Schlagwort: Tansania

Nach einer Studie des World Wide Fund for Nature (WWF) sind fast 60 % der Wildtierkorridore entlang des tansanisch-kenianischen Grenzgebiets verschwunden. Der Verlust wichtiger Lebensräume, die Wildtierpopulationen miteinander verbinden, wird auf menschliche Eingriffe und damit verbundene Aktivitäten zurückgeführt. Dies hat auch schon zu Konflikten zwischen Menschen und Wildtieren beigetragen, die zu Todesfällen und zur Zerstörung von Ernten geführt haben.

„Für sein kompromissloses und mitfühlendes Durchdringen der Auswirkungen des Kolonialismus und des Schicksals des Flüchtlings in der Kluft zwischen Kulturen und Kontinenten“, wird Abdulrazak Gurnah mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet.  Er ist auf Sansibar geboren und lebt in England. 2 seiner Werke sind ins Deutsche übersetzt worden: „Das verlorene Paradies“ (1986) und „Die Abtrünnigen“ (2006).

Das sambische Hochkommissariat hat bestätigt, dass 200 tansanische Lastwagen beschlagnahmt wurden, weil sie ohne gültige Genehmigung geschütztes Mukula-Holz – eine Rosenholzart – abgeholzt hatten. Im Jahr 2016 verbot Sambia den Einschlag und den Transport des Holzes, das in Asien als Palisanderholz zunehmend gefragt ist. Um den Schmuggel der gefährdeten Baumart zu unterbinden, verlangt Lusaka, dass Transporteure, auch im Transit, über gültige Dokumente verfügen, aus denen die Herkunft ihrer Palisanderstämme und der Zeitpunkt ihres Einschlags hervorgehen. Die Lkw-Fahrer behaupten, dass die mit dem Holz aus der Demokratischen Republik Kongo kamen, und im Transit nach Tansania waren.

Die Tansanische Bischofskonferenz (TEC) hat, in der Erzdiözese Tabora in Zusammenarbeit mit Norwegian Church Aid (NCA), Menschen mit besonderen Bedürfnissen (Blinde und Gehörlose) in der Prävention von Covid19 geschult. Pfr. Charles Kitima, Generalsekretär der Tansanischen Bischofskonferenz, betonte, „Die Kirche schätzt das menschliche Leben, das ein Geschenk Gottes ist. Dieses Leben hat einen großen Wert und wir sollten es respektieren. Eine Behinderung bedeutet nicht, dass man weniger Mensch ist. Sie haben das Recht, alle Informationen über die Coronavirus-Pandemie zu erhalten und somit Botschafter für andere zu sein.“

Präsident Samia Suluhu hat eine Kabinettsumbildung vorgenommen. Dr. Stergomena Tax wird als erste Frau Verteidigungsministerin. Sie tritt die Nachfolge von Elias Kwandikwa an, der im August verstorben ist. Dr. Tax war Exekutivsekretärin der Entwicklungsgemeinschaft des Südlichen Afrika (SADC). Die Präsidentin hat außerdem die Ernennung von drei Kabinettsministern widerrufen und einen neuen Generalstaatsanwalt ernannt. Bei den Entlassenen handelt es sich um die Kommunikationsministerin Faustine Ndugulile, die von Dr. Ashatu Kijaji ersetzt wird; Prof. Makame Mbarawa wird neuer Minister für Bau und Verkehr und löst damit Dr. Leonard Chamuriho ab; January Makamba aus Bumbuli, Energieminister, wird von Dr. Medard Kalemani ersetzt. Des Weiteren hat die Präsidentin Dr. Eliezer Feleshi zum neuen Generalstaatsanwalt ernannt; er ersetzt Prof. Adelardus Kilangi, der als Botschafter eingesetzt wird.

