Schlagwort: Elfenbeinküste

Nach viertätigen Verhandlungen unter der Vermittlung von Thabo Mbeki sind die Konfliktparteien übereingekommen, die Feindseligkeiten zu beenden. Alle Milizen sollen so bald wie möglich entwaffnet werden. Noch in diesem Jahre werden Wahlen abgehalten. Die umstrittene Frage der Bedingungen für eine Präsidentschaftskandidatur sollen mit dem UN-Generalsekretär und der Afrikanischen Union erörtert werden.

Der zweimalige Ausbruch der Vogelgrippe seit 2006 hat den Geflügelproduzenten und Importeuren schweren Schaden zugefügt. Die Angst vor Infektion hat den Geflügelkonsum halbiert.

Der UNO Menschenrechtsbeauftragte berichtet von zwei Massengräbern in einem Vorort von Abidjan mit Überresten von etwa 50 Opfern. Anwohner behaupten, die Männer seien nach der Festnahme von Gbagbo von dessen Anhängern getötet worden.

Friedenstruppen und Helfer haben sich in Krisengebieten wie Elfenbeinküste und Sudan an sechsjährigen Kindern vergangen, sagt das Kinderhilfswerk. Der schockierendste Aspekt an dem Missbrauch ist, dass es keine Fahndung gibt, weil die Opfer zu bange sind, auszusagen.

Das Internationale Rote Kreuz berichtet von über 800 Toten allein in der Stadt Duékoué. „Zahlreiche Massengräber“ sollen im Westen gefunden worden sein. Die beiden Gruppen schieben sich gegenseitig die Verantwortung für die Opfer zu. Die letzte Runde des Machtkampfes wird nun in der größten Stadt Abidjan ausgetragen. Dort ist ein Direktor der Caritas, ein Priester der Erzdiözese, von Ouattara Anhängern verschleppt worden. Etwa eine Million Menschen sollen in dem ehemaligen Musterstaat auf der Flucht sein.

In einem Interview mit dem französischen Sender RFI hat der Armeechef Matthias Doué unmissverständlich mit einem Militärputsch gedroht, sollte Präsident Ggagbo weiterhin den Friedensprozess blockieren und die für Oktober geplanten Wahlen verhindern.

Auf seinem Staatsbesuch im Senegal hat der französische Präsident Jacques Chirac den Rückzug der französischen Truppen aus der Elfenbeinküste angeboten, wenn die afrikanischen Regierungschefs es wollen. Frankreich hat seit 2002 4.000 Soldaten in der Elfenbeinküste, um eine Pufferzone zwischen Regierungstruppen und nördlichen Rebellen zu schützen.

Frankreichs Verteidigungsminister glaubt, dass die Krise „binnen Stunden vorüber“ sei. Auf Bitten von Ban Ki Moon waren neben UN-Truppen auch französische Hubschrauber im Einsatz, um den Präsidentenpalast anzugreifen und Gbagbos Waffenlager zu zerstören. Gbagbo selbst soll zurzeit über Bedingungen einer Kapitulation verhandeln.

Die Friedensmission soll noch weitere sechs Monate im Land bleiben und wird so die lang erwartete Präsidentenwahl begleiten können. Der Sicherheitsrat hofft, dass die Regierung den Zeitplan einhalten wird und sich für faire und freie Wahlen entscheidet.

Anführer der Oppositionspartei RDR, Alassane Ouattara, der bei den letzten Wahlen wegen der Nationalitätenfrage von der Wahlen ausgeschlossen wurde, kehrte aus seinem 3-jährigen Exil in Paris in die Heimat zurück. Nach den Ausschreitungen gegen die UN-Friedenstruppen überlegt der UN-Sicherheitsrat mögliche Sanktionen gegen die Elfenbeinküste.

Länder