Schlagwort: Ägypten

Erlaubnis zum Kirchenbau ist langwierig und selten. Nun darf die koptisch-katholische Kirche in der „Stadt des 6. Oktober“ unweit der Pyramiden das erste christliche Gotteshaus errichten. Kirche in Not will den Bischof von Gizeh unterstützen, damit das Projekt zügig angepackt und finanziert werden kann.

Der Bombenanschlag auf einen Basar in der ägyptischen Hauptstadt Kairo am Wochenende sollte nicht im Rahmen früherer Terrorakte gesehen werden, meinte der Pfarrer der deutschsprachigen Gemeinde. Es handele sich eher um einen Einzelfall, der von keiner politischen oder religiösen Schicht unterstützt würde. Doch wäre bei den Touristen ein Feingefühl für die andere Kultur ratsam, um ähnliche Provokationen zu vermeiden.

Trotz der verordneten Staatstrauer für die Opfer in Port Said demonstrieren wütende Ägypter gegen den Militärrat und die Sicherheitskräfte. Sie glauben, dass der blutige Tumult nicht nur von oben „ermöglicht“, sondern geheim „verursacht“ wurde. Der Militärrat wolle Chaos schaffen, um weiter an der Macht bleiben zu können. Beim Afrika-Cup wird heute in einer Schweigeminute der Opfer gedacht.

Beim Beginn eines Prozesses gegen Oppositionsführer Eiman Nur kam es zu Zusammenstößen zwischen seinen Anhängern und der Polizei. Nur ist wegen Betrug angeklagt.

Um den Energiebedarf, der jährlich um 7% wächst, zu decken, will Ägypten in den nächsten zehn Jahren an der Mittelmeerküste für 1.5 Milliarden Dollar ein 1.000 Megawatt Atomkraftwerk errichten. Die USA wollen das Projekt unterstützen. Nach dem Tschernobylunglück waren nukleare Pläne aufgegeben worden.

Zum ersten Mal seit seinem Amtsantritt hat der Präsident solch eine Genehmigung erteilt. Das koptisch-orthodoxe Gotteshaus soll im Norden des Landes errichtet werden und den Aposteln Petrus und Paulus geweiht sein. Der Antrag soll schon vor 17 Jahren gestellt worden sein. Die Genehmigung wurde vom koptischen Papst Tawadros II. begrüßt.

Ägypten hat die nächtliche Ausgangssperre um das Verteidigungsministerium ausgedehnt, um eine Wiederholung der blutigen Krawalle gerade drei Wochen vor der Präsidentenwahl zu vermeiden. Hunderte Demonstranten wurden wegen Angriff auf Sicherheitskräfte in Gewahrsam genommen. Wer die Unruhestifter sind, ist noch nicht klar. Die Ägypter sollen einen Nachfolger für Mubarak wählen.

Aktivisten haben heute zu einer Demonstration gegen Folter, Armut, Korruption und Arbeitslosigkeit aufgerufen. Tausende haben sich auf einer Facebook Seite bereit erklärt, mitzumachen. Die Regierung warnt vor Festnahmen. Die Organisatoren jedoch bezeichnen den Tag als „den Anfang vom Ende“.

Essam Sharaf hat ernstlich mit einer Kabinettsumbildung begonnen, da die Proteste über die langsamen politischen Reformen an Heftigkeit zunahmen. Der Außenminister ist bereits zurück getreten. Mindestens 15 weitere Minister sollen in der Säuberungsaktion von Mubarak Anhängern ihre Posten verlieren. Gerüchte, dass Mubarak selbst, der am 3. August vor Gericht erscheinen soll, einen Schlaganfall erlitten oder in ein Koma gefallen sein soll, wurden dementiert.

Die Wahlkommission hat ein Gerichtsurteil, das Vertretern der Zivilgesellschaft Zugang zu den Wahllokalen als Beobachter erlaubt, widerrufen. Die Präsidentschaftswahl, in der sich zum ersten Mal mehrere Kandidaten zur Wahl stellen, findet am 7. September statt.

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