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Das Königreich Lesotho, eines der höchstgelegenen Länder der Erde, ist die Heimat der weltweit höchsten Selbstmordrate. Laut der WHO nehmen sich jedes Jahr 87,5 Menschen pro 100.000  das Leben, mehr als doppelt so viel wie im nächsten Land auf der Liste, Guyana in Südamerika (40 pro 100.000). Der weltweite Durchschnitt liegt bei 9 Selbstmorden pro 100.000 Menschen. Die häufigsten Gründe sind: Vergewaltigung, Arbeitslosigkeit, Verlust durch Tod sowie Drogen–und Alkoholmissbrauch. Das Gesundheitssystem ist angeschlagen. In der einzigen psychiatrischen Abteilung gibt es seit 2017 keinen Psychiater. Die NGO HelpLesotho ist entschlossen, jungen Menschen durch Gruppentherapien zu helfen, ihre psychische Gesundheit zu managen.

Das ganz von Südafrika eingeschlossene Königreich Lesotho ist arm, aber dank seiner Höhenlage – von 1.000 bis 3.400 Meter über dem Meer – ist es reich an Wasser. Das Wasser der vielen  dort entspringenden Flüsse wird in riesiken Dämmen aufgestaut und schon seit zwei Jahrzehnten nach Südafrika exportiert, besonders in den 400 km nördlich gelegenen Wirtschaftsraum um Johannesburg. Während Südafrika jährlich 180 Millionen € an die Lesotho Regierung bezahlt, haben viele Menschen in Lesotho keinen Nutzen davon. Sie werden kaum konsultiert oder informiert und müssen für eine kleine Entschädigung für ihr genommenes Land gerichtlich vorgehen. Ihre Weiden und Äcker leiden bereits unter anhaltender Dürre. Trotzdem plant das Lesotho Highlands Water Projekt ein weiteres Großprojekt: aus einer neuen Talsperre im Südwesten sollen jährlich 150 Millionen Kubikmeter Wasser durch eine 700 Kilometer lange Pipeline ins durstige Botswana gepumpt werden.

Die Regierung ist in die Kritik geraten, weil sie keine wirksamen Maßnahmen zur Bekämpfung der eskalierenden Morde der Famo-Banden im ganzen Land ergriffen hat, obwohl sie diese für illegal erklärt hat. Mokhothu Makhalanyane, Vorsitzender des Portfolioausschusses für Soziales, hat den Ausnahmezustand gefordert, um die Strafverfolgungsbehörden in die Lage zu versetzen, die Banden zu zerschlagen. Der stellvertretende Vorsitzende des Demokratischen Kongresses, Motlalentoa Letsosa, schlägt jedoch vor, dass Verhandlungen mit Bandenführern, wie sie 2016 geführt wurden, ein effektiverer Ansatz sein könnten. Famo ist ein Sesotho-Musikgenre mit Melodien, die mit Akkordeon gespielt und gesungen werden. Es ist in Lesotho und Südafrika seit Jahren berühmt. Die Rivalität zwischen Basotho-Fans dieses Genres hat jahrelang zu tödlichen Bandenkriegen geführt.

Südafrika hat mit einer landesweiten Hitzewelle zu kämpfen mit Temperaturen über 40°C im Nordkap, Limpopo, Mpumalanga, KwaZulu-Natal und im Freistaat, und mit hohen 30°C in Gauteng und Nordwest. Örtliche Wetterexperten warnen, dass die intensive Hitze wahrscheinlich noch mehrere Monate anhalten wird. Die Behörden raten zwischen 11:00 und 15:00 Uhr direkte Sonneneinstrahlung zu vermeiden. Auch in Botswana, Eswatini, Lesotho, dem südlichen Mosambik, dem südlichen Namibia werden Höchsttemperaturen von etwa 35-43 °C erwartet. Botswana, Eswatini, Namibia und Mosambik (für Gaza, Ihambene und Maputo) haben Hitzewarnungen herausgegeben.

Die Regierung gab bekannt: „Ab heute (16.03.2023) gilt im gesamten Königreich Lesotho eine Ausgangssperre…den Einwohnern ist es untersagt, sich zwischen 22.00 Uhr (20.00 Uhr GMT) und 04.00 Uhr (02.00 Uhr GMT) im Freien aufzuhalten.“ Denjenigen, die sich nicht daranhalten, drohen eine Geldstrafe oder bis zu zwei Jahre Gefängnis. Die Maßnahme folgt auf die Tötung, des Radiojournalisten Ralikonelo Joki, mit mehreren Schüssen.

