Schlagwort: Marokko

Mit dem Pionier Bertrand Piccard als Pilot, ist „Solar Impulse“ nach 19 Flugstunden sicher in Rabat gelandet, nachdem es in Madrid zwischengelandet war, ganz ohne einen Tropfen Kerosin, getrieben nur von vier elektrischen Motoren, die von 2,500 Solarzellen gespeist wurden. Das große Flugzeug hat die Spannweite eines Airbus 340, wiegt aber nicht mehr als ein Mittelklassewagen. Der Flug mit Sonnenenergie wird als „historischer Erfolg“ gefeiert.

Bei der Jagd nach den Verantwortlichen für den Bombenanschlag auf ein Café in Casablanca hat die Polizei 200 kg Sprengstoff sichergestellt. 18 Verdächtige wurden bisher festgenommen.

Human Rights Watch berichtet von Kindern, manche erst 8 Jahre alt, die als Hausangestellte arbeiten, oft 12 Stunden am Tag und 7 Tage in der Woche für nur etwa 11$ im Monat. Dazu werden sie noch beschimpft und geschlagen und haben zu wenig zu essen. Kinderarbeit ist illegal in Marokko, und die Zahl der ausgebeuteten Kinder ist in den letzten zwölf Jahren von 517,000 auf 123,000 gesunken, doch die staatliche Kontrolle und Strafverfolgung sind minimal; so leiden die Kinder weiter.

Marokko hat illegale Einwanderer, die in das verminte Grenzgebiet der Westsahara ausgesetzt wurden, wieder zurücktransportiert. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch forderte eine Untersuchung über den Tod von 11 Immigranten, die beim Übersteigen der Grenzanlagen zu den spanischen Enklaven den Tod fanden.

Mit 2,8 Milliarden Euro oder 15% seines Haushalts ist Marokko das Land mit den proportional höchsten Rüstungsausgaben in Afrika. Auch das Nachbarland Algerien hat in den letzten Jahren riesige Summen ausgegeben, um sein veraltetes russisches Waffenarsenal zu modernisieren. Ursache sind die weiterhin großen Spannungen zwischen beiden Ländern bezüglich der Westsahara. Angesichts der jüngsten Revolutionen in der arabischen Welt stärken Regierungen in der Region ihr Militär, um notfalls Aufstände in der eigenen Bevölkerung niederschlagen zu können.

Spanien hat den Grenzpolizisten in Ceuta und Melilla, den beiden Enklaven auf dem afrikanischen Kontinent und einzigen Landgrenzen zu Europa, den Gebrauch von Gummiprojektilen untersagt. In den vergangenen Wochen gelang es Hunderten, in Massenanstürmen den dreifachen Grenzzaun zu überwinden. Anfang Februar ertranken 14 Migranten auf der Flucht vor der Grenzpolizei im Mittelmeer. Noch immer harren Tausende Afrikaner in den Wäldern rundherum aus in der Hoffnung, es einmal über den „blutigen Zaun“ zu schaffen.

Nach Regierungsangaben wurden 32 Personen, die zu einem Al Kaida nahestehenden Netzwerk gehören, verhaftet. Die Gruppe finanzierte sich durch Raubüberfälle in Europa.

Spanien und Marokko haben sich auf ein Hilfsprogramm für afrikanische Flüchtligen geeinigt. Tausenden von Afrikanern hatten in den letzten Wochen versucht, in die spanischen Enklaven in Marokko einzudringen.

Die Regierung will 1256 Moscheen schließen, deren Bauzustand bedrohlich ist. Nach dem Einsturz eines Minaretts im Februar hatte König Mohammed die Überprüfung aller 48.000 Gebetshäuser des Landes angeordnet. Historisch wichtige Moscheen werden repariert oder neu aufgebaut.

Als erstes Land in Afrika erhält Marokko eine Hochgeschwindigkeitsbahn. Sie soll die Städte Tanger, Rabat und Casablanca verbinden und die Reisezeit um über die Hälfte verkürzen. König Mohammed VI. und Präsident Sarkozy waren beim Baubeginn letzte Woche anwesend; die beiden Länder wollen sich die Kosten teilen. Später soll die Linie bis Marrakesch und Agadir ausgebaut werden. Man erwartet sechs bis acht Millionen Fahrgäste im Jahr. Die Entscheidung „hinter verschlossenen Türen“ wird vielfach kritisiert. TGV Züge seien zu teuer für ein armes Land.

Länder