Schlagwort: Eritrea

Äthiopien und Eritrea treffen sich in Den Haag zu einem letzten Versuch, sich über die Demarkierung ihrer Grenzen zu einigen. Nach November wird die internationale Grenzkommission eine Grenzlinie festlegen. Beobachter befürchten einen neuen Krieg.

Ein Bericht für den UN-Sicherheitsrat beschuldigt Eritrea, die Milizen der islamischen Gerichte – auch Shabas genannt – mit großen Mengen von Waffen ausgerüstet zu haben, einschließlich russischer Luftabwehrraketen. Eritrea weist die Anklagen zurück.

Im letzten Bericht von „Amnesty International“ wird Eritrea vorgeworfen, in den vergangenen Jahren bei einer Bevölkerung von nur 5,4 Mio., 10,000 politische Gefangene inhaftiert zu halten, oft unter grausamen Bedingungen, in Bunkern und Containern in der Wüste. Staatschef Isaias Afeworki verlangt „Kadavergehorsam“. Wer auswandert, ist ein Deserteur. Doch sind es gerade die Auswanderer, die durch ihre Geldüberweisungen das Land finanziell über Wasser halten. Die Regierung in Asmara weist diese Berichte als „wilde Spekulation“ zurück.

Der UN-Sicherheitsrat nahm einstimmig eine Resolution an, die Eritrea und Äthiopien ein Waffen- und Handelsembargo androht, falls sie nicht binnen 30 Tagen die Grenzentscheidung der UN-Kommission annehmen. Eritrea darf auch nicht weiter die Luftüberwachung der Grenze behindern.

Nach Medienberichent hat die Regierung den Patriarchen der orthodoxen Kirche Antonios seines Amtes enthoben, als er gegen die Verhaftung von drei Priestern protestierte. Die Regierung bestreitet die Behauptung. Menschenrechtsgruppen klagen die Regierung an, religiöse Gruppen, die nicht zu den vier von Regierung anerkannten Religionen gehören, zu verfolgen.

Der Bischof von Asmara hat sich nach dem Tod von über 70 Flüchtlingen aus seinem Land zum Flüchtlingsproblem geäußert. Die Fliehenden sollen in Seenot gesichtet worden sein, erhielten aber keine Hilfe. Europa müsse die illegale Einwanderung nach Europa von der afrikanischen Perspektive sehen. Wenn junge Menschen in ihren Heimatländern Möglichkeiten sähen wie Arbeit, Nahrung, Entwicklung, würden sie so schnell nicht auswandern. Der neue Masterplan der EU-Kommission zur „gerechteren Verteilung“ der Flüchtlinge genüge nicht.

Bis zu 30,000 Eritreer sollen, laut einem HRW Bericht, seit 2007 in die Sinai Halbinsel verschleppt worden sein, wo sie bei den Beduinen Opfer grausamster Folter und Lösegeld-Erpressungen wurden. 600 Mio. Dollar sollen so eingegangen sein. Sicherheitskräfte von Eritrea und dem Sudan sollen den Verbrecherbanden geholfen haben, was die Regierung vehement dementiert. Oft sind es bedrohte, ausreisewillige Menschen, die den Banden in die Hände fallen. Auf ihrem Leidensweg werden sie mehrmals verkauft.

Die Regierung hat 13 christliche Missionare ausgewiesen, darunter vier Comboni Missionare und zwei Comboni Schwestern. Ein Grund wurde nicht angegeben. Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) protestierte gegen die Ausweisung und gegen die Verletzung der Religionsfreiheit in Eritrea.

Nach Angaben der französischen Menschenrechtsorganisation “Offene Türen” hat die Regierung Geldspenden von Gläubigen der örtlichen orthodoxen Kirchen beschlagnahmt, die zur Bezahlung des Klerus bestimmt waren, und eine Reduzierung des Klerus gefordert. Die orthodoxen Kirchenführer hätten der Anordnung Folge geleistet, die Katholiken weigerten sich hingegen, die Anzahl der Geistlichen zu verringern.

Drei über 80 Jahre alte Männer waren wegen ihres Glaubens monatelang eingesperrt, zwei von ihnen in einem Militärstraflager in Untergrundzellen und Frachtcontainern. Gegen Kaution wurden sie frei. Es sollen noch bis zu 3.000 Christen, besonders von evangelikalen und Pfingstkirchen, unter unmenschlichen Bedingungen eingesperrt sein. Im Januar sind zwei in der Haft gestorben.

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