Aktivisten behaupten, dass die Steuerzahler jährlich R2,4 Millionen an Abgeordnete zahlen, die nicht im Parlament sitzen sollten. Der Grund dafür ist, dass die IEC (Unabhängige Wahlkommission) im Oktober 2022 eingeräumt hatte, dass sie die Ergebnisse für 4 Sitze im Verhältniswahlrecht (PR) falsch berechnet hatte. Ein Mitglied der Nationalversammlung verdient etwa 39.529 Rand im Monat und erhält außerdem einen Zuschuss von 3.000 Rand für die Wohnung, bis zu 5.000 Rand für Treibstoff, 2.000 Rand für Versorgungsleistungen und eine Aufwandsentschädigung von 1.000 Rand. Insgesamt verdient er steuerfrei 50 529 R pro Monat.  König Letsie III. hat die Angelegenheit an den Generalstaatsanwalt zur Prüfung weitergeleitet.

Aus den Teilergebnissen der Parlamentswahlen vom Freitag in Lesotho geht hervor, dass die kürzlich gegründete Partei – Revolution for Prosperity (RFP)-des Diamantenmillionärs Sam Matekane auf dem besten Weg ist, die Wahl zu gewinnen. Nachdem die Ergebnisse aus mehr als der Hälfte der 80 Wahlkreise vorliegen, steht die politische Landschaft vor großen Veränderungen. Die Partei „Revolution für Wohlstand“, hat bisher 41 Sitze. Die derzeitige Regierungspartei – die All Basotho Convention – hat bisher keinen einzigen Sitz gewonnen. Die Nationalversammlung von Lesotho besteht aus 120 Sitzen. Achtzig Abgeordnete werden in Einzelwahlkreisen nach dem Mehrheitswahlrecht und die übrigen 40 nach dem Verhältniswahlrecht gewählt.

Die Bürger von Lesotho gehen am 7. Oktober an die Urnen.  Die Zukunft der dringend benötigten Reformen ist ungewiss; sie wurden in letzter Minute für null und nichtig erklärt. Auch Gewalt und Brutalität der Sicherheitskräfte bedrohen die Wahlen. Mehr als 50 Parteien treten in einem Land mit weniger als 3 Millionen Einwohnern zu den Wahlen an. Etablierte Parteien wie die All Basotho Convention und der Democratic Congress, sind Teil der Regierungskoalition; sie treten gen eine starke Opposition an:  der Lesotho Congress for Democracy und Democratic Congress und der Revolution for Prosperity die von Sam Matekane angeführt wird. Zahlreiche Beobachtergruppen sind im Land, darunter auch die erste große Mission der Europäischen Union (EU).

Das Verfassungsgericht hat entschieden, dass der im August ausgerufene Ausnahmezustand und die Wiedereinberufung des Parlaments durch König Letsie III. null und nichtig sind. Das Gerichtsurteil bedeutet nun, dass die 11. Änderung des Verfassungsentwurfs 2022 und der National Assembly Electoral Amendment Act keinen Bestand haben dürften. Lesotho wurde von der Gebergemeinschaft und der SADC unter Druck gesetzt, Wahlreformen durchzuführen, und wenn dies nicht geschieht, könnte die Hilfe für das Land gekürzt werden.

Das kann man, während Teile von Europa unter Hitze, Dürre und Waldbränden leiden, in Afriski, dem einzigen Wintersportgebiet südlich der Sahara. Lesotho liegt als einziges Land der Erde ganz über 1000 Meter Höhe, das Skigebiet Afriski in den Maluti Bergen sogar in 3000 Metern Höhe. Ob Skifahrer, Snowboarder oder Schlittenfahrer – für alle ist gesorgt. Im Juli wurde in Afriskis Kapoko Snow Park der jährliche Skiwettbewerb „Winter Whip Slopestyle“ ausgetragen. Der dreizehnjährige Sieger bei den Junioren  möchte jetzt gerne in Europa skifahren. Ein Skilehrer mit Wurzeln in Lesotho kam nach zehnjähriger Arbeit in Österreich zurück und freut sich, die Wettbewerbe im südlichen Afrika fördern zu können. Unterhaltung und Stärkung gibt es im Sky Restaurant und Gondel- Café, der angeblich höchstgelegenen Bar Afrikas.

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