Schlagwort: Guinea

Im guineischen Distrikt Gueckedou nahe der Grenze zu Liberia und der Elfenbeinküste starb eine Person durch das Marburg-Virus, ein hochinfektiöses hämorrhagisches Fieber, ähnlich dem Ebola-Virus. Dies ist das erste Mal, dass die tödliche Krankheit in Westafrika nachgewiesen wurde. Seit 1967 hat es 12 größere Marburg-Ausbrüche gegeben, meist im südlichen und östlichen Afrika.

Mehr als 94.000 Personen fordern die Bundesregierung auf, beim Bauxit-Abbau in Guinea Menschenrechtsverletzungen zu stoppen und eine angemessene Entschädigung der Betroffenen zu garantieren. FIAN, „PowerShift“ und „Rettet den Regenwald“ haben die Petition heute dem Bundeswirtschaftsministerium übergeben. Die deutsche Bundesregierung bürgt mit einem ungebundenen Finanzkredit an den Minenbetreiber für mehrere hundert Millionen Euro. Das abgebaute Bauxit wird in Stade bei Hamburg zu Aluminium für deutsche Autos weiterverarbeitet. Seit Februar 2019 klagen 540 Vertreter*innen aus 13 betroffenen Dörfern vor der Weltbank auf Wiedergutmachung. Pressemitteilung FIAN

Nach 7 bestätigten Infektionen (4 Tote) wurde eine neue Ebola-Epidemie gemeldet. Gesundheitsminister Remy Lamah sagte, „man werde die Kontaktpersonen ausfindig machen und so schnell wie möglich Impfstoffe verteilen“.  Der Ausbruch von 2013-16 tötete 11.300 Menschen, hauptsächlich in Guinea, Sierra Leone und Liberia. Auch im Osten der Demokratischen Republik Kongo wurde nach einem neuerlichen Ausbruch eine Impfkampagne gestartet.

Der französisch-israelische Diamantenmagnat Beny Steinmetz, ein Milliardär, ist in der Schweiz vor Gericht erschienen. Die Schweizer Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, rund 10 Mill. Dollar an Bestechungsgeldern gezahlt zu haben, zum Teil über Schweizer Bankkonten, um die Rechte an Guineas Eisenerzvorkommen in den Simandou-Bergen zu erhalten. Er bestreitet, dass seine Firma BSGR Schmiergelder gezahlt hat, um im Jahr 2008 Genehmigungen für den Eisenerzabbau im Süden Guineas zu erhalten. Bei einer Verurteilung drohen ihm bis zu 10 Jahre Gefängnis. Zuvor war Steinmetz (64) in Abwesenheit von einem Gericht in Rumänien wegen Geldwäsche zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt worden.

Fian vermeldet: „Die Bundesregierung unterstützt mit einer Kreditbürgschaft den Ausbau einer Bauxitmine in Guinea. Mehr als 500 Personen wurden mitten in der Corona-Pandemie ihrer Lebensgrundlage beraubt. Die Entschädigungen, die die lokale Bevölkerung erhält, sind unzureichend. Die Wasserversorgung ist prekär, und das neue Dorf wurde auf unfruchtbarem Boden gebaut. PowerShift und FIAN appellieren in einer aktuellen Petition an Wirtschaftsminister Peter Altmeier, bei Kreditbürgschaften die Einhaltung von Menschenrechten und Umweltstandards sicherzustellen. „Jetzt die Petition hier unterschreiben!

Nach den vorläufigen Wahlergebnissen gewann Präsident Alpha Conde in 14 von 20 Wahlkreisen. In Conakry kam es zu tödlichen Zusammenstößen zwischen Sicherheitskräften und Anhängern der Opposition. In einer Erklärung sagte Conde „Ich erneuere meinen Appell an alle, Ruhe und Gelassenheit zu bewahren, bis der Ausgang des laufenden Wahlprozesses in unserem Land feststeht. Wenn der Sieg mein ist, bleibe ich offen für den Dialog und stehe für die Zusammenarbeit mit allen Guineern zur Verfügung.“

Weniger als 2 Wochen vor den angespannten Präsidentschaftswahlen  haben die UNO-Rechtschefin Michelle Bachelet und Pramila Patten,  Sonderberaterin des Weltgremiums für die Verhinderung von Völkermord,  vor ethnisch motivierten Hassreden gewarnt. Sie forderten die Kandidaten auch auf, „sich einer provokativen Sprache zu enthalten, die zu Gewalt, Diskriminierung und anderen Menschenrechtsverletzungen führen kann“. Der 82-jährige Präsident des Landes, Alpha Conde, der eine umstrittene dritte Amtszeit anstrebt, wird weitgehend vom Volk der Malinke unterstützt, während sein Hauptgegner, Cellou Dalein Diallo von der Partei Union der Demokratischen Kräfte Guineas (UFDG), weitgehend vom Volk der Fulani unterstützt wird.

Guineas 82- jähriger Präsident Alpha Conde wird bei den nächsten Präsidentschaftswahlen am 18. Oktober 2020 für eine dritte Amtszeit kandidieren. Ein Verfassungsreferendum im März macht ein Weiterregieren möglich. Seit fast einem Jahr finden Massenkundgebungen statt, um dies zu verhindern. Sicherheitskräfte gingen hart gegen die Proteste vor und seit seiner Machtübernahme sollen über 200 Menschen getötet worden sein. Oppositionelle haben in Frankreich eine Klage gegen ihn und mehrere seiner Verwandten wegen Korruption, Einflussnahme auf den Handel und Geldwäsche eingereicht. Das Land ist reich an Bodenschätzen aber von tief verwurzelter Armut und einer Geschichte der Instabilität geschwächt.

Guinea – Nach einem stark umstrittenen Referendum über eine neue Verfassung hat Präsident Alpha Conde diese in Kraft gesetzt. The Opposition befürchtet, dass der 81-jährige Conde die Maßnahme als Vorwand nehmen wird, um sich selbst eine dritte Amtszeit zu ermöglichen. Conde war 2010 der erste demokratisch gewählte Präsident in einem Land, das eine lange Geschichte von Militärputschen und Unruhen hat. Die Opposition boykottierte das Referendum und die USA und Europa bezweifelten die Gültigkeit der Wahl.

Guinea – Als Teodorin Obian, Präsidentensohn und Vizepräsident, mit einer elf-Mann Delegation in Brasilien landete, wurden der Gruppe beim Zoll 1.5 Mio. $ in bar und Luxus- Uhren im Wert von über 15 Mio.$ abgenommen, weil die Reisenden einen privaten, angeblich medizinischen Besuch machten. Guineas Außenminister verurteilte die Beschlagnahme und verlangt die sofortige Rückgabe. Obiang ist für seinen sündhaft luxuriösen Lebensstil bekannt. Der korrupte, autoritäre Präsident und seine Familie plündern schon über Jahrzehnte die Öleinnahmen des Landes zu ihrer eigenen Bereicherung, während 76% der 1.2 Mio. Bevölkerung in Armut lebt.

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