Schlagwort: Ägypten

Um dem Chaos von Kairo (17 Millionen Einwohner) zu entkommen, baut Ägypten 50 Kilometer östlich ein neues administratives Zentrum, das Ende 2021 offiziell eröffnet werden soll. Die Ministerien echoen  die grandiose Architektur der pharaonischen Tempel. Eine Riesen Moschee, viele Gebetshäuser, Universitäten und Kliniken, Residenzen und Parks entstehen. Eine elektronische Bahn und eine Monorail schaffen Verbindung nach Kairo. Alles ist auf Nachhaltigkeit ausgerichtet: Solarenergie, elektronische Kontrolle und bargeldloses Zahlen. Wenn komplett, soll die neue Stadt 6 Millionen Einwohner bergen und beschäftigen. Sie soll ein Hightech Model für Ägyptens Zukunft sein. Andere Städte – Kairo, Alexandria und Port Said – werden nicht vernachlässigt, sagt Präsident al-Sisi, doch die Eröffnung der neuen Hauptstadt sei „die Geburt eines neuen Staates“.

Sudan, Ägypten und Äthiopien führen seit fast einem Jahrzehnt in ergebnislosen Gesprächen über das Fluten des Grand Ethiopian Renaissance Dam (GERD). Sowohl Ägypten als auch der Sudan liegen flussabwärts des GERD.  Äthiopien beansprucht das Nilwasser zu nutzen und begann damit das Reservoir hinter dem Damm zu füllen. Khartum befürchtet, dass der Damm, der am Blauen Nil nahe der Grenze zum Sudan liegt, das Risiko von Überschwemmungen erhöhen und den sicheren Betrieb seiner eigenen Nildämme beeinträchtigen könnte, während das wasserarme Ägypten befürchtet, dass seine Wasserversorgung aus dem Nil beeinträchtigt werden könnte. Ägypten und Sudan wollen wieder verhandeln, um ein „faires“ und „ausgewogenes“ Abkommen über die Füllung des äthiopischen Mega-Damms zu erreichen, sagt Abd al-Fattah as-Sisi.

Nach 14jähriger Ausgrabungszeit haben Archäologen den Tempel der Königin Nearit, Frau von König Teti, in Saqqara, südlich von Kairo, freigelegt. In dem viertausend Jahre alten Totentempel wurden Grabschächte, Särge mit Mumien, Statuen, Stelen, Spielzeug, Holzboote und Totenmasken sowie einen 5 Meter langen Papyrus, der das Kapitel 17 des Totenbuchs darstellt, entdeckt.

Ägypten ist das erste Land, das im Rahmen eines arabischen Abkommens, diplomatische Beziehungen mit Katar aufnimmt. Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrain und Ägypten haben sich Anfang Januar darauf geeinigt, die diplomatischen Beziehungen sowie die Handels- und Reisebeziehungen wiederherzustellen, die 2017 wegen des Vorwurfs, Katar unterstütze den Terrorismus, abgebrochen worden waren – ein Vorwurf, den Doha bestreitet.

Eine Gruppe von Christen und Muslimen in der ägyptischen Provinz Minya schlägt vor, Angaben zur Religionszugehörigkeit aus den ägyptischen Ausweispapieren zu streichen; dies sei ein Beitrag zum friedlichen zivilen Zusammenleben und könnte religiösen Fanatismus und Extremismus entschärfen. Seit August 2009 ist es rechtlich möglich, bei der Angabe zur Religionszugehörigkeit einen Strich zu machen. In einigen Fällen, beispielsweise bei Anhängern der Bahai-Religion, hat die Weigerung aber dazu geführt, dass sie ihre Bürgerrechte nicht ausüben und keine staatlichen Dienste in Anspruch nehmen konnten.

Das ägyptische Ministerium für Tourismus und Altertümer gab die Entdeckung von mindestens 100 antiken Särgen und 40 vergoldeten Statuen der Saqqara-Göttin Ptah Soker in der ägyptischen Saqqara-Nekropole bekannt. Im September wurden, schon 14 intakte und versiegelte Sarkophage entdeckt, die schätzungsweise 2.500 Jahre alt sind. Die verzierten Särge sind aus Holz gefertigt.

Die Parlamentswahlen haben begonnen. Rund 63 Mill. Menschen sind aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. Ägypter im Ausland begannen ihre Stimme per Briefwahl in den Botschaften abzugeben: u. a. in Neuseeland, Großbritannien, Spanien, Italien, Japan, Sudan, Südsudan, Kuwait, Bahrain, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Rund 4000 mehrheitlich dem al-Sisi-Lager nahestehende Kandidaten bewerben sich um 284 der insgesamt 596 Sitze im Kairoer Unterhaus. Für 284 weitere Sitze kandidieren acht Parteilisten. Die 33 übrigen Parlamentssitze werden direkt durch al-Sisi besetzt. Im August wurden die Wahlen für 200 der 300 Sitze des Oberhauses durchgeführt.  Die Wahlbeteiligung lag bei 14%. Prozent.

Während Äthiopien die erste abgeschlossene Flutung des gigantischen Stausees am Blauen Nil feiert, wütet Ägypten, dass dies ohne gültiges Einvernehmen geschehen ist. Äthiopien wollte die Regenzeit zum Füllen der Becken ausnutzen und lässt sich nicht auf Wassermengen und Fristen festlegen, um durch die zu erwartende Stromversorgung die Entwicklung des Landes voranzutreiben. Ägypten hingegen. das bis zu 97% vom Nil Wasser abhängt, fürchtet, dass seine Felder veröden und die Trinkwasser Brunnen für hundert Millionen Menschen austrocknen. Nachbarstaaten und der UN-Sicherheitsrat versuchen, eine „faire ausgewogene Lösung“ zu erreichen.

Ägypten – Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi ist bestrebt, die Beziehungen zu Präsident Donald Trump zu festigen. Ägypten flog ein Flugzeug mit medizinischen Hilfsgütern in die Vereinigten Staaten, 200.000 Masken, 48.000 Schuhüberzüge und 20.000 chirurgische Kappen. Ägypten ist einer der wichtigsten US-Hilfsempfänger. 2018 flossen mehr als 1,2 Milliarden Dollar, größtenteils in Form von Militärhilfe, ins Land. Nach Angaben der WHO hat Ägypten 250 Todesfälle durch Covid-19 und etwa 3 300 Fälle gemeldet.

Ägypten – Hosni Mubarak, von seinen Kritikern auch Pharao genannt, herrschte über Ägypten 30 Jahre lang mit eiserner Hand. 2011 wurde er durch die Protestbewegungen des „Arabischen Frühlings“ entmachtet. Er errichtete einen Polizeistaat und manipulierte Wahlen. Wegen seiner rigorosen Unterdrückung der islamischen Dschihadisten wurde er vom Westen und von Israel als Garant der Stabilität in der Region geschätzt und unterstützt.

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