Schlagwort: Burkina Faso

Die Militärführung von Burkina Faso hat mit Russland ein Abkommen über den Bau eines Kernkraftwerks unterzeichnet. Seit ihrer Machtübernahme im vergangenen Jahr hat die Junta Russland um wirtschaftliche und militärische Unterstützung gebeten. Burkina Faso ist eines der am wenigsten elektrifizierten Länder der Welt, nur 21 % der Bevölkerung sind an das Stromnetz angeschlossen. Südafrika ist derzeit der einzige afrikanische Staat, der kommerziell Atomstrom produziert. Aber immer mehr Länder des Kontinents planen Kernkraftwerke: Russland unterstützt Ägypten beim Bau eines Kernkraftwerks im Wert von 30 Mrd. USD; 2017 unterzeichnete Russland auch ein Abkommen über den Bau von Kraftwerken in Nigeria, aber das Projekt hat noch nicht begonnen. Kenia hat ebenfalls Pläne für den Bau seines ersten Kernkraftwerks bis 2027 angekündigt, muss sich aber noch für einen internationalen Partner entscheiden.  Ruanda gab bekannt, dass es sich für das kanadisch-deutsche Unternehmen Dual Fluid Energy entschieden hat, um bis 2028 einen Kernreaktor zu bauen.

Die Militärjunta hat das französischsprachige Nachrichtenmagazin Jeune Afrique suspendiert und beschuldigt es, unwahre Artikel zu veröffentlichen. Die Anschuldigungen beziehen sich auf zwei kürzlich veröffentlichte Artikel, in denen über Unzufriedenheit im Militär berichtet wurde. Die Einstellung des Magazins ist das jüngste Beispiel für ein hartes Durchgreifen gegen französischsprachige Medien, seit das Militär in Burkina Faso im vergangenen Jahr die Macht übernommen hat.

Mali, Burkina Faso und Niger haben einen gegenseitigen Verteidigungspakt unterzeichnet. Die drei Sahelländer wollen sich gegenseitig gegen mögliche Bedrohungen durch bewaffnete Rebellionen oder Angriffe von außen helfen. Die unterzeichnete Charta „Allianz der Sahel-Staaten“ verpflichtet die Unterzeichner, sich im Falle eines Angriffs auf eines der Länder gegenseitig zu unterstützen – auch militärisch. Die Region Liptako-Gourma, in der die Grenzen zu Mali, Burkina Faso und Niger verlaufen, wurde in den letzten Jahren von bewaffneten Aufständen heimgesucht.

Mindestens 53 Soldaten und Freiwillige sind bei Zusammenstößen mit Rebellen in der Provinz Yatenga getötet worden. Die Armee versucht, Gebiete zurückzuerobern, um Vertriebenen die Rückkehr in ihre Heimat zu ermöglichen. Burkina Faso wurde von Anschlägen heimgesucht, die mit ISIL (ISIS) und Al-Qaida verbundenen Kämpfern verübt wurden und bei denen Tausende getötet, mehr als zwei Millionen Menschen vertrieben und Zehntausende an den Rand des Hungertodes gebracht wurden. Konfliktanalysten sagen, dass etwa die Hälfte des Landes sich außerhalb der Kontrolle der Regierung befindet. Der starke Mann des Landes ist Kapitän Ibrahim Traore, der im September 2022 im Alter von nur 34 Jahren die Macht übernahm und damit der jüngste Staatschef der Welt außerhalb des Königshauses ist. Letzte Woche führte Traore Beratungen mit einer russischen Delegation über Entwicklungs- und Militärzusammenarbeit und seine Außenministerin Olivia Rouamba in Teheran Gespräche mit Präsident Ebrahim Raissi, bei denen sie auf eine „stärkere bilaterale Zusammenarbeit“ mit dem Iran hoffte. Traore hat eine Rückkehr zur Demokratie mit Präsidentschaftswahlen bis Juli 2024 versprochen.

