Schlagwort: Ägypten

21 Frauen, darunter sieben Teenager, wurden in Alexandria zu elf Jahren Haft verurteilt, weil sie gegen die Entmachtung von Präsident Mursi demonstriert hatten. Weitere Anklagen sind Sabotage und Anwendung von Gewalt. Sechs Muslimbrüder erhielten in absentia 15 Jahre Haft wegen Anstiftung zu Unruhen.

Der neue Premierminister Schadiq entschuldigte sich für die Angriffe von Mubaraks Anhängern auf friedliche Demonstranten, lehnte aber jede Verantwortung der Regierung ab. Die Armee versucht, mit zweifelhaftem Erfolg, die beiden Lager zu trennen. In 24 Stunden gab es fünf Tote und 836 Verletzte. Internationaler Druck auf Mubarak, besonders von fünf EU Ländern und den USA wächst. Die Massenversammlung beim Freitagsgebet könnte ein Schlüsselmoment in dem explosiven Konflikt werden.

Nach einer Anordnung von Präsident Hosni Mubarak sollen die Bäckereien der Armee ihre Produktion erhören und so der Knappheit von Brot entgegenwirken. Wegen hoher Preise und mangelnder Versorgung mit Brot war es zu Unruhen gekommen. Die Weltmarktpreise für Weizen haben sich seit letztem Sommer verdreifacht. Brotpreise in Ägypten sind hoch subventioniert.

Nagib Mahfuz hat die islamische Al-Azhar-Universität gebeten, seinen Roman „Die Kinder unseres Viertels“ auch in Ägypten veröffentlichen zu dürfen. Der Roman von 1959, der das heikle Thema Religionen und Gewalt behandelt, konnte bisher nur im Ausland erscheinen, wurde in Ägypten aber zensiert. Der in Kairo wohnende Schriftsteller Mahfuz ist Träger des Nobelpreises für Literatur.

Präsident Mursi hat die Gefangenen begnadigt, die während und nach den Unruhen, die zum Sturz Mubaraks führten, inhaftiert wurden. Etwa 1,000 Demonstranten könnten davon profitieren. Mörder jedoch sind von der Amnestie ausgenommen. Die Geste wird als „einer der wichtigsten Siege der Revolution“ bezeichnet.

Ein Gericht hat die Schließung von vier Fernsehstationen angeordnet, darunter das ägyptische Studio von AlJazeera, den Sender der Muslim Brüder Ahar25 und zwei weitere islamistische Programme. Drei Journalisten des populären Katar-Senders AlJazeera wurden des Landes verwiesen.

In einem Treffen zum interkulturellen Dialog in Kairo, an dem Vertreter des Islam, der koptischen Kirche und verschiedener katholischer Teilkirchen aus dem Mittelmeerraum teilnehmen, betonte der Sekretär des Päpstlichen Kulturrats, dass der Dialog der beste Weg sei, sich dem Fremden zu nähern und eine echte „Kultur des Friedens“ zu schaffen.

Das jüdische Gotteshaus in Kairo blieb unbeschädigt, als am Sonntagmorgen ein Koffer mit Brandsätzen das Ziel verfehlte. Der Täter konnte entkommen. In Kairo leben schätzungsweise weniger als hundert Juden; vor dem Ausbruch des Nahostkonflikts waren es noch 80,000.

Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton durfte sich zwei Stunden mit dem abgesetzten Präsidenten Mursi an einem geheimen Ort treffen. Ihm gehe es gut; auch hätte er Zugang zu Informationen durch Fernsehen und Zeitung. Vom Übergangspräsidenten Mansur forderte Ashton Mursis Freilassung, doch die Regierung besteht auf einer Untersuchungshaft. Auch sind seine Anhänger noch zu Tausenden in Kairos Straßen und schwören, dort zu bleiben, bis Mursi wieder im Amt ist.

Beim Wahlkampf für ein Drittel der Sitze im Oberhaus, wendet die Regierung gegen die 19 Kandidaten der Muslimbrüder repressive Maßnahmen an. Das oberste Verwaltungsgericht in Kairo lehnte den Antrag der Regierungspartei ab, alle Kandidaten der Muslimbrüder von den Wahlen auszuschließen

Länder