Schlagwort: Elfenbeinküste

Die Anhänger der beiden Präsidenten, Gbagbo und Ouattara, lieferten sich heftigen Schusswechsel in den Straßen der Metropole, besonders als Ouattaras frühere Rebellen den staatlichen Fernsehsender besetzen wollten. Die meisten Demonstrationen gehen gegen Gbagbo, der von der staatlichen Armee unterstützt wird. Es gab mehrere Tote; im Stadtzentrum waren Explosionen zu hören. Tausende Ivorer, meist Frauen und Kinder, sind aus Angst in Nachbarländer geflohen.

Eine nicht identifizierte bewaffnete Gruppe hat eine Polizeistation in den Vororten von Abidjan angegriffen und später die Kleinstadt Agboville nördlich der Hauptstadt zeitweilig übernommen und 1.500 Gefangene entlassen. Während die Regierung die Rebellen im Norden anklagt, sehen Beobachter die Aktion als Versuch der Hardliner, die Organisationen von Wahlen zu verhindern.

Anzeichen einer langsamen Normalisierung ist die Wiedereröffnung der größten Universität des Nordens in Bouaké mit 500 Studenten. Vor dem Ausbruch des Konflikts studierten dort 13.000.

Die Polizei ging mit Tränengas und Knüppeln gegen die aufgebrachte Bevölkerung vor, die sich wegen den rasant ansteigenden Lebensmittelpreisen in ihrer Existenz bedroht sieht. Die Hauptunruhen, bei denen es auch Verletzte gab, waren in der Hauptstadt Abidjan, einem Luxusresort und vor der Präsidentenvilla zu verzeichnen. Spannungen wegen gesteigerten Lebenshaltungskosten sind in ganz Westafrika zu spüren.

Präsident Gbagbo besucht zum ersten Mal den extremen Norden seines Landes, eine früher von Rebellen kontrollierte Zone. Einen Tag zuvor hatten er und Ex-Rebellenchef Soro sich, unter Vermittlung des Präsidenten von Burkina Faso, auf das Datum für Präsidentschafts- und Parlamentswahlen bis spätestens Ende des ersten Halbjahres 2008 geeinigt.

Die Machtkämpfe in der Folge der 2010 Präsidentschaftswahlen führten zur Schließung aller Universitäten. Im September soll der Studienbetrieb für die 61000 Studenten der fünf staatlichen Universitäten nach einer zwei-jährigen Pause wieder aufgenommen werden.

60 Menschen, meist Kinder und Jugendliche, starben in der Neujahrsnacht, als es vor dem Stadion nach einem Konzert mit Feuerwerk zu einem Gedränge kam. Über 200 sollen verletzt sein. Laut Berichten von Überlebenden soll die Massenpanik ausgebrochen sein, als Sicherheitskräfte versuchten, die Menschenansammlung zu zerstreuen. Dabei sollte die Feier, zu der etwa 50,000 Menschen zusammen gekommen waren, ein Symbol für das Ende der Konflikte und für einen friedlichen Neuanfang sein. Präsident Ouattara hat eine dreitägige Staatstrauer angeordnet.

Der vatikanische Botschafter und sein Fahrer kamen um, als auf der Rückreise von einer Priesterweihe sein Wagen mit einem andern Pkw kollidierte. Der Sekretär und eine Ordensschwester wurden schwer verletzt. Erzbischof Ambroise Madtha, aus Indien stammend, diente schon seit 1990 der vatikanischen Diplomatie. Präsident Ouattara drückte sein Beileid über das Unglück aus. Während der politischen Krise 2010/2011 hatte der Nuntius hinter den Kulissen zu vermitteln versucht und sich für Dialog und Versöhnung eingesetzt.

Gbagbo hat die Beschlagnahme der Büros der regionalen Zentralbank angeordnet, um die Kontrolle über die Staatsfinanzen halten zu können. Inzwischen wurde bekannt, dass Simbabwes Präsident Mugabe seinen starrsinnigen Freund Gbagbo mit Waffen versorgt. Ein gechartertes Antonov An-22 Frachtflugzeug hat über Weihnachten Tonnen von Waffen von Harare zur Elfenbeinküste gebracht. Als Zahlung versprach Gbagbo Erdöl.

Die Regierung hat den 25-jährigen Youssouf Fofana, der wegen Folter und Ermordung des französischen Juden Ilan Halimi in Paris angeklagt ist, an die Behörden in Frankreich ausgeliefert.

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