Die mangelhafte Verwaltung der öffentlichen Angelegenheiten wird als einer der Gründe für die beiden Staatsstreiche in Burkina Faso im vergangenen Jahr und für die große Unsicherheit genannt, die das Land seit 2015 erfasst hat. Der Volksaufstand von 2014, der die 27-jährige Herrschaft von Blaise Compaoré beendete, brachte den Wunsch der Bürgerinnen und Bürger zum Ausdruck, ihr Land nach den Grundsätzen der verantwortungsvollen Staatsführung und einer von politischer Einflussnahme freien öffentlichen Verwaltung wieder aufzubauen. Dieses Bestreben wurde 2015 vom damaligen Präsidenten Michel Kafando aufgegriffen, der die Grundlage für ein neues Gesetz zur Entpolitisierung der Regierung schuf. Das Gesetz könnte als Beispiel für andere Länder in der Region dienen, deren öffentliche Verwaltungen ähnliche Probleme haben. Reformen der Staatsführung sind in den meisten westafrikanischen Ländern von entscheidender Bedeutung, wo Unsicherheit und zunehmende Staatsstreiche durch Ausgrenzung, Ungerechtigkeit und sozioökonomische Ungleichheit genährt werden. Die meisten dieser Probleme sind auf schlechte Regierungspraktiken zurückzuführen. Die Putschisten in Mali, Guinea, Burkina Faso und kürzlich auch in Niger rechtfertigten ihre Handlungen mit dem Hinweis auf das Regierungsdefizit.

… und präsentiert das Beste der Menschheit“. Das schrieben Einheimische auf die Facebook-Seite, die sie öffneten, nachdem sie von der Entführung ihres Doktors hörten. Der australische Arzt Kenneth Elliot, der mit seiner Frau schon seit 1972 eine Klinik im Norden des Landes führte und der einzige Chirurg war, wurde vor 7 Jahren von der Terrorgruppe Al-Qaida entführt. Seine Frau wurde nach einiger Zeit freigelassen, aber seine Gefangenschaft dauerte 7 Jahre. Details zur Freilassung sind nicht bekannt. Weder die Regierung noch die Familie hätten Lösegeld bezahlt. Aber der inzwischen 88- Jährige Elliot ist „sicher und wohlauf“ und wieder mit seiner Familie vereint. Er braucht „Zeit und Privatsphäre“, um sich zu erholen.

Die Militärregierung von Burkina Faso hat die Ausstrahlung von France 24 in dem Land ausgesetzt, nachdem der Fernsehsender ein Interview mit dem Chef des nordafrikanischen Al-Qaida-Flügels AQIM ausgestrahlt hatte. Die Beziehungen zwischen Paris und Ouagadougou haben sich drastisch verschlechtert, seit das Militär in Burkina Faso im Oktober letzten Jahres durch einen Staatsstreich die Macht übernommen hat.

Eine kleine Gruppe von Aktivisten ist von Malis Hauptstadt Bamako nach Burkina Fasos Hauptstadt Ouagadougou gelaufen (860 km) , um ihre Unterstützung für eine Föderation zwischen Mali und Burkina Faso zu bekunden. Die Gruppe, die sich selbst „Die Wanderer für die afrikanische Einheit“ nennt, trug die Flaggen beider Länder und der Afrikanischen Union. Die Premierminister von Mali und Burkina Faso haben angekündigt, dass sie die Idee einer Föderation prüfen werden.

Während das Land gegen einen dschihadistischen Aufstand kämpft, hat das größte Filmfestival Afrikas am Samstag begonnen. Über 15.000 Menschen, darunter nigerianische Filmstars, werden erwartet. 100 Filme aus 35 afrikanischen Ländern und der Diaspora wurden in die engere Auswahl genommen. Unter ihnen ist „Sira“, der Favorit des diesjährigen Wettbewerbs. Das Werk der burkinischen Regisseurin Apolline Traore erzählt den Überlebenskampf einer Frau, die von Dschihadisten in der Sahelzone entführt wird. Seit seiner Gründung im Jahr 1969 wurde das alle zwei Jahre stattfindende Filmfestival FESPACO noch nie abgesagt. Präsidenten, Militärmachthaber oder Krisen mögen in Burkina Faso kommen und gehen, aber die FESPACO bleibt bestehen.

Die Soldaten waren laut Regierungsangaben in Oudalan, der nördlichen Grenzregion zu Mali, in einen Hinterhalt geraten. Es soll eine der bislang schwersten dschihadistischen Angriffe in der Region sein. Die Regierung machte keine spezielle Gruppierung verantwortlich, erklärte aber, dass bei einem Luftangriff 160 „Terroristen“ getötet worden seien. Die Sicherheitslagein Burkina Faso hat sich seit dem islamistischen Aufstand in Mali in 2016 sehr verschlechtert und hat seit 2020 zwei Putsche ausgelöst. Die regierende Junta hatte im Januar Frankreich aufgefordert, seine Soldaten binnen eines Monats abzuziehen. Der Angriff geschah zwei Tage bevor die französische Militärmission in Burkina Faso endete.

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