit vor 25 Jahren die höchsten pro-Kopf-Zahlungen an Entwicklungsgeldern weltweit erhalten hat. Die Nachkommen der Überlebenden geben nicht auf. Auch der neue Präsident plant, wieder Reparationsforderungen an Deutschland zu stellen.

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