Schlagwort: Ägypten

Es regnet fast nie in Assuan im südlichen Ägypten, aber jetzt haben schwere und anhaltende Regenfälle viele Tiere, auch Skorpione und Schlangen, aus ihren Verstecken getrieben. Mehr als 500 Menschen wurden von Skorpionen gestochen. Todesfälle gab es nicht, weil alle Betroffenen Gegenmittel erhalten konnten. Durch das Unwetter wurden auch Bäume und Lichtmaste gestürzt und die Schifffahrt auf dem Nil und dem Nassersee zeitweise unterbrochen. Assuan ist wegen archäologischen Stätten auch beliebtes Touristenziel.

Archäologen haben einen der vier verlorenen Sonnentempel gefunden, die die Pharaonen zu Lebzeiten errichteten, um sich in lebende Götter zu verwandeln. Man geht davon aus, dass die ägyptischen Pharaonen vor etwa 4 500 Jahren sechs Sonnentempel gebaut haben. Nur zwei davon wurden bisher ausgegraben, so dass Archäologen die Entdeckung eines dritten solchen Bauwerks als den größten Fund seit 50 Jahren bezeichnen.

Präsident Abdel Fattah el-Sisi hat den Ausnahmezustand in dem Land aufgehoben. Der ägyptische Ausnahmezustand erlaubt es den Behörden, Verhaftungen vorzunehmen, Wohnungen ohne Haftbefehl zu durchsuchen und verfassungsmäßige Rechte wie die Rede- und Versammlungsfreiheit zu beschneiden. Die Maßnahme war seit den Bombenanschlägen auf zwei koptische Kirchen im April 2017 in Kraft; damals wurden mehr als 40 Menschen getötet und Dutzende weitere verletzt. Eine angegliederte Gruppe der bewaffneten ISIS wurde für den Anschlagt verantwortlich gemacht. Die koptischen Christen machen etwa 10 % der rund 100 Millionen Einwohner Ägyptens aus.

In einem der wichtigsten Justizorgane des Landes, dem Staatsrat, wurden erstmals 98 Frauen zu Richterinnen ernannt. Präsident Abdul Fattah al-Sisi hatte dazu aufgerufen, Frauen in die beiden wichtigsten Justizbehörden des Landes – den Staatsrat und die Staatsanwaltschaft – aufzunehmen. Seit seiner Gründung im Jahr 1946 ist der Staatsrat ausschließlich männlich besetzt und hat bisher weibliche Bewerber aktiv abgelehnt. In den vergangenen Jahren haben Frauen gegen die Entscheidungen des Rates Einspruch erhoben, weil sie sich diskriminiert fühlten.

Ägypten erklärt, dass es plant, jährlich eine Milliarde Dosen des chinesischen Impfstoffs Sinovac herzustellen und damit zum „größten Impfstoffhersteller“ im Nahen Osten und in Afrika zu werden. Im Rahmen des Abkommens mit dem chinesischen Pharmaunternehmen wird eine Fabrik in Kairo mehr als 200 Millionen Dosen pro Jahr produzieren, um den „nationalen Bedarf“ zu decken, sagte Gesundheitsministerin Hala Zayed auf einer Pressekonferenz. Chinesische Experten waren zuvor nach Ägypten gereist, um Ausrüstung und Materialien für die Herstellung des Sinovac-Impfstoffs in Fabriken des staatlichen Unternehmens Vacsera zu inspizieren. In Ägypten mit seinen über 100 Millionen Einwohnern wurden offiziell mehr als 288.000 Covid-19-Fälle registriert, darunter über 16.700 Todesfälle. Etwa 7,5 Millionen Ägypter haben sich mindestens einmal impfen lassen.

