Schlagwort: Malawi

In einem 16-seitigen Hirtenbrief mit dem Titel “The sad story of Malawi”, der am Sonntag in allen katholischen Kirchen des Landes verlesen wurde, wirft die Kirche der Regierung zahlreiche Versäumnisse vor, darunter nicht eingehaltene Wahlversprechen, Vetternwirtschaft und grassierende Korruption. Der Regierungssprechen Moses Kunkuyu erklärte, dass die Regierung den Hirtenbrief zur Kenntnis genommen hat und entschlossen ist „to make use of the wisdom“ (von der Weisheit Gebrauch machen) die darin zum Ausdruck kommt.

Der Minister für Innere Sicherheit, Ken Zikhałe, gab geänderte Einreisebestimmungen bekannt und hob damit die Visabeschränkungen für Bürger aus dem Vereinigten Königreich, China, Russland, Deutschland, Australien, Kanada, Belgien, Ghana, Gambia, Sierra Leone, Frankreich und anderen Ländern auf. Staatsangehörige der Entwicklungsgemeinschaft des südlichen Afrikas (SADC) und des Gemeinsamen Marktes für das östliche und südliche Afrika (COMESA) sind ebenfalls von der Visumpflicht befreit. Die Gültigkeit von Visa für die mehrfache Einreise in Malawi beträgt nach den neuen Visabestimmungen nun bis zu 12 Monate. Die neuen Regeln sollen den Tourismus und den Handel im Land fördern.

Präsident Lazarus Chakwera hat für sich und seine ganze Regierung alle internationalen Reisen ausgesetzt, um Geld zu sparen. Alle Minister, die zurzeit im Ausland sind, sollen unverzüglich zurückkommen. Es geht darum, in der akuten Knappheit Ausgaben zu kürzen. Malawi soll seinen Kwacha um 44% abwerten, um weitere Hilfe von der Weltbank zu erhalten. Die Maßnahme soll bis März 2024 in Kraft bleiben. So wird Chakwera im November/ Dezember auch nicht zum Klimagipfel COP 28 nach Dubai reisen können.

Sie waren in einem Kanu unterwegs auf dem Shire Fluss in der südlichen Region Nsanje, um zu ihren Feldern auf der mosambikanischen Seite zu kommen, als ihr Boot von einem Nilpferd erfasst wurde und kenterte. Von den 37 Menschen an Bord konnten 13 gerettet werden; ein Baby wurde tot geborgen; die anderen sind vermisst. Wegen den vielen Krokodilen und Flusspferden ist die weitere Suche gefährlich. Es ist der dritte tödliche Unfall auf dem Shire innerhalb von drei Jahren. Dabei hat sich Malawi noch nicht von dem verheerenden Tropensturm „Freddy“ im März erholt, bei dem 511 Menschen ums Leben kamen und 533 weitere vermisst wurden.

Nach 26 Jahren im staatlichen Gesundheitsdienst hat die Hebamme Charity Salima in einem ärmlichen Stadtteil der Hauptstadt Lilongwe in 2008 eine Entbindungsstation gegründet, in der sie seitdem über 12.000 Geburten begleitete – ohne Todesfälle. Der Name der Klinik: Achikondi – Chichewa für Liebe. Die Leistungen der Klinik sind kostenfrei, doch wird, wenn möglich, um eine freiwillige Spende für Wasser – und Stromkosten gebeten. Die Klinik ist meist auf Spenden angewiesen. Die durch Ehrungen ausgezeichnete Hebamme kämpft weiter gegen die allgemein hohe Kindersterblichkeit in Malawi; sie leistet Aufklärungsarbeit in traditionellen Gemeinschaften und wirbt für Entbindungen in Kliniken; sie unterstützt schwangere Teenager und kümmert sich um die Ausbildung junger tüchtiger Krankenschwestern und Hebammen. Eine von ihnen, so hofft sie, wird mal eine gute Nachfolgerin. In den Straßen Lilongwes wird sie immer noch von glücklichen Müttern mit „Charity! Charity!“ begrüßt.

Die sambische Regierung hat zwei Flugzeuge zur Verfügung gestellt, um bei der Rettung und Verteilung von Hilfsgütern für die Opfer des Tropensturms Freddy in Malawi zu helfen. Die Flugzeuge werden in schwer zugänglichen Gebieten im Süden des Landes in Mulanje, Phalombe und Nsanje eingesetzt, wo viele Menschen eingeschlossen sind.  Die Zahl der Todesopfer des verheerenden Sturms stieg am Donnerstag auf 326, mehr als 200 weitere wurden von den Behörden als vermisst gemeldet.

Tropensturm Freddy richtet in Mosambik und Malawi weitere Verwüstungen an. In der Stadt Blantyre wurden allein 85 Todesfälle verzeichnet. Der Sturm hat die Stromerzeugungskapazität lahmgelegt und die nationale Stromerzeugungsgesellschaft sagt, dass sie nicht in der Lage ist, die Stromversorgung mit ihrem Wasserkraftwerk wiederherzustellen, da sich durch Überschwemmungen Trümmer angesammelt haben. Wetterexperten sagen, dass starke Regenfälle und Überschwemmungen am Dienstag anhalten werden, da sich der Sturm voraussichtlich am Mittwoch aus Malawi zurück in den Indischen Ozean zurückziehen wird.

Im Geiste des Umweltbewusstseins gemäß der päpstlichen Enzyklika Laudato Si haben die Mitarbeiter des katholischen Sekretariats der Bischofskonferenz von Malawi (ECM) Bäume, Sträucher und andere Pflanzen auf dem Gelände des Sekretariats gepflanzt.

Nach einem Choleraausbruch, der Hunderte von Menschen das Leben gekostet hat, wird der Unterricht in den Grund- und weiterführenden Schulen in den beiden größten Städten Malawis am Dienstag wieder aufgenommen. Die Schulen in der Hauptstadt Lilongwe und in der Handelsmetropole Blantyre waren nach den Weihnachtsferien für mindestens zwei Wochen geschlossen geblieben. Der Choleraausbruch begann im März letzten Jahres und hat bisher mehr als 750 Menschen das Leben gekostet. Die Infektionsrate in Lilongwe und Blantyre ist nach wie vor hoch.

Malawi hat die Öffnung der öffentlichen Schulen in den beiden Großstädten Blantyre und Lilongwe verschoben, um den Anstieg der Cholera-Todesfälle zu bremsen. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums ist die Gesamtzahl der Cholerafälle auf 17.824 und die Zahl der Todesfälle auf 595 gestiegen. Die Sterblichkeitsrate ist 3,34 %. Cholera ist ein jährliches Problem während der Regenmonate von November bis März in Malawi, in denen die Zahl der Todesfälle bei etwa 100 pro Jahr liegt. Der aktuelle Ausbruch dürfte jedoch der bisher schlimmste sein.

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