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Burkina Faso – Angriffe, die mit dem so genannten Islamischen Staat und Al-Qaida in Verbindung stehen, haben dramatisch zugenommen, innerhalb von 48 Stunden hat es mindestens 50 Tote gegeben. Da sich die Unsicherheit im Land rasch verschärft, werden Stimmen laut, dass es sei an der Zeit, mit den Dschihadisten zu verhandeln.

Burkina Faso – Die Menschen sind gleichzeitig mit zwei Krisen konfrontiert. Die täglichen Angriffe von dschihadistischen Gruppen haben das ganze Land destabilisiert. Es ist ebenso wenig vorbereitet auf die rapide Ausbreitung des Coronavirus. Sechs Minister und zwei Botschafter wurden positiv getestet. Zur Behandlung von Corona Patienten steht nur ein Krankenhaus mit 500 Betten und nur ein Testlabor zur Verfügung. Am meisten gefährdet sind die Hunderttausende von Binnenflüchtlingen, die in völlig überfüllten Lagern leben, oft ohne Zugang zu sauberem Wasser und sanitären Anlagen.

Burkina Faso – In der zentralen Provinz Sanmatenga sind am Montag 36 Menschen von einer bewaffneten Gruppe, wahrscheinlich militante Islamisten, getötet worden. Tags drauf stimmte das Parlament über die Schaffung einer Freiwilligentruppe zum Schutz der Bevölkerung ab. Die Idee besteht schon länger, braucht aber noch die Zustimmung des Präsidenten. Die Freiwilligen erhalten eine 14-tägige Grundausbildung, schließen einen Vertrag für ein Jahr mit dem Staat, werden finanziell unterstützt und erhalten eine Krankenversicherung. Nur mit einer allgemeinen Mobilisierung könne das Land den Kampf gegen den Terror gewinnen.

Burkina Faso – Beim gestrigen Sonntagsgottesdienst haben Bewaffnete in Hantoukoura im Osten des Landes das Feuer eröffnet und 14 Menschen getötet, darunter den Pfarrer und einige Kinder. Täter und Motiv sind noch unklar. Die Angreifer seien auf Motorrädern geflohen. Dschihadistische Angriffe haben in Burkina Faso seit 2015 zugenommen; Tausende von Schulen und Kliniken wurden zur Schließung gezwungen. Hundert Tausende Menschen mussten fliehen.

Burkina Faso – Trotz Militärbegleitung kamen gestern die fünf Busse der kanadischen Firma Semafo unter Beschuss. 37 Menschen kamen um; weitere 60 wurden verletzt. Das Militär hat Mühe, die terroristische Gewalt einzudämmen, die in den letzten Jahren vom benachbarten Mali über die Grenze kam. In den letzten drei Monaten mussten, laut der UN-Flüchtlingsagentur, 500.000 Burkiner ihre Heimat verlassen.

Burkina Faso – Am 11. Oktober griffen Dschihadisten die große Moschee von Salmossi im Nordosten des Landes an und ermordeten 16 Menschen. Nicht nur christliche Kirchen, sondern auch Moscheen und Imame sind Zielscheibe der zwei Terrorgruppen, Al-Kaida im Maghreb und dem Islamischen Staat, die dabei sind ganz Westafrika zu destabilisieren. In Burkina sind fast ein eine halbe Million Menschen auf der Flucht. 2000 Schulen sind geschlossen. Die Regierung und die Armee scheinen mit der Situation völlig überfordert. Mit der Flucht von IS-Kämpfern und Anhängern aus Gefängnissen und Lagern in Nordsyrien werden noch mehr Terrorattacken erwartet. Der Gouverneur der Region Louroum hat eine 45-tägige nächtliche Ausgangssperre verhängt.

Burkina Faso – Lange war Burkina Faso ein friedliches Land, doch seit dem Machtwechsel in 2015 wird das Land immer öfter Ziel islamistischer Angriffe. Die Attacken kamen vom Nachbarland Mali und breiteten sich von Norden weiter gegen Osten aus. 500 Menschen sollen bis jetzt umgekommen sein. Über eine viertel Million musste ihre Heimat verlassen. Empfindlich getroffen sind die Schulbildung und das Gesundheitswesen. Eine halbe Million Menschen haben keinen Zugang mehr zu medizinischem Personal und Krankenstationen. Das Rote Kreuz warnt vor einer möglichen Ernährungskrise. Bei zwei verschiedenen Angriffen am vergangenen Wochenende kamen 29 Menschen ums Leben und ein Hilfskonvoi mit Nahrungsmitteln wurde gestohlen. In den letzten Monaten richtet sich die Gewalt auch gegen Kirchen.

Burkina Faso – Präsident Kaboré von Burkina Faso appellierte auf dem G7-Gipfel in Biarritz an die internationale Gemeinschaft, sich ernstlich zu bemühen, die Instabilität in Libyen zu beenden, um die Ausbreitung des Terrorismus in der Region zu stoppen. Auch sollten internationale Partner in die Entwicklung und in eine militärische Lösung investieren, um den Frieden in der Sahelzone zu sichern. Seit dem Sturz Gaddafis vor neun Jahren haben Dschihadisten und Milizen in der ganzen Sahelzone Waffen eingesetzt, die in Libyen geplündert wurden. Noch vorige Woche wurden in Burkina Faso 24 Soldaten bei einem Sturm auf ihre Basis getötet. 220.000 seiner Landleute sind auf der Flucht. Macron und Merkel stehen hinter der Sahel Initiative.

Burkina Faso – Gestern haben 8 Bewaffnete die Kirche in der Stadt Touflé, nahe der Grenze zu Mali, während der Sonntagsmesse attackiert und vier Kirchgänger erschossen. Gerade tags zuvor hatten die Bischöfe nach einer Vollversammlung an Jugendliche appelliert, im Land zu bleiben, und an Politiker, alles zu bekämpfen, was das Allgemeinwohl gefährdet. Es scheint, dass Dschihadisten alles versuchen, Konflikt zwischen den Ethnien, Religionen und sozialen Schichten anzuheizen, und das in einem Land, das bis vor kurzem im Zusammenleben von Christen und Muslimen als vorbildlich galt.

Burkina Faso – Nach der Attacke auf die Sonntagsmesse mit mehreren Toten, am Tag darauf auf eine Marienprozession, wobei die vier Träger der Statue erschossen wurden, kam jetzt die Ermordung eines Salesianer Paters spanischer Abstammung, der im Don Bosco Zentrum Bobo Dioulasso erstochen wurde; ein togolesischer Mitbruder wurde schwer verletzt. Die Kette der Grausamkeiten reißt nicht ab. Mitte Februar wurde schon ein Salesianer Missionar ermordet. Bischof Nare von Kaya spricht von einem „Krieg gegen Jesus Christus“.

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