Ein US-Gericht hat Libyen zur Zahlung von 6 Milliarden Dollar an die sieben amerikanischen Familien verurteilt, deren Angehörige 1989 beim Abschuss einer französischen Maschine über dem Niger umkamen.
Libyen » Seite 21
Ein US-Gericht hat Libyen zur Zahlung von 6 Milliarden Dollar an die sieben amerikanischen Familien verurteilt, deren Angehörige 1989 beim Abschuss einer französischen Maschine über dem Niger umkamen.
Trotz bedauerlicher Zwischenfälle im Osten des Landes, wo Wahllokale angegriffen und Stimmzettel verbrannt wurden, verlief die erste freie Wahl nach 42 Jahren geordnet und mit Jubel. Während der Auswertung ruft der frühere Übergangspremier Jibril die Libyer zur nationalen Einheit auf. Nur so könne ein funktionierender Staatsapparat geschaffen werden. Nach den ersten offiziellen Ergebnissen hat seine „Allianz der Nationalen Kräfte“ einen bedeutenden Vorsprung. Internationale Beobachter loben Libyens Wahl als „historische Leistung“.
Frankreich will Libyen einen Atomreaktor zur Aufbereitung von Trinkwasser aus Meerwasser liefern, wie beim Besuch von Präsident Sarkozy vereinbart wurde. Die deutsche Regierung und Umweltverbände kritisierten das Vorhaben als ein Sicherheitsrisiko für Europa.
Nach vier Wochen Haft in der westlibyschen Stadt Al-Sinta ist das Mitarbeiter Team des Internationalen Gerichtshofs wieder frei. Hauptangeklagte waren die Australierin Melinda Taylor und ihre Übersetzerin, denen man vorgeworfen hatte, dem dort inhaftierten Gaddafi Sohn geheime Unterlagen übergeben zu haben. Die beiden männlichen Kollegen aus Russland und Spanien blieben aus Solidarität bei ihnen. Inzwischen sind alle zurück in Den Haag.
Libysche Milizen haben zur Entführung von USA Bürgern in Tripolis und zu Angriffen aus US Schiffe, Flugzeuge und Gas Pipelines aufgerufen. Sie wollen sich rächen für die Entführung eines al-Qaida Anführers, Abu Anas al-Libi, durch amerikanische Spezialeinheiten. Washington solle den Entführten wieder freigeben, was die US Regierung nie tun wird, weil sie in ihm einen Drahtzieher bei den Bomben auf die US Botschaften in Kenia und Tansania, wobei über 200 Menschen umkamen.
Im Haushaltsplan 2007 sollen 400.000 Beamte eingespart werden. Bei einer Bevölkerung von 6.5 Millionen hat Libyen eine Million Beamte, die den Staat jährlich 2.5 Milliarden Euro kosten. Entlassene Beamte sollen drei Jahre Gehalt und Kredite für einen Neuanfang erhalten.
Weil Seidan es nicht geschafft hat, den mit von Rebellen verkauftem Rohöl beladenen nordkoreanischen Tanker aufzuhalten, hat er die Vertrauensabstimmung im Parlament verloren. Er wird vom Verteidigungsminister ersetzt. Das umstrittene Schiff gelangte an der Marine vorbei in internationale Gewässer. Ali Seidan hat trotz Reiseverbot Libyen verlassen und ist, nach einer Zwischenlandung in Malta, weitergeflogen. Die Rebellen im Osten halten mehrere Ölterminals besetzt, um ihrer Forderung nach Autonomie Nachdruck zu verleihen.
Die Islamisten haben den alten von ihnen beherrschten Nationalkongress wieder zusammengerufen und dem gewählten Parlament und der Regierung jede Legitimität abgesprochen. Ministerpräsident Abdullah al-Thani hatte den Rücktritt seiner Regierung bei gewählten Parlament eingereicht, dass aber keine wirkliche Macht ausübt. Politisch wie auch militärisch befindet sich das Land im Chaos.
Ein Sprecher der Aufständischen gab bekannt, dass Brega, Sawija und anderer Ortschaften im Küstengebiet erobert worden seien. Auf der tunesischen Insel Djerba sollen Vertreter der Aufständischen und anderer Länder mit Vertrauten Gaddafis zu Geheimverhandlungen zusammengekommen sein.
Vor einigen Tagen saßen in Beida libysche Autoritäten und Katholiken an einem Tisch. Libyen habe so seine Toleranz gegenüber nicht-muslimischen Religionen zeigen wollen, meinte der apostolische Vikar in Tripolis. Man müsse die positive Kraft des Islam nützen, um alle Formen von Fundamentalismus loszuwerden. Die Religionsfreiheit ist größer als in anderen muslimischen Ländern. Die zwei Kirchen in Libyen – in Tripolis und Bengasi – sind besonders aktiv in der Betreuung von Flüchtlingen aus subsaharischen Ländern, die entweder dort Arbeit und Frieden suchen oder auf der Durchreise nach Europa sind.