Schlagwort: Elfenbeinküste

Die wichtigsten Oppositionsparteien PDCI und RDR haben ein Bündnis unter dem Namen „Sammlung der Houphouetisten für Demokratie und Frieden“ – im Andenken an den ersten Präsidenten des Landes – geschlossen, um gemeinsam bei den für Oktober geplanten Wahlen gegen Präsident Ggagbo anzutreten.

Als eine erste Maßnahme im vereinbarten Friedensplan hat Präsident Laurent Ggagbo für die Streitkräfte eine gemeinsame Kommandostruktur geschaffen, in der Armee und Rebellen zu gleichen Teilen vertreten sind.

Der US Friedenskorps, besorgt um die Sicherheit der freiwilligen Helfer, hat das Programm zeitweilig eingestellt und das Personal nach Senegal geschickt. Über 40 Jahre hat sich die Organisation für Landwirtschaft, Gesundheit und Erziehung und gegen Wüstenbildung eingesetzt.

Trotz Waffenembargo rüsten Regierung und Rebellen wieder auf, gerade einen Monat vor den Präsidentschaftswahlen. Einnahmen vom Export von Kakao sollen für den Waffenkauf verwendet werden. Auch soll das Nachbarland Burkina Faso Waffen an die Rebellen liefern. Der Bürgerkrieg Anfang dieses Jahrzehnts hatte das Land gespalten, aber in 2007 gab es ein Friedensabkommen. Die großen ethnischen und religiösen Differenzen zwischen Nord und Süd machen ein Zusammenleben immer noch schwierig.

Der Sicherheitsrat der Afrikanischen Union (AU) hat beschlossen, der Elfenbeinküste eine Übergangsperiode von einem zu geben, da sich die geplanten Wahlen Ende Oktober als undurchführbar erwiesen. Präsident Ggagbo bleibt im Amt. Ein Premierminister mit einem Kabinett aus allen Kriegsparteien soll die Regierung führen.

Nach fünf Monaten werden die Vertreter der Rebellengruppen ‚Forces Nouvelles“ im Norden der Elfenbeinküste zum ersten Mal wieder an einer Kabinettssitzung teilnehmen. In Abobo wurden Oppositionsmitglieder, die vor einem Jahr von Sicherheitskräften getötet wurden, unter großer Anteilnahme der Bevölkerung offiziell beerdigt.

Frankreich hat den Abbau seines Truppenkontingents in der Elfenbeinküste um ein Viertel auf 1800 Mann angekündigt. Die Verringerung erfolgt unter Hinweis auf eine Beruhigung der politischen Lage, dient aber wohl auch einer Umverteilung der knappen Interventionskräfte vor allem zugunsten des französischen Engagements in Tschad.

Die frühere First Lady, Simone Gbagbo, die zusammen mit ihrem Mann nach den letzten Wahlen für Morde, Folter und Vertreibung verantwortlich gemacht wird, soll nicht nach Den Haag ausgeliefert werden, sondern einen fairen Prozess in der Heimat bekommen.

Papst Benedikt XVI. hat die neue Diözese von Agboville errichtet und den Priester Alexis Touably Youlo zum ersten Bischof ernannt. Die Diözese gehört zur Erzdiözese von Abidjan.

Regierung und Rebellen haben sich auf die Entwaffnung paramilitärischer Kämpfer geeinigt. Die „Neuen Kräfte“ und Milizen, die Präsident Gbagbo nahe stehen, sollten bis Ende Juli ihre Waffen abgeben, erklärten Gbagbo und Rebellenführer Soro nach einem Treffen mit UN-Generalsekretär Annan.

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