Schlagwort: Malawi

Dem Land stehen, nach einigermaßen ruhigen Jahren, schwere Zeiten bevor. „We now live in the country of the four Fs: no fuel, no forex, no fertiliser … frankly, no f’all“. Unruhen, in denen 19 Demonstranten umkamen, die Ausweisung seines Botschafters in London und die chronischen Benzinknappheiten zusammen mit den fallenden Tabakpreisen bereiten dem Land große Probleme und behindern die Landwirtschaft.

Wahlzettel kamen mancherorts zu spät; es gab Proteste bei Stimmenauszählung; in Blantyre brannten Wahllokale. Präsidentin Banda versuchte, die Wahl zu annullieren, als ihr Kontrahent, Peter Mutharika, der Bruder des früheren toten Präsidenten, vorne lag. Jetzt soll aber neu ausgezählt werden Der Vorsitzende der Wahlkommission hofft, dass in zwei Monaten Auszählung und Überprüfung abgeschlossen sind.

In einem Pilotprojekt will OXFAM an die hungernde Bevölkerung in Südmalawi statt Essensrationen 20 Dollar im Monat austeilen. Ziel ist, die lokale Wirtschaft anzukurbeln und den Betroffenen die Entscheidung über die Verwendung der Hilfe zu überlassen. Präsident Bingu wa Matharika rief letzte Woche den Hungernotstand für 5 Millionen Menschen aus.

Vize-Präsident Cassim Chilumpha, Mitglied der Partei United Democratic Front (UDP), wurde unter Verdacht von Hochverrat verhaftet. Seit Präsident Bingu wa Mutharika die UDP verließ, um seine eigene Partei zu gründen, sind die Spannungen zwischen beiden Politikern eskaliert.

Der Parlamentssprecher, Rodwell Munyenyembe, der bei einer Parlamentsdebatte einen Schlaganfall erlitt, ist in einem Krankhaus in Südafrika gestorben.

Dank der reichlichen Niederschläge zu Beginn der Regenzeit erwartet man, laut des Vorsitzenden von TAML (Tea Association of Malawi Ltd) gute Teeerträge für 2012. Malawi ist nach Kenia der größte Teeexporteur Afrikas mit einem Ertrag von 65,8 Mio. Dollar im vergangenen Jahr.

Malawis größtes Korruptionsverfahren, in dem es über 100 Mio. Dollar gehen könnte, hat gestern in Lilongwe mit Anhörung der ersten drei von 68 beschuldigten Beamten und Angestellten begonnen. Obwohl Präsidentin Joyce Banda gleich bei Bekanntwerden des Skandals durch Entlassungen und Regierungsumbildung reagierte, verlor das Land etwa 150 Mio. Dollar an dringend benötigter Auslandshilfe. Auch könnte Bandas politische Karriere in einem Wahljahr bedroht sein.

Malawi, eines der ärmsten Länder der Welt, hat Nahrungssicherheit als vorrangig erklärt. Dabei ist die Erziehung schwer vernachlässigt. In Grundschulen müht sich ein Lehrer, oft selbst nicht genügend vorbereitet, mit über hundert Schülern ab. Die Gefahr ist, dass mangelnde Schulbildung den Kampf gegen Hunger und Armut nur noch weiter hinauszieht.

Während eines Sonntagsgottesdienstes in einer katholischen Kirche in der Hauptstadt Lilongwe zündete ein Mann einen Benzinkanister an und verletzte mehrere Menschen. Der Täter konnte im Chaos unerkannt entkommen..

Dank einer guten Agrarpolitik kann die Regierung dieses Jahr über 300.000 t Mais in die Nachbarländer exportieren, vor allem nach Simbabwe, das Nahrungsmitteldefizit von über 600.000 t Mais hat.

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