Schlagwort: Guinea

Der erste demokratisch gewählte Präsident Alpha Condé wurde im Beisein mehrerer afrikanischer Staatsmänner vereidigt. Die Bürger hoffen, dass unter seiner Führung das Elend der dunklen fünf Jahrzehnte endet. Unter autokratischen Regierungen ist das reiche Land verarmt. Er selbst verspricht Nahrungssicherheit, bessere Nutzung der Staatseinnahmen, besonders vom Bauxitabbau, und mehr Lebensqualität für alle. Anders als im Nachbarland Elfenbeinküste, hat das einlenkende Verhalten des Verlierers Diallo seinem Land den Weg zur Demokratie geebnet.

Chefredakteure der unabhängigen Zeitungen ‚Verité‘ und ‚Libération‘ wurden wegen Difamierung eines Ministers zu sechs Monaten Gefängnis und einer Geldstrafe von 12,781 Dollar verurteilt. Sie hatten den Minister beschuldigt, Geld für den Bau einer Straße veruntreut zu haben.

Der Anglo-australische Bergbaukonzern Rio Tinto hat mit dem chinesischen Staatskonzern Chinalco Verträge abgeschlossen, um in Simandou ein Bergwerk zur Gewinnung von Eisenerz zu bauen. In Simandou liegt eines der größten Erzvorkommen der Welt. Es sollen ebenfalls eine Eisenbahnlinie und ein Hafen gebaut werden.

Was als Streik am 10. Januar begann, eskaliert zu einem Volksaufstand. Hunderttausende Bürger demonstrierten in Conkakry und anderen Städten gegen den autoritären Präsidenten Conté. Bei Zusammenstößen mit Polizei und Armee gab es bisher mindestens 20 Tote, während manche Behörden mit den Demonstranten sympathisieren. Streiks legten die Bauxitbergwerke lahmt. Guinea-Bissau schickte Spezialeinheiten ins Nachbarland, um die Armee zu unterstützen. Beobachter erwarten einen Militärputsch.

Die Abwesenheit von Präsident Lansana Conte bei den Unabhänigkeitsfeiern gab Anlass zu neuen Spekulationen über seinen Gesundheitszustand. Er soll an Diabetis und Leukemie leiden. Die Staatsgeschäfte werden von Außenminister Fode Bangoura wahrgenommen.

Dadis Camara, der neue Militärjuntaführer hat seine neuen Minister benannt. Sie rekrutieren sich aus der alten Regierung, der Armee und der Privatwirtschaft.

23 Menschen starben; weitere 35 Krankheitsfälle wurden registriert. Das hämorrhagische Fieber könnte auf Ebola, Lassafieber oder eine Art Cholera hindeuten, konnte aber nicht festgestellt werden. Proben von Infizierten werden im Senegal und in Frankreich untersucht. Die medizinische Versorgung der Bevölkerung ist bedürftig und, trotz beträchtlicher Bodenschätze, muss die Hälfte der 11,4 Mio. Einwohner mit weniger als einem Dollar am Tag auskommen.

Nach drei Tagen gewalttätiger Demonstrationen mit mehreren Toten hat Präsident Conté den Ausnahmezustand verhängt und der Armee befohlen, die Unruhen mit allen Mitteln niederzuschlagen. Die Gewerkschaften hatten zum zweiten Mal den Generalstreik ausgerufen, nachdem Conté einen seiner engen Vertrauten, Eugene Camara, zum neuen Premierminister ernannt hatte. Teile der Armee sollen sich der Opposition angeschlossen haben. Frankreich hat ein Truppenlandungsschiff entsandt, um französische Staatsangehörige zu evakuieren.

Loyale Truppen von Präsident Alpha Conde haben eine von Unbekannten verübte Attacke auf sein Privathaus in Conakry abwehren können. Die Schießerei dauerte etwa eine Stunde.

13 Arbeiter starben, 5 sind verletzt und 10 vermisst, als die Mine, in der sie arbeiteten, einbrach. Die von multinationalen Firmen Goldmine, 600 km von Conakry, soll angeblich ihren Arbeitern auch in 70 m Tiefe nicht genügend Schutz geboten haben.

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