Vor der bevorstehenden Sitzung des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen zum Disput über GERD (Grand Ethiopian Renaissance Dam) hat Äthiopien die Flutung des riesigen Staudammes am Blauen Nil aufgenommen. Ägypten, das bis zu 97 % seines Wasserbedarfs aus dem Nil deckt sagt, der einseitige Schritt verletze internationale Gesetze und Normen. Schon in der Antike wurde der Nil, als «Strom des Lebens» verstanden und der mit einer eigenen Göttin namens Anukis gewürdigt. Im September 2020 hatte die USA die Hilfe für Äthiopien wegen dem Streit um GERD ausgesetzt.

Ägypten hat die Strafen für weibliche Genitalverstümmelung (FGM) verschärft. Die Gesetzesänderungen beinhalten eine Erhöhung der Höchststrafe von 7 Jahren und ein Verbot für Ärzte, die an FGM beteiligt, sowie Gefängnisstrafen von 5 bis 20 Jahren, je nachdem, wer die Operation durchgeführt hat und ob sie bleibende Schäden oder den Tod verursacht hat. Die Gesetzesänderungen, müssen noch vom Präsidenten genehmigt werden. Nach einer UN-Umfrage (2016) haben sich fast 90 % der ägyptischen Frauen und Mädchen im Alter von 15 bis 49 Jahren einer Genitalverstümmelung unterzogen. Die Staats- und Regierungschefs der Welt haben sich verpflichtet, FGM bis 2030 zu beenden, aber die Praxis ist in Somalia, Mali, Gambia, Guinea-Bissau, Tschad und Senegal noch sehr verbreitet. Fragwürdig bleibt wie sehr die Gesetze umgesetzt werden.

22 Mumien von Königinnen und Königen sind wie von alters her, als verstorbene Herrscher mit großen Ehren zu ihren Grabstätten transportiert wurden, vom Ägyptischen Museum am Tahrir-Platz ins neu eingeweihte Museum für Ägyptische Zivilisation (NMEC) gebracht worden. Eine Polizeikolonne sperrte die 7km lange Nil-Promenade ab. Das Fernsehen übertrug live.

Um dem Chaos von Kairo (17 Millionen Einwohner) zu entkommen, baut Ägypten 50 Kilometer östlich ein neues administratives Zentrum, das Ende 2021 offiziell eröffnet werden soll. Die Ministerien echoen  die grandiose Architektur der pharaonischen Tempel. Eine Riesen Moschee, viele Gebetshäuser, Universitäten und Kliniken, Residenzen und Parks entstehen. Eine elektronische Bahn und eine Monorail schaffen Verbindung nach Kairo. Alles ist auf Nachhaltigkeit ausgerichtet: Solarenergie, elektronische Kontrolle und bargeldloses Zahlen. Wenn komplett, soll die neue Stadt 6 Millionen Einwohner bergen und beschäftigen. Sie soll ein Hightech Model für Ägyptens Zukunft sein. Andere Städte – Kairo, Alexandria und Port Said – werden nicht vernachlässigt, sagt Präsident al-Sisi, doch die Eröffnung der neuen Hauptstadt sei „die Geburt eines neuen Staates“.

Sudan, Ägypten und Äthiopien führen seit fast einem Jahrzehnt in ergebnislosen Gesprächen über das Fluten des Grand Ethiopian Renaissance Dam (GERD). Sowohl Ägypten als auch der Sudan liegen flussabwärts des GERD.  Äthiopien beansprucht das Nilwasser zu nutzen und begann damit das Reservoir hinter dem Damm zu füllen. Khartum befürchtet, dass der Damm, der am Blauen Nil nahe der Grenze zum Sudan liegt, das Risiko von Überschwemmungen erhöhen und den sicheren Betrieb seiner eigenen Nildämme beeinträchtigen könnte, während das wasserarme Ägypten befürchtet, dass seine Wasserversorgung aus dem Nil beeinträchtigt werden könnte. Ägypten und Sudan wollen wieder verhandeln, um ein „faires“ und „ausgewogenes“ Abkommen über die Füllung des äthiopischen Mega-Damms zu erreichen, sagt Abd al-Fattah as-Sisi.

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