Schlagwort: Elfenbeinküste

Nach der Wiederwahl von Präsident Alassane Ouattara für eine umstrittene dritte Amtszeit, werden in der südzentralen Stadt M’Batto weitere Zusammenstöße gemeldet. Die Stadt gilt als loyal gegenüber dem Oppositionskandidaten Pascal Affi N’Guessan, der am 6.11.2020 verhaftet wurde. Er wird wegen Terrorismus und Aufruhr angeklagt, nachdem er die Wiederwahl von Präsident Ouattara abgelehnt und die Einsetzung einer Parallelregierung angekündigt hatte.

Sicherheitskräfte haben die Häuser von Oppositionsführern umstellt, nachdem diese erklärten, sie bildeten einen „Nationalen Übergangsrat“, eine Parallelregierung. Präsident Ouattara, gewann mit 94% die Wahlen, die von der Opposition boykottiert wurde, da sie die Bewerbung des Amtsinhabers um eine dritte Amtszeit für verfassungswidrig erklärte.

Das oberste Gericht machte den Weg für eine umstrittene 3. Amtszeit für Präsident Alassane Ouattara frei; dagegen untersagte das Verwaltungsgericht des Landes dem ehemaligen Präsidenten Laurent Gbagbo und Ex-Rebellenführer Guillaume Soro bei der Wahl Ende Oktober antreten dürfen. In mehreren Städten kam es zu Protesten und gewalttätigen Auseinandersetzungen. Ouattaras erneute Kandidatur wird von seinen Gegnern als „Putsch“ verurteilt. Ein politisches Chaos wird befürchtet. In der Vergangenheit machte das Land schwere Krisen durch:  1999 einen Militärputsch, 2002 einen Bürgerkrieg und 2010, nach der Präsidentschaftswahl, schwere Unruhen mit rund 3000 Toten.

Verteidigungsminister Hamed Bakayoko, wurde zum Premierminister ernannt, nachdem er seit dem plötzlichen Tod von Amadou Gon Coulibaly am 8. Juli als Interimspremierminister fungierte. Er gilt als enger Mitarbeiter von Präsident Alassane Ouattara und Stütze des herrschenden Regimes. Seit 2017 leitet er das Verteidigungsressort, nachdem er ab 2011 Innenminister war. Die Präsidentschaftswahlen am 31.  Oktober 2020 werden nach Jahren der politischen Turbulenzen im Land voller Spannungen sein.

Orange, der französische Telekommunikationsanbieter, begann mit dem digitalen Bankverkehr in der Elfenbeinküste, wo bereits Millionen von Kunden die mobilen Geldtransferdienste von Orange nutzen. In den nächsten 5 Jahren sollen es 10 Millionen Kunden werden. In nächster Zukunft ist eine Expansion in die westafrikanischen Länder Senegal, Mali und Burkina Faso geplant.

Elfenbeinküste – Die Entscheidung von Präsident Alassane Ouattara, auf eine Kanditatur bei den Wahlen im Oktober verzichten, wurde allgemein begrüßt. Nach zwei Amtszeiten möchte der 78-Jährige die politische Führung seines Landes an eine jüngere Generation übergeben. Seine engsten Rivalen, der 85-jährige Henri Konan Bédié und der 76-jährige Laurent Gbagbo haben ihre Entscheidung noch nicht bekannt gegeben. Ouattara wird seinen jetzigen Premierminister Amadou Gon Coulibaly im Wahlkampf unterstützen.

Elfenbeinküste – Plastikmüll überschwemmt die Atlantikküste, während Hunderttausende Kinder kein Klassenzimmer haben. Eine Gemeinde fing an, Deponiemüll in Ziegelsteine umzuwandeln. Weil aber das Land mindestens 15.000 Klassenzimmer braucht, ist UNICEF eine innovative Partnerschaft mit einem kolumbianischen Sozialunternehmen eingegangen. „Conceptos Plasticos“ baut jetzt eine Recycling Fabrik vor Ort. Die einfach zu montierenden Plastikziegel, wie Legosteine, sind 100% aus Kunststoff, feuerfest, 40% billiger und 20% leichter als normale Ziegelsteine, sind wasserdicht, gut isoliert und halten Hunderte von Jahren.

Elfenbeinküste – Der frühere Präsident Laurent Gbagbo war vor dem Weltstrafgericht angeklagt, nach der verlorenen Wahl in 2010 für die blutige Gewalt, für Morde, Vergewaltigungen und Entführungen verantwortlich gewesen zu sein. Jetzt haben die Richter, mangels genügend vorgelegter Beweise, ihn freigesprochen und, sieben Jahre nach seiner Festnahme, seine Freilassung angeordnet. Gbagbo war der erste ehemalige Staatschef, der in Den Haag vor Gericht stand. Seine Anhänger jubelten, besonders seine Frau Simone, die in Abidjan zu 20 Jahren Haft verurteilt war, aber im August begnadigt wurde. Die Opfer der Gewalt, jedoch, sind gegen seine Freilassung.

Elfenbeinküste – Die 4. Weltkonferenz des Kakao Sektors fand letzten Monat in Berlin statt. 75% aller Kakao Bohnen kommen aus Afrika, bes. der Elfenbeinküste und Ghana, und werden unter schwierigsten Bedingungen produziert. Die Delegierten fordern ein Ende der Kinderarbeit und Umweltzerstörung und drängen auf bessere Lebensbedingungen der Bauern. Der Kakaopreis muss steigen, damit die Bauern leben können. Das Problem ist, dass alles auf freiwilliger Selbstverpflichtung ruht; es gibt kein Kontrollsystem und keine Sanktionen. Nestlé kauft p.a. 47.000 Tonnen Kakaobohnen von Plantagen, die keine Kinder beschäftigen.

Elfenbeinküste – Staats-und Regierungschefs aus 55 afrikanischen und 26 europäischen Ländern die sich in der ivorischen Hauptstadt trafen, sollten sich um eine „nachhaltige Zukunft“ für die Jugend mühen. Doch dann dominierten Berichte von Sklavenhandel in Libyen und mögliche Abhilfe. Hilfsorganisationen beschuldigen die EU, dass sie schon vorher von furchtbaren Zuständen in Libyen wusste und trotzdem fliehende Menschen dahin zurückbringen ließ. Gesetzte Prioritäten des Gipfels sind: Investitionen, Berufsausbildung, gemeinsame Sicherheitspolitik und legale Migration.

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