Schlagwort: Marokko

In Safi führten plötzliche und heftige Regenfälle zu tödlichen Sturzfluten. Der starke Regen löste eine Flutwelle aus schlammigem Wasser aus, die Dutzende von Häusern und Geschäften überschwemmte, Autos mitriss und viele Straßen in der Atlantikküstenstadt, die etwa 300 km südlich der Hauptstadt Rabat liegt, unpassierbar machte. Der Wetterdienst hat für Dienstag weitere heftige Regenfälle im ganzen Land vorhergesagt. Marokko erlebt nach sieben Jahren schwerer Dürre heftige Regenfälle und Schneefälle im Atlasgebirge.

Marokko, das seit sieben Jahren unter Dürre leidet, plant, bis 2030 60 % seines Trinkwassers aus aufbereitetem Meerwasser zu beziehen, gegenüber derzeit 25 %. Die Ausschreibungen dafür beginnen im nächsten Jahr. Die größte Anlage wird in der Nähe von Tiznit, 615 km südlich der Hauptstadt Rabat, errichtet. Sie wird die städtischen Zentren als auch landwirtschaftliche Flächen versorgen. Neben den nördlichen Städten Nador und Tanger sind auch Anlagen in Rabat in Zusammenarbeit mit dem französischen Konzern Veolia sowie in Tantan geplant; dort plant die Regierung den Bau eines Hafens für den Export von grünem Wasserstoff und Ammoniak. Marokko betreibt derzeit 17 Entsalzungsanlagen, die jährlich 345 Millionen Kubikmeter produzieren. Vier weitere Anlagen mit einer Gesamtkapazität von 540 Millionen Kubikmetern befinden sich im Bau und sollen bis 2027 fertiggestellt sein, darunter eine Großanlage in Casablanca, der bevölkerungsreichsten Stadt des Landes.

Die spanische Polizei gab bekannt, dass sie neun Personen festgenommen und ein kriminelles Netzwerk zerschlagen habe, das selbstgebaute Drohnen „mit außergewöhnlicher Reichweite” (200 km) einsetzte, um Haschisch von Marokko nach Spanien zu transportieren. Die Drohnen starteten in Südspanien, holten die Drogen in Marokko ab und kehrten zurück, um die Fracht über Vejer de la Frontera und Tarifa in der Provinz Cádiz abzuwerfen. Die Pakete waren mit fluoreszierenden Markern und funkgesteuerten Geolokalisierungsgeräten ausgestattet, um die nächtliche Bergung zu erleichtern. Das Netzwerk war fast jede Nacht aktiv, startete bis zu 10 Drohnen gleichzeitig und transportierte in einer einzigen Nacht etwa 200 Kilogramm Haschisch. Der Norden Marokkos liegt nur 14 km von der südspanischen Region Andalusien entfernt, an der engsten Stelle der Straße von Gibraltar. Spanien ist aufgrund seiner Nähe zu Marokko, einem wichtigen Produzenten der Droge, ein wesentlicher Einfuhrort für Haschisch nach Europa.

Die Marokkaner feiern die Unterstützung der Vereinten Nationen für den Anspruch ihres Landes auf die umstrittene Westsahara. In der UN-Resolution heißt es, dass eine echte Autonomie der Westsahara unter marokkanischer Herrschaft die praktikabelste Lösung für den langjährigen Konflikt sein könnte. Die Westsahara ist seit dem Abzug der Kolonialmacht Spanien im Jahr 1975 Schauplatz des längsten Territorialkonflikts Afrikas. Marokko betrachtet das Gebiet als sein Eigentum, während die von Algerien unterstützte Polisario-Front einen unabhängigen Staat namens Sahrawi-Republik gründen will.

