Schlagwort: Ägypten

Im Rahmen der Klimakonferenz in Sharm el Scheich wurde das Milliardenprojekt zwischen Ägypten und Deutschland unterzeichnet. In dieser Abmachung soll die Deutsche Bahn das erste und 2.000 Kilometer lange Hochgeschwindigkeitsnetz  Ägyptens aufbauen und zusammen mit dem ägyptischen Unternehmen Elsewedy Electric betreiben. Die Fahrzeuge sollen von dem deutschen Siemens- Konzern gebaut werden. Man erhofft sich so eine bessere Wirtschaftsentwicklung und mehr Klimaschutz. Die Kritik für ihre Engagements im Ausland kontert die Deutsche Bahn damit, dass die Gewinne aus dem Ägyptenprojekt zur Verbesserung des maroden deutschen Netzes genutzt werden.

Ägyptische Archäologen haben erneut die Rückgabe des Steins von Rosette aus dem Britischen Museum gefordert. 200 Jahre nachdem die Entzifferung des Steins die Geheimnisse der Hieroglyphen entschlüsselt und die Ägyptologie begründet hat. Der Stein von Rosette stammt aus dem Jahr 196 v. Chr. und wurde 1799 von Napoleons Armee in Nordägypten ausgegraben. Nach der Niederlage Napoleons ging er im Rahmen des Vertrags von Alexandria 1801 zusammen mit anderen von den Franzosen gefundenen Altertümern in britisches Eigentum über. Seit 1802 ist er im Britischen Museum untergebracht. Er trägt Inschriften desselben Textes in Hieroglyphen, Demotisch (einer altägyptischen Schrift) und Altgriechisch und wurde von dem Franzosen Jean-Francois Champollion ab 1822 zur Entzifferung von Hieroglyphen verwendet, was das Verständnis der altägyptischen Sprache und Kultur eröffnete.

Die Außenminister Ägyptens (Sameh Shukry) und Griechenlands (Nikos Dendias) hatten ein Treffen in Kairo, nachdem ihr gemeinsamer Rivale Türkei ein umstrittenes See- und Gasabkommen mit einem der beiden konkurrierenden Regierungen im geteilten Libyen unterzeichnet hatte.  Das Abkommen zwischen der Türkei und Abdul Hamid Dbeibah, beinhaltet die gemeinsame Erkundung von Kohlenwasserstoffreserven in den libyschen Offshore-Gewässern und im Staatsgebiet. Dendias bezeichnete die Abkommen als illegal und sagte, es verletzt griechische Gewässer. Der ägyptische Außenminister erklärte, Dbeibahs Regierung sei nicht befugt, solche Abkommen zu schließen, da ihr Mandat abgelaufen sei, nachdem Libyen im Dezember letzten Jahres keine landesweiten Wahlen abgehalten habe. Er forderte die Vereinten Nationen auf, eine klare Position zur Legitimität von Dbeibahs Regierung einzunehmen und sagte, die internationale Organisation dürfe nicht schweigen.

Unweit von Gizeh mit den echten ägyptischen Symbolen wurde die Plastik Pyramide als Mahnmal errichtet. Sie wiegt 7.500 kg und besteht aus 250.000 Plastikflaschen, die von Freiwilligen der „VeryNile-Initiative“ aufgestapelt wurden. Sie soll das Bewusstsein der Bevölkerung für die Bedeutung des Umweltschutzes schärfen. Das meiste Plastik wurde aus dem Nil gesammelt. Viele Umweltschützer halfen über Jahre mit. Da der Fischbestand des Nils zurückgegangen ist, haben auch die Fischer sich an der Reinigung des Nils beteiligt, um ein zusätzliches Einkommen zu erzielen. Die vom Nil gewonnenen Tonnen von Plastik werden auch an Recyclingfirmen weitergegeben. Unterstützt wird die „VeryNile-Initiative“ von internationalen Organisationen und vom ägyptischen Umweltministerium.  Die diesjährige UN -Welt Klimakonferenz, COP 27, soll vom 6. bis 18. November im ägyptischen Sharm El- Sheich stattfinden.

