Schlagwort: Namibia

In einem Rahmenabkommen erklärt sich Deutschland bereit, die Verbrechen an den Volksgruppen der Herero und Nama als Völkermord anzuerkennen, erstmals offiziell um Entschuldigung zu bitten und Entschädigung zu leisten. In etwa 2 Wochen soll das Dokument von den Außenministern beider Länder in Namibia unterzeichnet werden.

Die isländische Fischereifirma Samherji, die im Zentrum der „Fishrot-Korruptionsermittlungen“ steht, wird verdächtigt, die Färöer-Inseln zu nutzen, um die Zahlung von Einkommenssteuer für Mitarbeiter in Namibia zu vermeiden. In die angebliche Steuerhinterziehung (2016 – 2019) sollen 14 isländische Fischer verwickelt sein, die in Namibia arbeiteten, aber laut Medienberichten als Angestellte von Frachtschiffen für Samherjis Tochtergesellschaft auf den Färöer-Inseln registriert waren.  So konnten Steuern in Höhe von 3 Millionen US$ in Namibia vermieden werden. Falls schuldig befunden, könnte eine Geldstrafe von bis zum Dreifachen des geschuldeten Betrags fällig werden. Das Unternehmen hat 2019 alle seine Aktivitäten in Namibia eingestellt.

WikiLeaks begann im November 2019 mit der Veröffentlichung der sogenannten „Fishrot Files“, einer Sammlung von Tausenden von Dokumenten und E-Mail-Kommunikation von Mitarbeitern des größten isländischen Unternehmens der Fischindustrie, Samherji, die darauf hinwiesen, dass das Unternehmen Millionen von Dollars an hochrangige Politiker und Beamte in Namibia gezahlt hatte, um die begehrten Fischfangquoten des Landes zu erwerben. Von Whistleblower Johannes Stefánsson, dem ehemaligen Geschäftsführer von Samherji in Namibia ab 2011, tauchten Bilder seines geschwollenen Gesichts auf, in dem er behauptete, er sei vergiftet worden. Er suchte medizinische Behandlung vor seiner Aussage im Fishrot-Prozess. Der Oberste Gerichthof in Windhoek hat Anklage gegen 7 Männer und 11 mit ihnen verbundene Unternehmen und Trusts erhoben. Unter ihnen die ehemaligen Minister:  Bernhard Esau- Fischerei und der ehemaligen Justizminister Sacky Shanghala. Namibia leitete ein Verfahren zur Auslieferung von 3 isländischen Staatsbürgern ein, die in der laufenden „Fishrot-Angelegenheit“ wegen Geldwäsche und Steuerhinterziehung angeklagt sind. Am 20. Mai soll eine 2te Anhörung sein.

Im Okovangodelta beginnt das kanadische Unternehmen ReconAfrica, das Lizenzen in ganz Namibia und Botswana gekauft hat, mit Erkundungsbohrungen. Geologen vermuten hier eines der größten Ölfelder der Welt. Es könnte Namibia und seine Nachbarn mit zu den reichsten Ölförderländern machen. Die Bewohner fürchten jedoch, dass eine großflächige Ölförderung massive Umweltschäden verursachen könnte, und sehen ihre Lebensgrundlage gefährdet. Sie argumentieren, dass die Bohrstellen die Reviere und Wanderwege von vielen Wildtierarten einschränken, inklusive der weltweit größten noch verbliebenen Population wilder Elefanten. ReconAfrika versucht die Argumente zu entkräften und betont, dass sie die Gesetze Namibias kenne und respektiere. Die Bewohner im Caprivi-Zipfel misstrauen jedoch der Ölfirma.

Derzeit bedroht das Land die zweite Welle der Wanderheuschrecke Plage; sie tritt in Nord-, Zentral- und Ost-Namibia auf, bewegt sich in Richtung Süden und ist schlimmer als die Erste. Das biologische Schädlingsbekämpfungsmittel ist ein knappes Gut; es wird von mehreren afrikanischen Ländern nachgefragt, in denen es derzeit zu schweren Heuschreckenausbrüchen kommt. Europäische Lieferanten haben mitgeteilt, dass sie erst in 6 Monaten liefern können, und der einzige afrikanische Lieferant in Marokko kämpft ebenfalls damit, die Nachfrage zu befriedigen.

Die Fluggesellschaft hat den Flugbetrieb eingestellt und geht in Liquidation. Der Staat hatte in letzten 10 Jahren mit rund 500 Millionen US-Dollar Air Namibia subventioniert, und hätte weitere Zuschüsse geben müssen. Die Airline, welche auch Frankfurt anflog betrieb 4 Airbus A319, 2 A330-200 und 4 Embraer E-Jets. Die knapp 700 Mitarbeiter sollen die nächsten 12 Monate weiterbezahlt werden, jedoch keine Vergünstigungen erhalten.

Für Seevögel galt Namibias Fischereiflotte, entlang der 1.500 Kilometer langen Küstenlinie, als eine der tödlichsten der Welt. Fischerboote, wenn sie ihre Netze und Köderhaken auswerfen, einziehen oder Fischereiabfälle abwerfen, sind ein Magnet für Seevögel, von denen viele mit den hinter den Trawlern hergezogenen Wickelseilen kollidieren oder sich an den Haken der Langleinen verfangen. 2015 verabschiedete Namibia ein Gesetzt, das von allen Schiffen der Fischereiflotte verlangt, Vogelschreck-Leinen und andere Maßnahmen zu verwenden, um Vögel vor tödlichen Begegnungen mit Fanggeräten zu schützen. Das Ergebnis? Der Unfalltod von bis zu 30.000 Seevögeln pro Jahr, einschließlich der gefährdeten Albatrosse, konnte auf nur 215 bei der letzten Zählung reduziert werden – das alles wegen der einfachsten Vogelscheuchen.

In Rahmen der Dezentralisierungsreform des Landes werden zahlreiche Sitze in allen lokalen Behörden und Regionalräten neu gewählt. Die Wahlen werden mit Papierwahlzetteln durchgeführt, nachdem ein oberstes Gericht Anfang 2020 entschieden hatte, dass der Einsatz elektronischer Wahlmaschinen verfassungswidrig ist.

Air Namibia hat die Aussetzung seiner Route Windhoek-Frankfurt bis Januar 2021 verlängert, da Deutschland wegen des Wiederaufflammens der Coronavirus-Infektionen weitere einschneidende Maßnahmen angeordnet hat.

Schätzungsweise 7.000 Kap-Pelzrobben wurden in einer Brutkolonie am ‘Pelican Point‘ nahe der Küstenstadt Walvis Bay tot aufgefunden. Die Mitarbeiter von Ocean Conservation Namibia (OCN) sind entsetzt über die Lage, „Die Mütter sitzen neben den toten Tieren oder tragen sie ein paar Tage lang herum“. Die Todesursache konnte noch nicht ermittelt werden. Als Ursache werden Nahrungsmittelknappheit, Krankheit oder Umweltverschmutzung in Erwägung gezogen.

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