Schlagwort: Eritrea

Eritrea – Um den Migrantenstrom von Eritrea auf dem Weg zum Mittelmeer einzudämmen, versucht eine multinationale Initiative durch Ausbildung und Arbeitsplätze entlang der äthiopischen Grenze junge Menschen von der weiteren Flucht abzubringen. In einem von UK, EU und der Weltbank finanzierten Industriepark um die Städte Mekelle, Jimma und Ziway soll es 100.000 Arbeitsplätze geben. Premier Desalegn sieht darin auch für junge Äthiopier eine willkommene Chance.

Eritrea – Nachdem sich die Friedenstruppe von Katar plötzlich von der umstrittenen Grenzregion zwischen Eritrea und Djibouti zurückgezogen hat, will die AU eine Delegation dorthin schicken. Seit 2010 haben 450 Katarer vermittelt; jetzt rief sie der politische Konflikt mit arabischen Nachbarn nach Hause zurück.

Eritrea – Das Land feiert dieses Jahr 25 Jahre Unabhängigkeit von Äthiopien. Während positive Entwicklungen in Gesundheitswesen, Wasser- und Energieversorgung sowie Bildung gepriesen werden, sehnt sich die Bevölkerung nach Befreiung. Die Menschen leben unter einem repressiven Regime, isoliert vom Rest der Welt und ohne Hoffnung auf Frieden und Freiheit. Kein Wunder, dass ein Großteil der Migranten, die übers Mittelmeer nach Europa kommen, Eritreer sind.

Eritrea – Die Untersuchungskommission des UN-Menschenrechtsrats stellt fest, dass Eritreas‘ Regierung, Verbrechen gegen die Menschlichkeit an der eigenen Bevölkerung begeht. Die Verbrechen werden vor allem von den Sicherheitskräfte und den Verantwortlichen des Militärs begannen. Die Regierung sollte vor dem Internationalen Strafgerichtshof angeklagt werden.

Eritrea – Der 35-jährige Eritreer Medhani Yehdego Mered, einer der gefährlichsten Menschenschleuser zwischen Afrika und Italien, mit durchschnittlich 8,000 Kunden pro Jahr, konnte im Sudan gefasst und nach Sizilien geflogen werden. Er kollaborierte mit andern Schmugglern und hielt Flüchtlinge fest, um Lösegeld von deren Familien zu erpressen. Die durch den Menschenhandel angehäuften Million soll er teilweise in Dubai angelegt haben. In Palermo muss er sich verantworten.

Eritrea – Nach Einstufung von ‚Reporter ohne Grenzen‘ ist Eritrea mit Platz 180 von 180 nach China und Nordkorea das Schlusslicht in der Liste der unfreien Länder. Es gibt keine unabhängigen Medien und keine ausländischen Berichterstatter. Zahlreiche eritreische Journalisten sind im Gefängnis, sieben von ihnen starben in der Haft. Selbst im Ausland sind sie vor den Schergen der Geheimpolizei nicht sicher. Kein Wunder, dass Eritreer den höchsten Anteil an afrikanischen Flüchtlingen stellen, die nach Europa kommen.

Eritrea – Jeden Monat fliehen etwa 5,000 junge Menschen aus ihrer Heimat, weil sie die Überwachung, Zwangsarbeit, Folter, Verschleppung, willkürliche Hinrichtungen und den lebenslangen Militärdienst nicht hinnehmen können. Eritrea verteidigt den unbefristeten Wehrdienst als notwendig gegen den Erzfeind Äthiopien, von dem sich Eritrea in einem langen Befreiungskrieg getrennt hat, aber sich immer noch bedroht fühlt. Laut UN-Berichten sind etwa 360,000 Eritreer als Flüchtlinge in Europa registriert, die weitaus größte Gruppe aus Afrika.

Eritrea – Eritreische Staatsbürger, die der Diktatur ihres Landes entflohen sind, müssen 2% ihres Nettoeinkommens, sogar von Sozialleistungen, an ihre Regierung in Asmara zahlen. Man nennt es „Aufbausteuer“, geht aber in die Zahlung von Waffen. Fast ein Viertel der Bevölkerung soll im Ausland leben; die meisten zahlen die Zwangssteuer durch die Botschaften, um die nötigen Papiere zu bekommen und ihre noch in Eritrea lebenden Familien zu schützen. Noch immer verlassen monatlich etwa 2000 Eritreer ihr Land, weil sie dem Folterregime und dem lebenslangem Militärdienst entkommen wollen.

Eritrea – Eine neue Einberufung zum Wehrdienst treibt viele junge Menschen über die Grenze nach Äthiopien. 6,000 Eritreer, zwischen 18 und 25, haben in den letzten 37 Tagen dort um Asyl angesucht. Manche machen sich gleich auf nach Italien. Offizieller Wehrdienst ist 41/2 Jahre, kann aber bis 40 Jahre ausgedehnt werden, eine Perspektive, die junge Menschen abschreckt.

Außenminister Ali Said Abdella ist in Asmara einem Herzschlag erlegen.

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