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Malawis Vizepräsident Saulus Chilima wurde wegen mehrerer Korruptionsdelikte angeklagt. Ihm wird vorgeworfen, 280.000 US Dollar von dem britischen Multimillionär, dem in Malawi geborenen Zuneth Sattar, erhalten zu haben, um die Vergabe lukrativer Regierungsaufträge zu beeinflussen. Als Chilima vor Gericht kam, war er nur dem Namen nach Vizepräsident; Präsident Lazarus Chakwera hatte ihn schon im Juni beim ersten Auftauchen der Gerüchte suspendiert. Malawier unterstützen, laut Afrobarometer, das Verfahren gegen Chilima. Politiker und Beamte sollen von ihren Positionen entlassen werden, sobald sie wegen Korruption angeklagt wurden.

Malawi Israel Gold wurden 11 Hektar Land in Lilongwe zugewiesen. Auf dem Land werden eine Cannabisfarm, ein Lager und die Fabrik errichtet, in der Medikamente aus medizinischem Cannabis hergestellt werden sollen. Malawi Israel Gold arbeitet bei diesem Projekt, das rund 100 Millionen US-Dollar kosten wird, mit dem Kamuzu College of Medicine zusammen. Es ist die Gelegenheit, auch mit Unterstützung der Afrikanischen Organisation für Normung (ARSO) und mit moderner Technologie, Arzneimittel aus traditionellen Kräutern und Sträuchern herzustellen. Malawi hat den Anbau von medizinischem und industriellem Hanf im Jahr 2020 legalisiert.

Autofahrer sind auf Treibstoff, der aus dem benachbarten Mosambik geschmuggelt wird, angewiesen, oder sie überqueren die Grenze, um Benzin zu besorgen. Malawi leidet seit April unter Treibstoffmangel, da die Regierung aufgrund des weltweiten Anstiegs der Treibstoffpreise und der Devisenknappheit Schwierigkeiten hat, die Benzinimporte zu bezahlen. Die Probleme haben sich in der vergangenen Woche verschärft, als Tankstellen im ganzen Land berichteten, dass ihnen das Benzin ausgeht.

Malawi hat mit der Repatriierung mosambikanischer Flüchtlinge begonnen, die durch den Tropensturm Ana vertrieben worden waren. Mindestens 70 Menschen kamen durch den Wirbelsturm ums Leben, Tausende von Häusern wurden beschädigt, Brücken stürzten über angeschwollene Flüsse, rissen Vieh, Autos und deren Insassen mit sich und zerstörten Felder.  Mehr als 8 000 Menschen flohen nach Malawi. Ein Teil der Flüchtlinge wird per Boot zurückgeführt, während die Regierung von Mosambik 3 Busse für die Rückführung zur Verfügung gestellt hat.

Die weit verbreitete Ausbeutung von Männern, Frauen und Kindern im Flüchtlingslager Dzaleka, 41 Km von der malawischen Hauptstadt Lilongwe entfernt, wird weiter aufgeklärt. Im Lager sind 52,000 Menschen aus 5 verschiedenen Ländern. Es laufen Maßnahmen, operierende Menschenhandelsnetzwerke zu zerschlagen, ihre Opfer zu identifizieren und zu retten und die Verantwortlichen vor Gericht zu bringen.  Die Verurteilung von Menschenhändlern und Schleusern wird erschwert, da die Betroffenen zu viel Angst haben, um vor Gericht auszusagen. Malawi ist seit langem ein Hotspot des Menschenhandels im südlichen Afrika; es ist eines der ärmsten Länder der Welt und belegt auf dem Index der menschlichen Entwicklung der Vereinten Nationen Platz 174 von 189 Ländern. Die Hälfte der Bevölkerung lebt unterhalb der nationalen Armutsgrenze und ein Viertel lebt in extremer Armut.

