Schlagwort: Guinea

Weltbank, EU und andere Geberländer wollen Guinea 90 Millionen Kredite in den nächsten drei Jahren geben für Wasser- und Stromversorgung und Beschäftigungsprogramme für arbeitslose Jugendliche. In vielen Teilen von Conakry gibt es seit fünf Jahren keine Wasserversorgung mehr.

Präsident Lansana Conté liegt in einer Schweizer Klinik im Sterben. Für den Fall seines Todes wird in dem westafrikanischen Land ein Bürgerkrieg befürchtet. Guineas Parteienlandschaft ist nach Ethnien sortiert, und nach Contés Tod dürften Machtkämpfe ausbrechen.

Zehn Tage nach Verhängung des Notstands, hat Guinea nun bis auf weiteres seine Grenze zu Nachbarländern geschlossen. Erst nach Veröffentlichung der Wahlresultate durch den obersten Gerichtshof kann die Sperre aufgehoben werden.

Das Militär hat nach dem Tod von Lansana Conté, der 24 Jahre an der Macht war, einen Putsch verübt. Trotz immenser Bodenschätze war die Bevölkerung unter Contés Regierung bettelarm geblieben.

Kurz vor der mehrere Male verschobenen Stichwahl am 24. Oktober gab es in Conakry wieder gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen Anhängern der beiden Kandidaten mit Toten und Verletzten. 170 Menschen wurden festgenommen. Der Oppositionskandidat Diallo erhielt im ersten Wahlgang im Juni 44% der Stimmen, sein Konkurrent Conté nur 18%. Die beiden kommen aus verschiedenen Volksgruppen. Von Conté sagt man, dass er die Gunst der Militär-Junta genießt.

Einen Monat nach seiner Ernennung zum Premierminister hat Lansana Kouyate sein Kabinett vorgestellt, das von Präsident Conte abgesegnet ist.

In der Hauptstadt Conakry und in vorher nicht befallenen Gebieten wie Telimele und Boffa hat WHO neue Fälle gemeldet. Die Lage ist längst nicht unter Kontrolle. Seit Ausbruch der Epidemie vor zwei Monaten wurden 281 Fälle klinisch bestätigt. Von diesen starben 185 in Guinea. Kürzlich gab es auch in Sierra Leone vier Opfer. Gefährlich ist, dass der Virus unkontrolliert weitergetragen wird, wenn die Infizierten von ihren Verwandten vor der Gesundheitsbehörde versteckt werden.

Eine verbotene Demonstration gegen Oberst Camara, der nach dem Tod von Präsident Lansana Conte einen unblutigen Militärputsch angeführt hatte, an der über 50.000 Menschen teilnahmen, wurde von der Armee blutig niedergeschlagen. Menschenrechtsorganisationen sprechen von 157 Toten und über 1.000 Verletzten. Die EU hat die Massaker scharf verurteilt. Die westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft ECOWAS erwägt Sanktionen gegen Guinea zu verhängen.

Drei Wochen dauerte die Auszählung der Stimmen. Präsident Condé mit den alliierten Parteien hat 60 der 114 Sitze gewonnen, ein Resultat, das die Opposition wegen angeblichen Manipulationen nicht anerkennen will. Condé wies den Vorwurf zurück; die Wahl sei „transparent und demokratisch“ verlaufen.

Nach dem gescheiterten Attentat auf den Staatschef Camara kommt die Hauptstadt Conakry nicht zur Ruhe. An eine baldige Rückkehr des verletzten Camara aus Marokko ist nicht zu denken, was die Spannungen in der militärischen Elite noch steigert. Kirchenleute vermuten, dass Interessen der Drogenhändler hinter dem Attentat stehen könnten, da Camara, trotz aller Mängel, sich energisch für die Bekämpfung krimineller Gruppen eingesetzt hätte, die sein Land als Zentrum des Kokainhandels nutzen.

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