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Ägypten – Bei Renovierungsarbeiten im Katharinenkloster auf dem Sinai kam ein Dokument aus dem 4. oder 5. Jahrhundert vor Christus zutage, ein Manuskript von Hippokrates, des „Vaters der Medizin“. Die Inschrift enthält ein medizinischen Rezept und Notizen über Heilpflanzen. Wie viele andere Manuskripte ist der Text wegen Materialknappheit mit einer Bibelabschrift überschrieben. Nun wollen Forscher Fotografien wichtiger Texte aus der Klosterbibliothek, einem UNESCO-Weltkulturerbe, erstellen und im Internet zugänglich machen.

Ägypten – In seinem Bestreben, illegale Siedlungen auf Staatsland zu zerstören, um das Land zurückzugewinnen, hat Präsident al-Sisi Polizeieinheiten und Planierraupen auf die Insel al-Warraq geschickt. Der Widerstand der Bevölkerung war so gewaltsam, dass die Polizei sich vorerst zurückzog. Zwischen 90.000 und 200.000 Menschen wohnen auf der Insel im Nil, viele von ihnen schon über 30 Jahre; sie wollen sich nicht vertreiben lassen. Ihre Vermutung ist, dass die Behörden das Land den Vereinigten Arabischen Emiraten für den Bau von Hotels zur Verfügung stellen wollen.

Ägypten – In der Stadt Al-Minja, südlich von Kairo beschossen Extremisten einen Bus von Christen, die unterwegs zu einem Kloster waren. Christen werden immer wieder Opfer von Anschlägen. Nach dem Palmsonntag Attacken hatte die Terrormiliz IS weitere Angriffe angedroht. Als Reaktion flog die ägyptische Luftwaffe sechs Angriffe auf das Ausbildungslager der militanten Islamisten, dem Hauptquartier in der ostlibyschen Stadt Derna.

Ägypten – Kurz nach dem Papst-Besuch in Kairo hat Scheich Abd-ul Jalil in einem TV Interview Christen und Juden als „Ungläubige“ bezeichnet, weil sie den Einsichten Mohammeds nicht folgten. Stiftungsminister Mohammed Mokhtar Gomaa erteilte sofort ein Predigtverbot in Moscheen und verlangte, dass er sich bei den Christen entschuldige. Es folgten noch weitere Anzeigen gegen den Scheich wegen „Beleidigung der Religionen“. Deshalb soll er am 25. Juni vor Gericht erscheinen. Bisher gab es in Ägypten nur Prozesse gegen Christen und Muslime wegen Beleidigung des Islam; dies könnte das erste Verfahren gegen einen Muslim sein, „der das Christentum beleidigt“.

Ägypten – Die geköpften Körper eines Vaters und seiner beiden Söhne wurden in der Grenzstadt Rafah gefunden; die Mutter wurde schon vorher getötet, als die Milizen ihr Heimatdorf Yamit überfielen und die Männer als Kollaborateure entführten. Ein IS Anführer in Ägypten schwor, dass Angriffe auf Christen wieder zunehmen würden. Muslime sollten sich von christlichen Versammlungen und westlichen Botschaften fernhalten, da dies Angriffsziele im Kampf gegen die Gottlosen sind.

Ägypten – Papst Franziskus war auf vierfache Einladung nach Ägypten gereist. Sein Besuch war ein „Zeichen des Friedens für Ägypten und die Region“. Er stärkte die Christen, traf sich mit Präsident al Sisi und dem koptischen Papst Tawadros II. und besuchte die Friedenskonferenz an der Al-Azhar Universität. Ägypten sei mit seinem historischen und religiösen Erbe verpflichtet, sich für einen dauerhaften Frieden einzusetzen.

Ägypten – Für die koptischen Christen in Ägypten, mit zehn Mio. die größte christliche Minderheit im Nahen Osten, war der Palmsonntag der blutigste Tag seit Jahrzehnten. Zwei Bomben in der Georgskirche in Tanta und der Markus Kathedrale in Alexandrien töteten 44 Kirchenbesucher und verletzten 120 weitere. IS-Milizen bekannten sich zu den Anschlägen und wollen zeigen, dass sie nicht nur den Sinai, sondern auch das Nildelta terrorisieren können. Die internationale Empörung ist groß. Im Land ist für drei Monate der Ausnahmezustand verhängt worden. Reisewarnungen wurden ausgegeben, aber Papst Franziskus kommt trotzdem, wie geplant, Ende April nach Kairo. Manche shen die Anschläge als Einschüchterungsversuch.

Ägypten – Bei ihrem ersten Treffen letztes Jahr nannte Donald Trump den ägyptischen Präsidenten einen „fantastischen Kerl“. Er war auch der erste ausländische Staatschef, der Trump gratulierte. Al-Sisi hofft bei seinem heutigen Besuch auf Amerikas Zusammenarbeit gegen den Terror im Sinai und in Libyen. Ob die 1.3 Mrd. Dollar Militärhilfe weiter fließt, ist noch fraglich. Die schlechte Menschenrechtslage am Nil wird, wenn überhaupt, eher hinter verschlossenen Türen besprochen. Präsident Sisi wird zunehmend autoritär; mehr als 40.000 Regierungskritiker sitzen in Haft.

Ägypten – Nicht nur Präsident al-Sisi und die katholischen Bischöfe, sondern auch der koptische Patriarch, Papst Tawadros II. und der Imam der al-Azhar Moschee hatten Papst Franziskus eingeladen. Jetzt ist es soweit. Der Papst wird am 28. Und 29. April Kairo besuchen. Die Christen freuen sich. Der emeritierte Bischof von Gizeh, Antonios Aziz Mina, nennt den Besuch „einen Segen für die Kirche und das ganze ägyptische Volk“.

Ägypten – In einer Schlammgrube in Kairos Armenviertel Matarya fand ein internationales archäologisches Team eine kolossale Statue von Pharao Ramses II., der von 1279 bis 1213 über Ägypten herrschte und für wirtschaftlichen Aufschwung, Frieden und herrliche Bauten, darunter Abu Simbel, bekannt ist. Der Fundort, die wichtige antike Kultstätte Heliopolis, ist zum Teil schon überbaut. Für die Anwohner war in den trüben Zeiten der Fund aus ihrer großen Vergangenheit ein Grund zum Feiern.

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