Schlagwort: Tansania

Der zweite Präsident Tansanias Ali Hassan Mwinyi ist im Alter von 98 Jahren gestorben. Er setzte harte wirtschaftliche und politische Reformen durch, die das ostafrikanische Land vom Sozialismus zu einer offenen Wirtschaft und einer Mehrparteiendemokratie führten. Von 1985 bis 1995 war er Präsident. Präsidentin Samia Suluhu hat eine siebentägige Trauerzeit ausgerufen. Die Nationalflagge wird während dieser Zeit auf Halbmast gehisst, um Mwinyis Verdienste für Tansania zu würdigen.

Während des heiligen Monats Ramadan wird die Mehrwertsteuer auf importierten Zucker aufgehoben. Aufgrund der Zuckerknappheit sind die Preise in Tansania und auf den halbautonomen Inseln Sansibars in den letzten drei Monaten in die Höhe geschossen. Sansibars Präsident Hussein Ali Mwinyi sagte zu den Markthändlern: „Hören Sie auf, die Preise während des Ramadans unnötig in die Höhe zu treiben, denn das bringt den meisten Armen Unannehmlichkeiten“. Sansibar hat eine mehrheitlich muslimische Bevölkerung.

Nach dem Angriff der Hamas auf Israel, der Ermordung von 39 Thailändern und der Geiselnahme von weiteren, sind tausende asiatische Erntehelfer aus Israel geflüchtet. Nun wirbt das Land Farmarbeiter von Afrika an, wo „die Not größer ist als die Angst vor dem Krieg“. Hunderttausende gutausgebildete Uniabsolventen finden keinen Job. Israel greift zu. Kenia will 1500 Arbeitsmigranten schicken; Malawi hat bereits 220 entsandt; auch mit Tansania wird verhandelt. Elkana Mosa, mit Diplom in Agrarwirtschaft, hat trotz der Ermordung zwei seiner tansanischen Landsleute die Arbeit in einer Bienenfarm nahe Tel Aviv angenommen. Er will seine Eltern daheim unterstützen, ein Sparkonto eröffnen und, wenn er überlebt, eines Tages eine Imkerei daheim in Tansania aufmachen. Das Anwerben von Arbeitskräften aus Afrika stößt zunehmend auf Kritik.

Das Europäische Parlament hat die Vertreibung der Maasai in Tansania, aus Gebieten in und um den berühmten Serengeti-Nationalpark, im Namen des Naturschutzes verurteilt. Die EU erklärte, dass die Rechte der Ureinwohner ein nicht verhandelbarer Bestandteil jeder Naturschutzinitiative sind. Die tansanische Regierung hat bestritten, die Massai gewaltsam vertrieben zu haben, und erklärt, sie seien freiwillig umgezogen.

Die Zahl der Todesopfer durch Überschwemmungen ist in Kenia auf 136 gestiegen, da die Fluten Städte von der Landkarte verschwinden lassen. Nach Angaben des National El Nino Emergency and Disaster Response Command Centre lag die Zahl der vertriebenen Haushalte am Freitag bei 92.432, was 462.160 Menschen entspricht. In Tansania führten im vergangenen Monat stärkere Regenfälle als üblich zu Todesfällen und zur Zerstörung von Eigentum in der Hauptstadt Dar es Salaam und in den Gebieten Kigoma, Kagera, Geita und Unguja. Im Bezirk Hanang wurden 47 Menschen getötet. In einigen Teilen des Landes wurden Ernten weggeschwemmt, was die Lebensgrundlage der Menschen beeinträchtigt. Die tansanische Meteorologie Behörde hat gewarnt, dass die Regenfälle in diesem Monat anhalten werden.

Eine Petition wurde abgewiesen, mit der der Bau einer umstrittenen Rohölpipeline von Uganda nach Tansania im Wert von 4 Mrd. $ gestoppt werden sollte. Ein fünfköpfiges Gerichtsgremium (EACJ) in Arusha entschied, dass die Klage zu spät eingereicht wurde und daher verjährt ist. Die 1.443 km lange East Africa Crude Oil Pipeline (Eacop), die von den Regierungen Ugandas und Tansanias zusammen mit TotalEnergies und der China National Offshore Oil Corporation (CNOOC) gebaut wird, stößt auf den Widerstand lokaler Gemeinden sowie von Rechts- und Umweltgruppen.

Der erste internationale Campus des Indian Institute of Technology Madras – IIT Madras – wurde offiziell auf Sansibar eröffnet. Der Campus bietet einen vierjährigen Bachelor of Science in Datenwissenschaft und künstlicher Intelligenz sowie einen zweijährigen Master of Technology in Datenwissenschaft und KI an. 46 Studenten aus Indien und Sansibar haben sich bereits für den B.Sc.-Studiengang eingeschrieben. Studierende haben die Möglichkeit, an Partnereinrichtungen des IIT Madras, im Vereinigten Königreich und in Australien zu studieren, sowie Semesteraustauschoptionen am Muttercampus in Chennai. Das IIT Madras ist eine der besten Universitäten in Indien. Indien und Sansibar haben eine lange gemeinsame Geschichte, die bis in die 1800er Jahre zurückreicht. Die indische Gemeinschaft in Sansibar ist eine der ältesten Gemeinschaften, die sich in Ostafrika niedergelassen haben.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat bei seinem Besuch in Tansania um Vergebung für die Gewalttaten der deutschen Kolonialherren gebeten. „Und als deutscher Bundespräsident möchte ich um Verzeihung bitten für das, was Deutsche hier Ihren Vorfahren angetan haben. Und mehr noch: Ich möchte Ihnen versichern, dass wir Deutsche mit Ihnen nach Antworten suchen werden auf die offenen Fragen, die Ihnen keine Ruhe lassen“.

In Daressalam gibt es ein Zusammentreffen des Bundespräsidenten mit Präsidentin Samia Suluhu Hassan. Es geht darum, bestehende Partnerschaften auszubauen und neue zu knüpfen. Steinmeier wird von einer Wirtschaftsdelegation begleitet. Der Bundespräsident wird auch Opfern des Maji-Maji-Krieges begegnen. In dem Kolonialkrieg von 1905 bis 1907 mit bis zu 300.000 Toten hatte sich die Bevölkerung gegen die Unterdrückung durch die deutsche Kolonialherrschaft aufgelehnt.

Der Serengeti-Nationalpark in Tansania wurde zum fünften Mal in Folge zum besten Afrikas gekürt. Die Serengeti, die für ihre Gnuwanderung bekannt ist, hat den Preis seit 2019 jedes Jahr gewonnen. Zu den anderen afrikanischen Bewerbern gehörten das Central Kalahari Game Reserve in Botswana, der Etosha-Nationalpark in Namibia, der Kidepo Valley National Park in Uganda, der Krüger-Nationalpark in Südafrika und das Masai Mara National Reserve in Kenia.

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