Schlagwort: Tansania

Nach einem öffentlichen Aufschrei prüft die Regierung die neu eingeführte Mobilfunksteuer. Am 15. Juli trat die neue Steuer in Kraft; sie erhebt zusätzliche Gebühren für jede Zahlung, die über das Telefon gesendet oder empfangen wird. Die Regierung verteidigt die Abgabe und sagt, dass sie zur Finanzierung von Entwicklungsprojekten, wie z.B. der Bereitstellung von fließendem Wasser in Schulen, verwendet wird.

Auf Druck der UN und der Bretton-Woods-Institutionen wird die Regierung damit beginnen, Covid-19-Daten als Vorbedingung für eine Kreditvergabe freizugeben. Der Internationale Währungsfonds (IWF) hatte gedroht, einen Kredit in Höhe von 571 Mill. US-Dollar zurückzuhalten. Tansania hörte am 29. April 2020 auf, Fälle von Covid-19 zu melden, als das Land 509 Infektionen, 183 Genesungen und 21 Todesfälle verzeichnete. Ein paar Wochen später erklärte Präsident John Magufuli das Land für pandemiefrei. Statistiken zeigen, dass Tansanias Wirtschaftswachstum durch die globale Pandemie stark beeinträchtigt wurde.

Magawa (afrikanische Riesenbeutelratte), geboren 2014, wurde in Tansania von der belgischen Wohltätigkeitsorganisation APOPO trainiert, Sprengstoffe zu erkennen. 5 Jahre lang spürte er Landminen und nicht explodierte Munition in Kambodscha auf. Er half 225.000 m2 Land von Minen zu befreien – das entspricht 42 Fußballfeldern. Eine Fläche von der Größe eines Tennisplatzes kann er in nur 30 Minuten durchwühlen, was mit einem herkömmlichen Metalldetektor vier Tage dauern würde. 2020 erhielt Magawa das tierische Äquivalent zu Großbritanniens höchster ziviler Auszeichnung für Tapferkeit. Er war die erste Ratte, die in den 77 Jahren der Verleihung eine PDSA-Medaille erhielt, und gesellte sich damit zu einer bunten Schar tapferer Hunde und Katzen – und sogar einer Taube. Magawa wird nun mehr Zeit damit verbringen, Bananen und Erdnüsse zu essen.

In einer Rede zum Tag der Arbeit in der nördlichen Mwanza-Region, sagte Präsidentin Samia Suluhu Hassan, dass die COVID-19-Pandemie das globale Wirtschaftswachstum beeinträchtigt habe und dass Tansanias Wirtschaft davon nicht verschont geblieben sei. Die Regierung werde den Einkommenssteuersatz im Juli beginnenden Finanzjahres 2021/22 um einen Prozentpunkt auf 8% senken und plane außerdem, „unfreundliche Steuern und Gebühren für Tansanier“ zu beseitigen. Die Präsidentin hat in öffentlichen Äußerungen angedeutet, dass sie versuchen wird, das Investitionsklima in dem Land mit fast 60 Millionen Einwohnern zu verbessern. Unter ihrem Vorgänger John Pombe Magufuli brachen die ausländischen Direktinvestitionen ein und Investoren klagten über ein schwieriges Geschäftsumfeld.

Die Regierungen von Uganda und Tansania und  die internationalen Ölfirmen – die französische Total E&P und die chinesische Cnooc – haben Vereinbarungen für die Kommerzialisierung der geplanten East African Crude Oil Pipeline (EACOP) unterzeichnet. Die 1.445 Kilometer lange Pipeline, beginnt in Hoima im Albertine Graben im Westen Ugandas und endet im Hafen von Tanga in Tansania. Sie wird 216.000 Barrel Rohöl pro Tag transportieren. Aufgrund der wachsartigen Beschaffenheit des ugandischen Öls wird es eine der längsten beheizten Rohöl-Exportpipelines der Welt sein. Mehr als 10.000 Arbeitsplätze sollen so geschaffen. Umweltaktivisten kritisieren das Projekt, aufgrund der C02-Emissionen (freigesetzt bei  der Verbrennung von Öl) entstehen Risiken  für geschützte Umgebungen, Wasserquellen und Feuchtgebiete in beiden Ländern.

Nach dem Tod von Präsident John Pombe Magufuli wurde die Vizepräsidentin, Frau Samia Suluhu Hassan, erste weibliche Präsidentin von Tansania, durch den Obersten Richter Ibrahim Juma, im State House Dar es Salaam als sechstes Staatsoberhaupt Tansanias vereidigt. Die tansanische Verfassung sieht vor, dass sie die verbleibende fünfjährige Amtszeit an der Spitze des Landes zu Ende führt.

Der Bau des Projekts SGR (Standard Gauge Railway), einer elektrifizierten Normalspurbahn von Dar es Salaam nach Morogoro, steht vor der Fertigstellung und wird in den nächsten 3 Monaten getestet. Es verbleiben 3 weitere Streckenabschnitte: Morogoro – Tabora (294 km), Tabora – Isaka (133 km) und Isaka – Mwanza (248 km). Damit wäre Dar es Salaam mit den ohne Seezugang ausgestatteten Nachbarländern – der Demokratischen Republik Kongo, Ruanda und Uganda – verbunden. Die neue Strecke verläuft parallel zu einer 1905 von der Kolonie Deutsch-Ostafrika errichteten Bahn von Dar es Salaam nach Kigoma und einer von 1923 bis 1928 unter britischem Völkerbundmandat gebauten Bahn von Tabora nach Mwanza.

In den frühen Morgenstunden des Donnerstags ereignete sich ein moderates Erdbeben, in einer geringen Tiefe von 10 km unter dem Epizentrum, im Tarime District Council, 53 km östlich von Musoma. Nennenswerter Schäden sollte es bei dieser Magnitude nicht gegeben haben. Der nächstgelegene Vulkan ist „Homa Mountain“ (128 km) entfernt. Er gilt als erloschen und ist einer der wenigen Karbonatit-Vulkane auf der Welt. Seine Entstehungszeit wird auf das Miozän oder Pleistozän geschätzt. Der letzte Ausbruch ist unbekannt.

Das behauptet Hulda  Swai, tansanische Professorin für Biowissenschaften und Biotechnik. Durch ihre Arbeit mit Nanotechnologie hat sie zu potenteren Malaria-Medikamenten beitragen können  indem sie vorhandene aber nicht lösliche  Kräuter- Extrakte verbesserte. Sie wurde nun mit dem „African Union Kwame Nkrumah Continental Award for Scientific Excellence“ ausgezeichnet. Prof. Swai konnte von der Weltbank Millionen für die Finanzierung afrikanischer Forscher sichern. Auch motiviert sie immer wieder afrikanische Frauen zu einer Karriere in der Wissenschaft.

Die katholische Kirche warnt die Tansanier, die Covid-19-Vorsorge ernster zu nehmen. Präsident John Magufuli hat das Virus bisher heruntergespielt, und es werden keine Impfmaßnahmen getroffen. Pater Charles Kitima, Sekretär der Tansanischen Bischofskonferenz (TEC) sagt, „Die Leute werden nicht getestet… Die Kirche hat etwa 500 Gesundheitszentren im ganzen Land, aber es ist uns nicht erlaubt, zu testen, und wir haben nicht die Ausrüstung dafür“. 60 Ordensfrauen und 25 Priester sind in den letzten 2 Monaten gestorben, nachdem sie Symptome des Coronavirus zeigten.

Länder