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Guinea – Präsident Alpha Conde hat gestern Ibrahima Kassory Fofana als neuen Premier ernannt, nachdem sein Vorgänger, Mamady Youla, vor einer Woche zusammen mit der ganzen Regierung zurückgetreten war. Die Unruhen gehen auf angeblich gefälschte Wahlen im Februar/März zurück. Die Opposition fürchtet eine mögliche Verfassungsänderung, um Conde eine weitere Amtszeit zu geben. Dabei beklagt sich die Bevölkerung, dass der Rohstoffreichtum – Bauxit und Eisenerz – nicht dem Land und Volk zugutekommt.

Guinea – Mohamed Touré, Sohn des ersten Präsidenten von Guinea, und seine Frau sollen ein 5-jähriges Mädchen aus Guinea mit nach Texas genommen haben. Für 16 Jahre soll das Mädchen bei schlechter Behandlung, ohne medizinische und schulische Möglichkeit Sklavenarbeit geleistet haben und emotionalem und physischem Missbrauch ausgesetzt gewesen sein, bis sie mit Hilfe von Nachbarn fliehen konnte. Touré nennt die Anschuldigung „anzügliche Lügenmärchen“; das Mädchen sei wie ein eigenes Kind gehalten worden. Sollte das Gericht eine Schuld feststellen, drohen dem Paar 20 Jahre Haft.

Guinea – Die Heilpraktikerin Camara steht in Conakry vor Gericht, weil sie hunderte Frauen betrogen und dabei auch deren Gesundheit geschadet hat. Sie reichte den Hilfesuchenden einen Kräutertrunk, der ihren Leib anschwellen ließ. Behandlungskosten waren 33 $, eine stattliche Summe, wenn das monatliche pro Kopf Einkommen im Land 48 $ beträgt. Die in ihrem Kinderwunsch enttäuschten Frauen demonstrieren nun öffentlich, doch Camara beteuert, dass sie nur helfen wollte.

Guinea – Conakry, Guineas 2.5 Mio. Einwohner Hauptstadt, wurde von UNESCO zur „Welt Buch Hauptstadt 2017“ gekürt, nach Alexandrien und Port Harcourt die dritte Stadt Afrikas. Für die Menschen in Guinea, die über 60% Analphabeten sind, ist es eine Chance, an Bücher zu kommen, neue und alte, und durch Lernprogramme ihr Wissen aufzubessern. „Nicht nur kaufen, sondern auch lesen“ ist die Parole. Präsident Condé möchte auch Guineas literarische Pioniere ehren, darunter Tierno Monenembo und Camara Laye, dessen Roman „The African Child“ als Buch und Film noch beliebt ist. Landesweit werden Schulbücher und Schreibmaterial verteilt, und in Conakry erhält jede Kommune ein Medien Zentrum, um den Eifer zu erhalten.

Guinea – Labé, die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz, hat 7.000 registrierte Taxifahrer auf zwei Rädern. Es sind meist junge Männer, die keine andere Arbeit finden oder für schnelleres Geld umsatteln. Tag und Nacht sind sie unterwegs, um Kundschaft zu suchen. Motorradtaxis sind beliebt, weil sie immer erreichbar sind und schnell durch den Verkehr kommen. Obwohl die Fahrer gewerkschaftlich organisiert sind, ist es ein hartes Geschäft: Viele sind unerfahren, so dass Unfälle häufig vorkommen; noch besteht in Labé keine Helmpflicht wie in Conakry, und Kriminelle schleichen sich in den Betrieb ein und bedrohen die Sicherheit von Fahrern und Kunden.

Guinea – In immer mehr Ländern mobilisieren sich Opposition und Zivilgesellschaft. Nach Schätzungen der Polizei gingen in Conakry eine halbe Million Menschen auf die Straßen, um gegen Korruption, Misswirtschaft und Arbeitslosigkeit zu protestieren. Die Demonstranten forderten von Präsident Alpha Conde, demokratische Freiheiten zu respektieren. Trotz reicher Ressourcen bleibt Guinea eines der ärmsten Länder der Welt.

Guinea – Über 800 Menschen, die Kontakt mit den vier neuen Ebola-Opfern hatten, sollen die nächsten drei Wochen in Quarantäne verbringen. In der Ebola-Epidemie, die 2013 in Westafrika ausbrach, starben in Guinea und den Nachbarstaaten Liberia und Sierra Leone 11,000 Menschen. Alle drei Länder erlebten, nachdem die Krankheit unter Kontrolle war, mehrere Male ein Aufflackern von Ebola, sind aber bereit, schnell zu reagieren.

Guinea – Der gestrige Urnengang fand unter Spannungen und Gewalt statt, da es gerade davor tödliche Zusammenstöße gab. Präsident Condé hat trotz angeprangerten Unregelmäßigkeiten und einer schlechten Wirtschaftsentwicklung Chance auf einen Sieg. Neben Gold und Diamanten verfügt Guinea über die größten Bauxit-Vorkommen weltweit, doch der sinkende Weltmarktpreis macht dem Land zu schaffen. Auch die Ebola-Epidemie mit 2500 Toten hat Guinea zugesetzt.

Guinea – Nach 7 Monate Zwangspause wegen der Ebola-Epidemie hat der Unterricht an Schulen und Universitäten wieder begonnen. Bevor sie in die Klassenzimmer kamen, mussten alle die neuen Desinfektionsstellen benutzen und ihre Temperatur messen lassen. 20,000 Infrarot-Thermometer waren an die Schulen verteilt worden. Auch in Liberia soll wegen der verbesserten Lage der Schulbetrieb Anfang Februar wieder aufgenommen werden. Nur das am meisten betroffene Sierra Leone hält sich noch zurück. Mali konnte sich nach 42 Tagen ohne Neuinfektion Ebola-frei erklären. Für Leichtfertigkeit und übertriebenen Optimismus sei es noch zu früh, sagen WHO und „Ärzte ohne Grenzen“.

Der Lehrerschaft beendete einen einwöchigen Streik, nachdem die Regierung Gehaltserhöhungen zugestimmt hatte.

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