Frauengruppen wollen durch Sex – Entzug führende Politiker aus der Sackgasse holen und zu einer Friedens- und Versöhnungspolitik anhalten. Sie appellierten auch an die Ehefrauen von Präsident Kibaki und Premier Odinga, mitzumachen. Prostituierte sollen für ihren Verdienstausfall entschädigt werden. Die Aktivistinnen wollen eine Wiederholung der Grausamkeiten nach der letzten umstrittenen Wahl verhindern, bei denen 1.500 Menschen starben und 300.000 obdachlos wurden. Wie die Griechinnen in Aristophanes Komödie, hoffen sie durch einen „Liebesboykott Frieden zu erzwingen“.
Bei ihrer Vollversammlung bedauerten die Bischöfe, dass die Osterbotschaft in ihrem Land getrübt sei. Hauptanlass zur Sorge seinen die machthungrige politische Führung, die wachsende Gewalt sowie Hunger und Dürre. Dabei hätten die Menschen Kenias die Kraft, den Übeln entgegen zu arbeiten und das Land vom Abgrund wegzureißen. Text
In acht Folgen werden Straßenkinder von Nairobi am italienischen Fernsehen ihre Geschichte erzählen. Es ist der Versuch von „Millennium News“, den Kindern aus den Slums eine Stimme zu verleihen.
Stadtbewohner von Karatina nördlich von Nairobi sind in der Nacht zum Dienstag mit Steinen und Messern auf Mitglieder der verbotenen Mungiki Organisation vorgegangen und haben grausam gemordet. Die Mungiki gehören überwiegend Kibakis Kikuyu Stamm an; man wirft ihnen mafia-artige Verbrechen vor. Die Polizei warnt die Bürger, das Gesetz nicht in die eigene Hand zu nehmen.
Der kenianische Solarkocher (Material: zwei Kartons, schwarze Farbe und Reflektorfolien; Kosten: etwa 5.00 Euro) wurde im Wettbewerb für günstige, umweltfreundliche Lösungen für arme Länder mit 75.000 Euro prämiert. Gebrauch dieser Kochstelle kann gesundheitsschädliche Abgase unterbinden und die Vegetation weitgehend schützen, besonders da zurzeit etwa zwei Milliarden Menschen mit Brennholz kochen. Gegenüber andern Solarkochern hat die Box den Vorteil, dass sie einfach und preiswert ist und sich für Massenproduktion eignet.
Nach nur einem Jahr tritt Martha Karua von ihrem Amt zurück, weil sie ihr Reform Programm unterminiert sieht. Präsident Kibaki hat letzte Woche ohne ihr Wissen sieben neue Richter ernannt. Karua war eine der Hauptverbündeten von Kibaki und hatte sich nach dem großen Blutvergießen energisch für eine Koalitionsregierung eingesetzt.
Der Erzbischof von Nairobi, Kardinal John Njue, hat der Koalitionsregierung vorgeworfen, das Land weiter zu spalten statt für die nationale Einheit zu arbeiten. Auch müssten die Verantwortlichen sich stärker für die Aussöhnung der Bevölkerung und gegen die wachsende Korruption engagieren.
Der Anfang der Regenzeit in einigen Regionen hat wieder Hoffnung aufkommen lassen, aber die Ernte ist noch weit. Besonders der Norden und Osten des Landes und die Slums sind betroffen, wo 10 Millionen vom Hunger bedroht sind und Kinder von Schulspeisung abhängig sind, wo Wasserstellen austrocknen und Mensch und Tier leiden. Anfang Januar hatte die Regierung schon den Notstand ausgerufen.
3.500 Sicherheitskräfte kämpfen gegen Flammen, die kostbare Wälder und Savannen zerstören. 4.600 ha sollen schon verbrannt sein und Fauna und Flora, auch gefährdete Arten, sind bedroht. Man sucht nach Brandstiftern, aber auch Honigsammler könnten verantwortlich sein.
Um der akuten Wasserknappheit entgegen zu arbeiten und die Fluten zur Zeit heftiger Regenfälle zu vermeiden, plant Kenias Hauptstadt Nairobi, Regenwasser aufzufangen und zu speichern. Nach einem UNEP Bericht hat Nairobi das Potential zwischen sechs und zehn Millionen Menschen mit 60 Liter pro Tag zu versorgen, wenn das Regenwasser effektiv gehandhabt wird.