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Die Armeen von Burkina Faso und dem benachbarten Niger erklärten, sie hätten bei einer gemeinsamen Militäroperation gegen Dschihadisten an der Grenze zwischen dem 25. November und dem 9. Dezember rund 100 „Terroristen“ getötet. Außerdem haben sie 2 Stützpunkte aufgelöst, einen in Kokoloukou im Westen Nigers und einen weiteren in Yeritagui im Osten Burkina Fasos. Tillaberi liegt im sogenannten Dreiländereck – einem Krisengebiet, in dem die Grenzen von Niger, Burkina Faso und Mali aufeinandertreffen. Gruppen, die mit Al-Qaida und der Gruppe „Islamischer Staat“ in Verbindung stehen, sind in der Sahelzone seit 2015 aktiv.

Hunderte von Demonstranten haben in der Hauptstadt den Rücktritt von Präsident Roch Kabore gefordert, weil er es versäumt habe, die militanten Kämpfer im Norden und Osten des Landes zu kontrollieren. Bei zwei Terroranschlägen in der nördlichen Provinz Soum sind mindestens 27 Menschen getötet worden – die meisten Opfer waren Polizisten. 60 Menschen werden vermisst. Anschläge auf Militär- und Polizeiposten haben in den vergangenen Wochen zugenommen, vor allem in Grenznähe zum Nachbarstaat Mali. Viele sehen in der Anwesenheit europäischer Truppen in Burkina Faso und den Nachbarländern Mali und Niger einen Ausgangspunkt für Anschläge. Das Land war jahrelang von der dschihadistischen Gewalt auf der anderen Seite der Grenze in Mali verschont geblieben. Dem früheren Präsidenten Blaise Compaore war es gelungen, gute Beziehungen zu den Islamisten in der Region zu unterhalten.

Die 27. Ausgabe des Panafrikanischen Kino- und Fernsehfestivals von Ouagadougou (FESPACO) findet vom 16. bis 23. Oktober 2021 in Burkina Faso statt. Die diesjährige Ausgabe steht unter dem Motto „Cinemas of Africa and the Diaspora“. Das Festival bietet Filmvorführungen und Ausstellungen, Forumsdiskussionen der Wettbewerbsfilme, thematische Konferenzen und Treffen an. Siebzehn Spielfilme wurden aus 1 132 Beiträgen für die höchste Auszeichnung, den „Étalon de Yennenga“ (Hengst von Yennenga), ausgewählt, der dem afrikanischen Film verliehen wird, der „Afrikas Realitäten“ am besten zeigt. Das beliebte Festival sollte ursprünglich vom 27. Februar bis zum 6. März 2021 stattfinden; es wurde aber wegen der neuen Coronavirus-Pandemie und der seit sechs Jahren andauernden brutalen Aufstandsbewegung verschoben. Burkina Faso befindet sich inmitten eines Konflikts mit militanten Gruppen, die mit dem Islamischen Staat und Al-Qaida in Verbindung stehen.

Präsident Roch Marc Kaboré hat nach dem schrecklichen Überfall auf das Dorf Solhab (Provinz Yagha) mit über 160 Toten 3 Tage Staatstrauer angeordnet. Zuvor waren 14 Menschen in dem Dorf Tadaryat, etwa 150 km nördlich von Solhan, umgebracht worden. Die Sicherheitslage im Dreiländereck zwischen Niger, Burkina Faso und Mali verschärft sich zusehends. Radikalislamische Kämpfer, die mit Al-Kaida und der Dschihadistenmiliz „Islamischer Staat“ (IS) verbunden sind, werden für die Gräueltaten verantwortlich gemacht. Generalsekretär der UNO, António Guterres, ruft die internationale Gemeinschaft auf, die Länder im Kampf gegen gewalttätigen Extremismus stärker zu unterstützen.

Katholische Nichtregierungsorganisationen haben in Burkina Faso ein 3-jähriges Projekt zum Schutz gefährdeter Migranten auf den Sahel-Routen (PROMISA) gestartet. Besonders im Blick sind Frauen und junge Mädchen sowie Opfer von Menschenhandel und jene, die nicht in ihre Herkunftsländer zurückkehren wollen. Die EU fördert das Projekt mit 500.000 Euro. Es wird von der amerikanischen Nichtregierungsorganisation Catholic Relief Service (CRS) Mali und Niger, der Caritas Mali, der Katholischen Organisation für Entwicklung und Solidarität (OCADES-Caritas Burkina) und der Welthungerhilfe (WHH) in Deutschland durchgeführt.

Die Wahlkommission teilte die Wiederwahl von Präsident Roch Marc Christian Kaboré mit. Er erhielt 58% der Stimmen. Das nationale Verfassungsgericht muss die Wahlergebnisse noch bestätigen.  In dem Land mit 20 Mill. Einwohnern waren 7 Mill. Menschen wahlberechtigt, wegen der Sicherheitslage konnten hunderttausende Wahlberechtigten ihre Stimme nicht abgeben. Etwa 40 % der Bevölkerung leidet unter Armut. Neben den extremistischen Gruppen kommt es auch verstärkt zu Gewalt zwischen ethnischen Gruppen, auch dem Militär werden immer wieder schwere Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen.

Unter schwierigen Verhältnissen wählt das Land. Präsident Roch Kaboré strebt eine zweite Amtszeit von 5 Jahren an. 13 Kandidaten treten gegen ihn an.   Mindestens 400.000 Wähler konnten sich aufgrund der Sicherheitslage nicht registrieren lassen. Die Wahllokale in Teilen des Nordens und Ostens sind aus Angst vor dschihadistischer Gewalt geschlossen. In den letzten 2 Jahren sind mehr als 1 Mill.  Zivilisten aus ihren Häusern vertrieben worden.

Das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) hat einen Angriff (4. Oktober) auf einen Konvoi mit Binnenvertriebenen in Burkina Faso, bei dem 25 Menschen getötet wurden, scharf verurteilt. Der Angriff fand in der Nähe des Dorfes Ouintokoulga in der Provinz Sanmatenga statt. Über 1 Mill. Menschen – mehr als 5 %  der Bevölkerung – wurden innerhalb des Landes vertrieben, viele von ihnen mehrfach. Im Land sind islamistische Milizen und kriminelle Banden aktiv.

Laut Unicef leiden in Burkina Faso etwa 535 000 Kinder unter 5 Jahren an akuter Unterernährung. Es sind meist die Kinder, die durch dschihadistische und ethnische Konflikte vertrieben wurden. Die Corona Pandemie hat die Situation verschlimmert und die medizinische Versorgung erschwert. 156.000 Kinder sind“ schwer“ unterernährt; ihre Sterblichkeit ist neun mal höher als bei normal ernährten Kindern. Im Binnenstaat Burkina Faso leben über eine Million Binnenvertriebene; 60% davon sind Kinder. Das Wiederaufflammen islamistischer Gewalt in den letzten Monaten lässt auf keine Besserung hoffen.

Zwischen dem Heiligen Stuhl und der Regierung des Landes ist ein Grundlagenabkommen in Kraft getreten, das die Zusammenarbeit zwischen staatlichen und kirchlichen Einrichtungen regelt. Mit dem Abkommen werden die katholische Kirche und ihre Institutionen als Körperschaft des öffentlichen Rechtes anerkannt. Von den knapp 21 Mill. Einwohnern Burkina Fasos sind etwa  25%  Katholiken  und 60 % Muslime.

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