Nachdem sie fast 10 Tage lang nicht auf die Straße gegangen waren, haben junge Marokkaner am Samstag ihre Proteste vor dem Parlament in der Hauptstadt Rabat wieder aufgenommen. Angeführt von dem Online-Jugendkollektiv GenZ 212 fordern sie eine Reform des Bildungs- und Gesundheitsangebots durch die Regierung und die Bekämpfung von Korruption. Es war die erste Demonstration, seit König Mohammed VI. vor 10 Tagen nach wochenlangen Unruhen vor dem Parlament sprach. Die von der Generation Z angeführten Proteste in Marokko wurden von ähnlichen Bewegungen in Ländern wie Nepal inspiriert.

Junge Marokkaner gingen am Sonntag zum neunten Mal in Folge auf die Straße und forderten ein Ende der Korruption und einen Regierungswechsel. Die Kundgebungen, die online vom anonymen Kollektiv GenZ 212 (212 steht für die Ländervorwahl Marokkos) organisiert werden, haben sich seit dem 27. September auf Städte im ganzen Land ausgebreitet. Bisher sind mindestens zwei Menschen getötet worden, nachdem die Polizei das Feuer eröffnet hatte, um Demonstranten daran zu hindern, eine Polizeiwache in Lqliaa in der Nähe der Küstenstadt Agadir zu stürmen. Die Proteste der Jugendlichen sind, aus Wut über die Entscheidung der Regierung Fußballstadien für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2030 zu bauen, ausgebrochen. Die Demonstranten forderten Reformen der sozialen Dienste, insbesondere im Gesundheits- und Bildungswesen.

Am Freitag wurde ein Abkommen zur Regulierung der Weltmeere geschlossen, das Marokko als 60. Nation unterzeichnete. Der Weltmeere-Vertrag ist der erste Rechtsrahmen zum Schutz der marinen Biodiversität in internationalen Gewässern, die fast 2/3 der Ozeane und fast die Hälfte der Erdoberfläche ausmachen. Diese Gebiete, die außerhalb der Hoheitsgewalt eines einzelnen Landes liegen, sind anfällig für Bedrohungen wie Überfischung, Klimawandel und Tiefseebergbau. Allerdings ist die Stärke des Pakts ungewiss, da einige der weltweit größten Akteure – die USA, China, Russland und Japan – ihn noch nicht ratifiziert haben.

Die Rekordtemperaturen der letzten Wochen haben zu massiven Bränden in mehreren Oasen in der südöstlichen Region Draa-Tafilalet in Marokko geführt, wodurch große Flächen mit Palmen zerstört wurden und das lokale Ökosystem – und damit auch die Wirtschaft – gefährdet sind. Die Auswirkungen des Feuers können in einer Region, in der der Anbau von Dattelpalmen eine wichtige Rolle für die Landwirtschaft, die Ernährungssicherheit und die wirtschaftliche Entwicklung spielt, nicht hoch genug eingeschätzt werden. Waldbrände bedrohen auch das ökologische Gleichgewicht der Oasen, die als natürliche Barrieren gegen die Wüstenbildung dienen.

Dichter Rauch und lodernde Flammen haben den Amelay-Wald in der marokkanischen Provinz Chefchaouen eingehüllt, während Feuerwehrteams versuchen, einen durch glühende Hitze und starke Winde angefachten Großbrand unter Kontrolle zu bringen. Canadair-Flugzeuge haben wiederholt Wasser abgeworfen, während Einheiten des Zivilschutzes, die Königliche Gendarmerie und Hilfstruppen unermüdlich vor Ort im Einsatz sind.

Portugal hat sich wie andere westliche Länder positiv zum marokkanischen Autonomievorschlag für die umstrittene Region Westsahara geäußert. Der Plan sieht die Einrichtung einer lokalen Legislativ-, Exekutiv- und Justizbehörde für die Westsahara vor, die von den Einwohnern gewählt wird, während Rabat die Kontrolle über Verteidigung, Außenpolitik und Religion behält. In dem Streit, der auf das Jahr 1975 zurückgeht, stehen sich Marokko, das die Souveränität über die Westsahara beansprucht, und die von Algerien unterstützte Polisario-Front gegenüber, die dort einen unabhängigen Staat anstrebt.

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