Schlagwort: Elfenbeinküste

Diese Stadt im Westen des Landes ist der Ort der größten Grausamkeiten in der Krise nach den letzten Wahlen. Es soll dort Massengräber mit Hunderten von Opfern geben. Der erste Besuch des Präsidenten soll als Geste der Versöhnung gelten. Noch immer gibt es Sicherheitsprobleme in der Region, in der etwa 170,000 Binnenflüchtlinge ihr Dasein fristen.

Human Rights Watch (HRW) wirft der Regierung der Elfenbeinküste vor, ehemalige Kindersoldaten aus dem Nachbarland Liberia in die Armee zu rekrutieren.

Trotz Gerüchten um seinen Rücktritt scheint der Altpräsident sich immer noch zu weigern, die Macht an seinen Rivalen abzugeben. Während er sich verschanzt und seine eigenen Soldaten ihn in Scharen verlassen – nach Augenzeugen sollen in der letzten Nacht viele in einer Kirche Uniform und Waffen abgelegt haben – plant die UNO seine Abreise ins Exil. Die AU verurteilt das Eingreifen der UNO und Frankreichs. Gbagbo soll gehe, aber nicht von ausländischen Truppen dazu gezwungen werden.

Die Befehlshaber der kriegsführenden Parteien erklärten in Yamoussoukro, dass am 8. Juni mit der Entwaffnung beider Seiten begonnen werden soll.

Kurz vor der Ankunft des südafrikanischen Präsidenten Thabo Mbeki hat die Regierung den Abzug der 4.000 französischen Truppen, die die Demarkationslinie bewachen, gefordert und ihr Misstrauen gegen die Internationale Arbeitsgruppe der UNO ausgesprochen. Die Rebellen halten Mbeki für parteiisch und lehnen ihn als Mediator ab.

Der UN Beauftragte spricht von beachtlichem Fortschritt in den Vorbereitungen für die Präsidentschaftswahlen, die schon in 2005 fällig waren, aber immer wieder verschoben werden mussten. Neben dem Disput über die Wählerlisten ist auch der Zeitplan für die Wiedervereinigung des Landes noch ein Hindernis.

Die ivorischen Behörden behaupten, einen Putsch gegen die Regierung von Ouattara entdeckt und vereitelt zu haben. Bei den Verschwörern sollen Anhänger des abgewählten Präsidenten Gbagbo gewesen sein, der sich zurzeit in Den Haag wegen Gräueltaten nach der letzten Wahl verantworten muss. Ähnlich wie in Mali, waren die Besetzung des Rundfunksenders, eine Videobotschaft, Ausgangssperre und die Einsetzung eines Militärrats geplant. Gbagbo hat noch viele Anhänger, besonders in ländlichen Gebieten, und Waffen gibt es in Mengen.

Ein Augenzeuge berichtete einem französischen Fernsehsender, wie der 2004 entführte franco-kanadische Journalist Guy-André im Präsidentpalast nach zwei Tagen Misshandlungen ermordet wurde.

Die Regierungspartei RDR von Präsident Alassane Ouattara zusammen mit der Koalitionspartei PDCI gewannen 80% der Parlamentssitze bei einer Wahlbeteiligung von nur 36%. Die Opposition, deren Anführer Laurent Ggabo vor dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag angeklagt ist, boykottierte die Wahlen.

Der international anerkannte Präsident Ouattara fordert einen Stopp von Kakao und Kaffe Exporten, um dem Alt-Präsidenten Gbagbo die Mittel zu nehmen. Seit der von Gbagbo ernannte Gouverneur der Zentralbank zurückgetreten ist, wird er nicht mehr so leicht an Geld kommen wie bisher. Man hofft, dass diplomatische Isolation und wirtschaftliche Sanktionen den Machtkampf beenden könnten.

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