Präsident Lansana Conté hat noch keine Verhandlungen mit meuternden Soldaten aufgenommen, die Lagerhäuser und Waffenarsenale plünderten, weil sie jahrelang keinen Lohn mehr erhalten hatten.
Guinea » Seite 8
Präsident Lansana Conté hat noch keine Verhandlungen mit meuternden Soldaten aufgenommen, die Lagerhäuser und Waffenarsenale plünderten, weil sie jahrelang keinen Lohn mehr erhalten hatten.
Berichte aus Conakry sprechen von 16 Toten und 80 Verletzten in Koulé und N’Zérékoré im Süden des Landes. Die Opfer wurden lebend verbrannt oder mit Macheten zerhackt. Lokale Sicherheitskräfte konnten der Gewalt allein nicht Herr werden. Auseinandersetzungen zwischen den indigenen Guerze (meist Christen oder Animisten) und den dazugekommenen Konianke (meist Muslime) brechen regelmäßig aus, sind aber nicht so heftig.
General Diallo und zehn weitere Insassen starben, als ihr Flugzeug nahe der liberianischen Stadt Charlesville über dichtbewaldetem Gebiet abstürzte. Sie waren einer Einladung zum Tag der liberianischen Armee in Monrovia gefolgt, zu dem sich regelmäßig Militärdelegationen der Nachbarländer treffen. In beiden Ländern wurde Staatstrauer angeordnet.
Als Alama Kante, die Sängerin aus Guinea, eine OP an der Schilddrüse brauchte, fürchtete sie den Verlust ihrer Stimme, ihrer kostbarsten Gabe. Sie ging auf den Vorschlag des Pariser Chirurgen ein, die OP mit lokaler Betäubung und unter Hypnose durchzustehen. Während der Hypnotiseur sie auf „eine lange Reise nach Afrika“ mitnahm, sang Alama durch die ganze Operation, damit die Ärzte den Zustand ihrer Stimmbänder kontrollieren konnten. Die Operation im April gelang; Alama singt wieder und bringt bald ihr neues Album heraus.
Nachdem letzten Monat bedeutende Uranvorkommen entdecken wurden, hat die Regierung Pläne verkündet, die Energieknappheit durch Atomstrom zu lösen und will Gespräche mit der Internationalen Atombehörde (IAEA) aufnehmen.
Weltbank, EU und andere Geberländer wollen Guinea 90 Millionen Kredite in den nächsten drei Jahren geben für Wasser- und Stromversorgung und Beschäftigungsprogramme für arbeitslose Jugendliche. In vielen Teilen von Conakry gibt es seit fünf Jahren keine Wasserversorgung mehr.
Präsident Lansana Conté liegt in einer Schweizer Klinik im Sterben. Für den Fall seines Todes wird in dem westafrikanischen Land ein Bürgerkrieg befürchtet. Guineas Parteienlandschaft ist nach Ethnien sortiert, und nach Contés Tod dürften Machtkämpfe ausbrechen.
Das Militär hat nach dem Tod von Lansana Conté, der 24 Jahre an der Macht war, einen Putsch verübt. Trotz immenser Bodenschätze war die Bevölkerung unter Contés Regierung bettelarm geblieben.
Kurz vor der mehrere Male verschobenen Stichwahl am 24. Oktober gab es in Conakry wieder gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen Anhängern der beiden Kandidaten mit Toten und Verletzten. 170 Menschen wurden festgenommen. Der Oppositionskandidat Diallo erhielt im ersten Wahlgang im Juni 44% der Stimmen, sein Konkurrent Conté nur 18%. Die beiden kommen aus verschiedenen Volksgruppen. Von Conté sagt man, dass er die Gunst der Militär-Junta genießt.