Schlagwort: Marokko

Nach dem Qualifikationspiel, das Algerien gegen Libyen gewann, gab es wüste Tumulte und minutenlange Prügelszenen. Dabei hatte man das Spiel extra in die neutrale marokkanische Hafenstadt Casablanca gelegt. Auch in Kamerun kam es zu Ausschreitungen.

Wahrscheinlich wollten die Marokkaner, die am Sonntag zu Tausenden an Kundgebungen in allen größeren Städten teilnahmen, die Gunst der Stunde nutzen. König Mohammed VI. hatte vor zwei Wochen weitgehende demokratische Reformen, eine Einschränkung seiner Macht und eine Stärkung der Regierung versprochen. Die Bevölkerung ruft nach mehr zivilen Rechten und einem sofortigen Ende der Korruption.

33 politische Parteien kämpfen bei den heutigen Wahlen um Sitze im Parlament. Die größten Chancen werden der moderaten islamischen ‚Gerechtigkeit und Entwicklungspartei (PJD)‘ zugeschrieben. Die Monarchie hat immer noch größere politische Macht als das Parlament.

Die Polizei in der Hauptstadt Rabat ging heftig gegen Pro-Demokratie Aktivisten vor. Wo immer sich Gruppen von Demonstranten versammeln wollten, wurden sie sofort zerstreut. Aktivisten verdammen die Null-Toleranz der Regierung.

Die Hilfsorganisation für Religionsfreiheit und Menschenrechte „Open Doors“ will die willkürliche Ausweisung von Christen stoppen. Etwa die Hälfte der 128 allein in diesem Jahr Ausgewiesenen waren US-Amerikaner. Den humanitären Helfern warf man Abwerbung von Muslimen zum Christentum vor. Auch einheimische Christen kommen immer mehr unter staatlichen Druck.

Der Einsturz des Minaretts in der Moschee von Meknès, der 41 Menschenleben forderte, hat heftige öffentliche Kritik ausgelöst. Die oft Jahrhunderte alten Moscheen hätten kaum Instandhaltung erfahren. Neben dem Wiederaufbau des Minaretts hat König Mohammed auch eine strukturelle Überprüfung aller alten Moscheen im Land angeordnet. Meknès ist einer der vier Königsstädte Marokkos; ihre Altstadt Medina gehört zum UNESCO Weltkulturerbe.

Bei einem Treffen in Rabat appellierten afrikanische Parlamentarier aus 26 Ländern an Europäische Parlamente, keine Gesetze zu erlassen, die das Leben der Immigranten aus Afrika noch erschweren. Afrikanische Regierungen hingegen sollen den Flüchtlingsstrom vermindern, indem sie politische Reformen einleiten, die zu Demokratie, Transparenz und Respekt vor Menschenrechten führen.

Trotz Stacheldraht, der auf dem 7 Meter hohen Zaun angebracht wird, haben es Dutzende geschafft, in die spanische Enklave einzudringen. Melilla und Ceuta haben die einzige Landgrenze zur EU und sind beliebte Eintrittsstellen. Amnestie International ist besorgt über den Stacheldraht, der die Fliehenden verletzen wird.

Der Chef des weltweit größten Investmentfonds, Scheich Ahmed bin Sajed el Nahajan, einem Bruder des Präsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate, ist beim Absturz seines Segelflugzeuges über einem Stausee ums Leben gekommen.

68 Flüchtlinge aus der Region südlich der Sahara waren in zwei Pirogen unterwegs nach Spanien in ein besseres Leben, als sie von der marokkanischen Marine gestoppt wurden. Die Soldaten zerstachen offenbar die Luftkissen eines Schiffes und ließen die Menschen ertrinken.

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