Am Sonntag startete Malawi die erste Runde einer Massenimpfkampagne gegen Polio für Kinder unter fünf Jahren, nachdem im vergangenen Monat der erste Fall des Polio-Wildvirus (Typ 1) seit 30 Jahren aufgetreten war. Mosambik, Tansania und Sambia, die drei Nachbarländer Malawis, werden ebenfalls am Donnerstag mit der ersten Runde der Impfkampagnen beginnen. In der ersten Phase der Kampagne werden 9,4 Millionen Kinder in den vier Ländern geimpft. Drei weitere Runden sind für April, Juni und Juli angesetzt, mit einem Ziel von mehr als 23 Millionen Kindern.

Zyklon „Gombe“ hat, mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 200 Stundenkilometern und starken Regenfällen, in Mosambik mindestens zwölf und in Malawi fünf Menschen getötet und mehr als 3000 Häuser zerstört. Mehr als 580.000 Menschen sind betroffen.7.000 Schulen, 750 Gesundheitseinrichtungen, 77 Brücken, 15 Straßenabschnitte und andere grundlegende Infrastrukturen sind beschädigt.  Die Elektrizitätsgesellschaft Mosambiks erklärte, dass 20 Bezirke ohne Strom seien, wovon etwa 300.000 Menschen betroffen seien. Laut dem Nationalen Institut für Risikomanagement in Mosambik war „Gombe“ stärker als der Zyklon „Idai“, der heftigste Sturm jemals, der das Land 2019 verwüstet hatte. „Glücklicherweise hatte er nicht dieselben Auswirkungen. März /April ist die sommerlichen Zyklon-Saison im südöstlichen Afrika.

Nach den schweren Korruptionsskandalen hat Malawis Präsident Lazarus Chakwera diese Woche das alte Kabinett entlassen und richtet es neu ein.  Inzwischen hat er im umgebauten Kabinett schon mehrere neue Minister ernannt, darunter auch fünf  Frauen. Weitere Ernennungen werden folgen. Die beschuldigten Minister sowie andere Beamte müssen wegen Bestechungsvorwürfen Rechenschaft ablegen. Auch muss Chakwera fast gleichzeitig wegen des Truppensturm Ana den Katastrophenzustand erklären. Über 200.000 Menschen sind von den Überschwemmungen und Stromausfällen betroffen. Die Zahl der Todesopfer stieg auf elf an.

In der am 19. Januar 2022 veröffentlichten Erklärung der ECM (Episcopal Conference of Malawi) mit dem Titel „Ein Aufruf zum unnachgiebigen Kampf gegen die Korruption“ erklären die katholischen Bischöfe, dass die Korruption ein schwer zu bekämpfendes Übel ist, da sie überall in Malawi tiefe Wurzeln geschlagen hat. Sie fügten hinzu, dass die Korruption unsägliches Leid für die große Mehrheit der normalen Malawier verursacht, „die täglich mit erdrückender Armut konfrontiert sind“. Die ECM fordert die Justiz außerdem auf, bei der Bearbeitung von Korruptionsfällen Professionalität walten zu lassen, um den Verlust des öffentlichen Vertrauens zu vermeiden und ruft die Katholische Kommission für Gerechtigkeit und Frieden (CCJP) und andere Organisationen der Zivilgesellschaft dazu auf, die Öffentlichkeit dabei zu unterstützen, Korruption nicht als Teil des Lebens in Malawi zu akzeptieren.

First Lady Monica Chakwera ist enttäuscht darüber, dass das Land weltweit an 12. Stelle ist, was Früh- und Zwangsehen angeht. 42 % der Mädchen werden verheiratet, bevor sie 18 Jahre alt sind. Sie sagte, dass ihre Shaping Our Future Foundation (SOFF) die Bildung von Mädchen sehr ernst nimmt, denn ohne Bildung wird die Armut verschlimmert. Sie forderte daher alle Beteiligten auf, dringend Maßnahmen zu ergreifen, um die Hindernisse zu beseitigen, mit denen Mädchen und Kinder konfrontiert sind und die sie daran hindern, ihr Potenzial auszuschöpfen.

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