Schlagwort: Eritrea

Biniam Girmay schrieb Geschichte: als erster Schwarzafrikaner gewann er eine Grand-Tour-Etappe. Der 22-jährige Eritreer gewann die 10. Etappe des Giro d’Italia im Zielsprint vor Mathieu van der Poel. Girmay fährt für Intermarche-Wanty-Gobert und gibt beim diesjährigen Giro sein Debüt bei der Grand Tour. Als er die Etappe gewann, erhielt er von Van der Poel einen Daumen hoch, als der niederländische Superstar seine Niederlage einräumte.

Im Alter von 127 Jahren ist Herr Natabay in seinem Dorf Azefa friedlich verstorben; der Ort hat etwa 300 Einwohner und liegt in einer von Bergen umgebenen Schlucht. Einträge in dem Kirchenbuch zeigen sein Geburts- und Taufdatum im Jahr 1984 an. Er heiratete im Jahr 1934 und seine Frau starb im Jahr 2019 im Alter von 99 Jahren. Zu Lebzeiten war Herr Natabay Viehzüchter, der viele Rinder, Ziegen und Honigbienen besaß und fünf Generationen seiner Familie aufwachsen sah. Seine Familie hofft, dass er einen Platz im Guinness-Buch der Rekorde als ältester Mensch aller Zeiten erhalten wird. Die Französin Jeanne Calment, die 1997 im Alter von 122 Jahren starb, ist bisher der älteste Mensch, der je gelebt hat.

Die katholischen Bischöfe beklagen die Schließung und Verstaatlichung katholischer Schulen durch die Regierung und fordern die betroffenen Behörden auf, ihre Maßnahmen zu überdenken und der Kirche zu erlauben, ihren Dienst anzubieten, indem sie „zur ganzheitlichen Entwicklung der menschlichen Person beiträgt.“ Bereits 2018 wurden kircheneigene weiterführende Schulen beschlagnahmt und „in letzter Zeit haben Verfahren zur Beschlagnahmung oder alternativ zur Schließung unserer verbleibenden Bildungseinrichtungen, von Vorschulen bis zu mittleren Grundschulen, die über das ganze Land verstreut sind, begonnen.“

Sr. Tsegereda Yonannes, wurde zur Generalsekretärin der eritreischen Bischofskonferenz gewählt. Fast 5 Jahre lang war sie „Chaplain“ der katholischen Universitätsstudenten in Eritrea; auch war sie in der Provinzleitung der Comboni-Missionsschwestern in der Region. Sie betonte, dass sie sich bemühen wird, „pastorale, humanitäre und soziale Aktivitäten zum Aufbau der Gesellschaft im Namen der katholischen Kirche für alle Menschen in Eritrea durchzuführen, unabhängig von ihrer Ethnie, ihrem Glauben oder ihrem Alter.“

Ibrahim Omer ist seit kurzem Neuseelands erster afrikanischer Abgeordneter. Er floh 2003 über den benachbarten Sudan nach Neuseeland, arbeitete als Reinigungskraft und sparte Geld für ein Studium an der Victoria Universität in Wellington. Dann ging er in die Politik und gehört zur Labour-Partei des Landes.  In seiner neuen Position will er sich dafür einsetzen, dass Flüchtlinge „bessere Chancen auf ein menschenwürdiges Leben haben“.  

Eritrea – Der Oberste Gerichtshof Kanadas hat entschieden, dass ein kanadisches Bergbauunternehmen, das in Eritrea tätig war, in Kanada verklagt werden kann. Es gab der Klage von drei Eritreern gegen Nevsun Resources statt. Die geflohenen Arbeiter behaupten, dass sie und 1000 andere zwischen 2008 und 2012 durch Eritreas Militärdienst zur Arbeit für den Bau von Nevsuns Gold-, Kupfer- und Zinkmine Bisha zwangsverpflichtet worden und unmenschlichen Behandlungen ausgesetzt waren.

Eritrea – Nachdem die Regierung im Juni alle von der katholischen Kirche betriebenen Gesundheitszentren beschlagnahmt hat und Tausende von Patienten ohne Fürsorge ließ, sind es jetzt die weiterführenden Schulen. Heute Morgen erreichte die katholische Kirche und andere christliche und muslimische Gruppen der Befehl, den Betrieb der Schulen sofort zu übergeben. Sieben Schulen haben die Behörden bereits übernommen. Sicherheitskräfte sind auf weiteren Schulgeländen und fordern die Übergabe. Die meisten Schüler der betroffenen Schulen sollen aus wirtschaftlich benachteiligten Familien kommen. Die Schulen selbst sind meist angesehene Einrichtungen. Wie bei den Krankenhäusern, gibt die Regierung die 1995 eingeführten Vorschriften als Grund an; in Wirklichkeit ist es die Kritik der Kirche an der Herrschaft von Präsident Afwerki, der keine politischen Reformen oder nationale Wahlen duldet.

Eritrea – Die Ordensfrauen wurden von Zager regelrecht vertrieben. Am meisten bedrückt sie das Schicksal der kranken Menschen, denn fast alle der 22 geschlossenen Kliniken liegen in den armen, ländlichen Gegenden. Auf die Forderung der Bischöfe um eine Erklärung, teilte die Regierung mit, es ginge um eine Norm von 1995, dass der Staat soziale Dienste ausüben soll. Die Katholiken fürchten, dass auch Bildungseinrichtungen und Kindergärten geschlossen werden könnten.

Eritrea – Nach jahrzehntelanger Kooperation im Gesundheitswesen will jetzt die Regierung alle kirchlichen Einrichtungen verstaatlichen. Wo die Kirche sich weigerte, rückten Militär und Polizei an, entfernten Patienten und Personal und schlossen die Kliniken. Das Motiv ist nicht ganz klar. Vermutet wird, dass die Regierung sich räche für die Reformforderungen der Kirche nach dem Friedensabkommen mit Äthiopien.

Eritrea – Die Straßen der 500.000 Einwohner Hauptstadt sind ungewollt verhältnismäßig frei von Autos. Gründe sind: langer Freiheitskrieg, Nachbarkonflikte, jahrelange internationale Isolation, hohe Einfuhrgebühren, knapper Treibstoff und die massenweise Abwanderung junger Eritreer. Das sicherste, zuverlässigste und erschwinglichste Transportmittel und oft der Lebensretter, ist das Fahrrad. Eritreer fahren Fahrräder aller Art, Altersstufen und Farben: Mountainbikes, Citybikes, Rennräder. Jung und Alt, Frauen und Männer, Sportler und Hausfrauen – alle lieben die „bicicletta“, das aus dem Italienischen entlehnte Wort für Fahrrad. Kein Wunder, dass Radrennen der beliebteste Sport ist. Seit dem Friedensvertrag mit Äthiopien und der Grenzöffnung nach 20 Jahren wird das tägliche Leben in Asmara langsam etwas leichter.

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