Erzbischof Jude Thaddaeus Ruwai’chi (OFM Cap) von Dar es Salaam ordnete an, dass jeder Priester seiner Diözese sich impfen lassen muss. Weiter führte er aus,“ hört auf, mit dieser Covid-19-Pandemie Scherze zu treiben. Dies ist eine Krankheit, die uns schmerzt, da sie das Leben unserer Angehörigen kostet. Lassen Sie uns diese Angelegenheit ernst nehmen“. Auch forderte er alle Gläubigen und religiösen Führer auf, sich und andere weiterhin vor dem Virus zu schützen, indem sie stets Masken tragen und andere Vorsichtsmaßnahmen gemäß den Anweisungen der Gesundheitsexperten ergreifen. Er rief auch alle Menschen dazu auf, die Ratschläge der Gesundheitsexperten zu befolgen und sich weiterhin vor dem Virus zu schützen, wobei er sich bewusst ist, dass sich die Nation in einer schwierigen Zeit befindet, die von allen die volle Verantwortung verlangt.

Nach einem öffentlichen Aufschrei prüft die Regierung die neu eingeführte Mobilfunksteuer. Am 15. Juli trat die neue Steuer in Kraft; sie erhebt zusätzliche Gebühren für jede Zahlung, die über das Telefon gesendet oder empfangen wird. Die Regierung verteidigt die Abgabe und sagt, dass sie zur Finanzierung von Entwicklungsprojekten, wie z.B. der Bereitstellung von fließendem Wasser in Schulen, verwendet wird.

Auf Druck der UN und der Bretton-Woods-Institutionen wird die Regierung damit beginnen, Covid-19-Daten als Vorbedingung für eine Kreditvergabe freizugeben. Der Internationale Währungsfonds (IWF) hatte gedroht, einen Kredit in Höhe von 571 Mill. US-Dollar zurückzuhalten. Tansania hörte am 29. April 2020 auf, Fälle von Covid-19 zu melden, als das Land 509 Infektionen, 183 Genesungen und 21 Todesfälle verzeichnete. Ein paar Wochen später erklärte Präsident John Magufuli das Land für pandemiefrei. Statistiken zeigen, dass Tansanias Wirtschaftswachstum durch die globale Pandemie stark beeinträchtigt wurde.

Magawa (afrikanische Riesenbeutelratte), geboren 2014, wurde in Tansania von der belgischen Wohltätigkeitsorganisation APOPO trainiert, Sprengstoffe zu erkennen. 5 Jahre lang spürte er Landminen und nicht explodierte Munition in Kambodscha auf. Er half 225.000 m2 Land von Minen zu befreien – das entspricht 42 Fußballfeldern. Eine Fläche von der Größe eines Tennisplatzes kann er in nur 30 Minuten durchwühlen, was mit einem herkömmlichen Metalldetektor vier Tage dauern würde. 2020 erhielt Magawa das tierische Äquivalent zu Großbritanniens höchster ziviler Auszeichnung für Tapferkeit. Er war die erste Ratte, die in den 77 Jahren der Verleihung eine PDSA-Medaille erhielt, und gesellte sich damit zu einer bunten Schar tapferer Hunde und Katzen – und sogar einer Taube. Magawa wird nun mehr Zeit damit verbringen, Bananen und Erdnüsse zu essen.

In einer Rede zum Tag der Arbeit in der nördlichen Mwanza-Region, sagte Präsidentin Samia Suluhu Hassan, dass die COVID-19-Pandemie das globale Wirtschaftswachstum beeinträchtigt habe und dass Tansanias Wirtschaft davon nicht verschont geblieben sei. Die Regierung werde den Einkommenssteuersatz im Juli beginnenden Finanzjahres 2021/22 um einen Prozentpunkt auf 8% senken und plane außerdem, „unfreundliche Steuern und Gebühren für Tansanier“ zu beseitigen. Die Präsidentin hat in öffentlichen Äußerungen angedeutet, dass sie versuchen wird, das Investitionsklima in dem Land mit fast 60 Millionen Einwohnern zu verbessern. Unter ihrem Vorgänger John Pombe Magufuli brachen die ausländischen Direktinvestitionen ein und Investoren klagten über ein schwieriges Geschäftsumfeld.

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