Ein Seekabel, das 3.000 MW EE-Strom transportieren und Nordägypten direkt mit dem griechischen Attika verbinden soll, ist eines der ehrgeizigsten Projekte in der Verbindung zwischen Afrika und Europa. Das Projekt „GREGY- Interconnection“ wird von der Copelouzos Gruppe durchgeführt. Es wird 3,5 Milliarden Euro kosten und wurde von der EU als „Project of Common Interest“ eingestuft. Sauberer Strom, in Ägypten und anderen nordafrikanischen Ländern durch Solar oder Windparks produziert, soll nach Europa fließen, um den Kontinent von Russlands fossilen Brennstoffen und Erdgas zu entwöhnen. Ein Drittel des Stroms braucht Griechenland; ein weiteres Drittel wird an Nachbarländer geschickt, und noch ein Drittel wird in Griechenland für die Produktion von grünem Wasserstoff verwendet. Ein Nachteil: die „GREGY-Interconnection“ wird erst in 7 bis 8 Jahren in Betrieb gehen.

Die Kairoer U-Bahn, die sich auf eine Bevölkerung von 20 Mio. einstellen muss, hat die ersten Frauen rekrutiert, eine Neuheit in einem Land, in dem nur 14,3% der Frauen formelle Beschäftigung haben. Die Öffentlichkeit reagiert mit Staunen oder Missbilligung. Die beiden ersten Frauen selbst, die die anspruchsvollen Tests bestanden haben, sind stolz und glücklich, fühlen aber auch die Verantwortung, täglich Tausende von Passagieren zu transportieren. Obwohl die in 1987 erbaute U-Bahn von Kairo die älteste in der arabischen Welt ist, kamen die Beschäftigungsmöglichkeiten für Frauen sehr spät. Die erste weibliche Lokführerin in Afrika und der arabischen Welt wurde in 1999 die Marokkanerin Saida Abad.

Ägypten ist der weltgrößte Getreide Importeur, und 80% des Bedarfs wurde bisher von der Ukraine und Russland gedeckt. Seit Kriegsausbruch ist Lieferstopp. Die Ukraine hat angeboten, Teil der Sendung per Zug durch Polen zu schicken, was die Versandkosten erheblich erhöhen würde. Ägypten hat bereits in Indien Bestellungen gemacht und die lokalen Bauern verpflichtet, ihren Weizen an die Regierung zu verkaufen. Der UN Generalsekretär Guterres warnte, dass die Nahrungsmittelknappheit sich weltweit zuspitzt, wenn Russland das in den ukrainischen Häfen  gelagerte Getreide nicht für den Export freigibt.

Nachdem die ägyptische Behörde die Instantnudeln mit Huhn- und Gemüsegeschmack sowie die Instantnudeln mit Chili vom ägyptischen Markt verbannt haben, sind Bedenken hinsichtlich der Sicherheit der beliebten Indomie-Instantnudeln aufgekommen. Die von der ägyptischen Behörde durchgeführten Tests zur Lebensmittelsicherheit ergaben, dass die Chili-Pakete von Indomie sowie die Pakete mit Hühner- und Gemüsegeschmack „Aflatoxine und Pestizidrückstände in Mengen enthielten, die die sicheren Grenzwerte überschritten“. Darüber hinaus wurden die Hersteller von Indomie Egypt aufgefordert, die auf den Produktverpackungen angebrachte Angabe über den Nutzen von Vitamin B und Mineralsalzen von Eisen, Zink und Kalzium zu entfernen.

11 ägyptische Soldaten wurden getötet, als sie versuchten, einen „terroristischen“ Angriff auf das Gebiet des Suezkanals zu vereiteln, dass an die Sinai-Halbinsel grenzt, eine Brutstätte dschihadistischer Aktivitäten. Die Gruppe „Islamischer Staat“ hatte erklärte, sie habe eine Gaspipeline auf der unruhigen ägyptischen Sinai-Halbinsel in die Luft gesprengt und behauptet, sie sei mit Israel verbunden. Sicherheitsquellen sagten zuvor, dass es sich bei der getroffenen Pipeline um eine inländische Pipeline handelte, die mit einem Kraftwerk in El-Arish verbunden ist, dass Häuser und Fabriken im zentralen Sinai mit Strom versorgt. Präsident Abdel Fattah al-Sisi versprach auf Facebook: „Diese terroristischen Operationen werden die Entschlossenheit des Landes und der Armee, den Terrorismus weiter auszurotten, nicht besiegen.“

Der Suezkanal wird auf einer Strecke von 40km vertieft und verbreitert. Im vergangenen Jahr war der weltweite Schiffsverkehr unterbrochen, als eines der größten Containerschiffe der Welt etwa eine Woche lang im südlichen Teil des 190 km langen Kanals stecken blieb.

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