Die Wasserhyazinthe droht in weiten Teilen das Ufer des Viktoriasees zu ersticken mit verheerenden Folgen für die Tier- und Pflanzenwelt und für die Existenzgrundlage der Uferbewohner. Nun hilft eine Partnerorganisation aus Seattle Kenia zu ökologisch nachhaltigen Lösungen. Ochsen ziehen die Pflanzen ans Land. Die Stiele werden zu Werkzeugen und Korbmöbeln verarbeitet; mit dem Rest macht man Briketts zu Kochen und wirksamen Dünger, erst für den Eigenbedarf, dann zum Verkauf.
Die Leiterin des UN-Welternährungsprogramms berichtet aus Nairobi, dass durch extreme Dürre, hohe Nahrungsmittelpreise und die bewaffneten Konflikte in der Region vom nordöstlichen Kenia über Somalia bis zum Osten von Äthiopien etwa fünf Millionen vom Hunger bedroht sind. Die Zahl könnte steigen, wenn der nächste Regen wieder ausbleibt.
Nach Wikileak Enthüllungen soll sich nach dem Rückzieher von Qatar wahrscheinlich China bereit erklärt haben, den Tiefseehafen von Lamu zu bauen und das Straßen – Eisenbahn – und Pipelinenetz zum Südsudan, sowie nach Äthiopien und Uganda zu entwickeln. Ein Abkommen mit China, das Kenia 7,3 Millionen Dollar bringt, ist schon unterzeichnet. Die vielen chinesischen Projekte, darunter Erdölförderung in der Isiolo Region, werden überwiegend von chinesischen Kräften ausgeführt. Kleine lokale Firmen können nicht Schritt halten.
Drei Tote und 39 Verletzte verursachte die Explosion einer Bombe in Nairobi, als die Passagiere, meist Ugander, in den Bus nach Kampala einstiegen. Kurz zuvor hatte Ugandas Polizeichef vor angedrohten Attacken der somalischen Islamisten an Weihnachten gewarnt und Sicherheitsmaßnahmen angeordnet. Die al-Shabat Gruppe will sich an Kenia und Uganda rächen, weil sie der schwachen, von der UNO unterstützten Zentralregierung in Mogadischu Truppen zur Verfügung gestellt haben.
Der Internationale Gerichtshof hat sechs Kenianer genannt, darunter den stellvertretenden Ministerpräsidenten und Finanzminister Uhuru Kenyatta, denen in Den Haag der Prozess gemacht werden soll. Sie seien hauptverantwortlich für die blutigen Zusammenstöße nach der Präsidentenwahl in 2007, als etwa 1,200 Menschen umkamen und 500,000 fliehen mussten. Kenia soll entscheiden, was mit den vielen andern Schuldigen geschehen soll. Die meisten Kenianer glauben, dass die strafrechtliche Verfolgung notwendig ist, um die tief verwurzelte Kultur der Straffreiheit auszurotten.
Die kenianische Regierung hat zugegeben, dass sie fast ein Drittel des nationalen Budgets wegen korrupten Tätigkeiten einbüßt, laut Finanzexperten eine Summe von etwa vier Milliarden Dollar. Kenianer sind erstaunt, nicht über die Korruption sondern über das Eingeständnis von solch hoher Stelle. Die Errichtung der Anti-Korruption Kommission macht Bestechungen schwieriger und hat schon manche Prominente um ihr Amt gebracht.
In der Hafenstadt Lamu, nahe der somalischen Grenze, hat die Polizei sechs Kenianer abgefangen, die angeblich auf dem Weg waren, sich der Al-Qaida nahestehenden Al-Shabab Gruppe anzuschließen. Man nimmt an, dass sie Studenten von Mombasa und zwischen 15 und 30 Jahre alt sind. Es ist die erste Verhaftung dieser Art an der Grenze zu Somalia.
Nachdem der Bürgermeister der Hauptstadt Nairobi wegen des illegalen Verkaufs von Land für einen Friedhof zurückgetreten ist und letzte Woche dem Kultusminister ähnliches widerfuhr, muss jetzt auch der Außenminister vorübergehend zurückstehen bis die Ermittlungen gelaufen sind. Die neue Verfassung verlangt bei Strafanzeigen den sofortigen Rücktritt von öffentlichen Ämtern und macht so den Kampf gegen Korruption effektiver.
Wenn sich die Umweltminister aller Staaten im Februar 2011 in Nairobi treffen, tun sie das im neuen UN Bürokomplex, wo ein deutsch-afrikanisches Team eine leistungsstarke Photovoltaik- Anlage auf dem Dach anbringt, die saubere Energie für Beleuchtung, Klimatisierung und Kommunikation erzeugt. Die Systemkomponenten kommen von deutschen und japanischen Herstellern. Laut UNEP wird es das erste Gebäude dieser Art auf dem afrikanischen Kontinent sein.
In den letzten beiden Jahren wurden 1150 Lehrer aus dem Schuldienst entlassen, weil sie 12 bis 15jährige Mädchen sexuell missbraucht haben, meist in ländlichen Grundschulen. Was früher geheim blieb, kommt durch die landesweit eingerichtete vertrauliche Notrufstelle ans Tageslicht. Das allgegenwärtige Handy macht’s möglich. Obwohl nicht alle Vorfälle weitergeleitet werden, so erscheinen doch immer mehr Lehrer vor Gericht und landen im Gefängnis.