Schlagwort: Sudan

Der UN-Beauftragte für den Sudan, Jan Pronk, hat vor der Gefahr eines Staatszerfalls im Sudan gewarnt. Der Wiederaufbau im Süden geht nur schleppend voran. Die UN-Friedenstruppe ist immer noch nicht vollständig und die Gewalt im Süden eskaliert. Die UN-Flüchtlingsorganisation hat die Rückführung von Flüchtlingen ausgesetzt.

Der Sudan hat mit China ein Abkommen unterzeichnet, die die Exploration für Erdöl und Gas auf einem 3.8 Quadratkilometer großen Areal im Roten Meer vor der Küste im Norden des Landes vorsieht.

Nach ständigen Luftangriffen und Kämpfen zwischen Rebellengruppen, Milizen und sudanesischer Armee flüchten die Menschen in Scharen in die Flüchtlingslager von Darfur, die meisten nach ZamZam. UN Blauhelmsoldaten patrouillieren die Lager, doch die Konflikte erschweren ihre Arbeit und die Versorgung durch die Hilfsorganisationen. In der Krisenregion leben etwa 2,3 Millionen Menschen in Lagern. 300,000 sollen seit 2004 ums Leben gekommen sein.

Obwohl Regierung und Rebellen Friedensverhandlungen in Nigeria wieder aufgenommen haben, sind die Kämpfe in Darfur wieder aufgeflackert. Mit Unterstützung der Regierung überfielen Milizen zwei Dörfer in Nord-Darfur und ermordeten 30 Menschen. Im Süd-Darfur eroberten mehrere Hundert Milizen der Rebellenbewegung SLA die Stadt Sheiria.

Südafrikas Thabo Mkeki wird in Khartum erwartet, um die Verhandlungen zwischen Sudan und Südsudan wieder in Gang zu bringen. Sie waren durch wochenlange Kämpfe unterbrochen worden. Die Bischöfe der katholischen und anglikanischen Kirche im Südsudan haben in einer gemeinsamen Erklärung gefordert, dass die internationale Gemeinschaft eine „ausgewogenere Haltung“ zu dem Konflikt zwischen den beiden Staaten annimmt, die Lage gründlich studiert und den nötigen Druck ausübt, um den Frieden zu erreichen. Dass die Menschen im Südsudan das Vertrauen in die Völkergemeinschaft verlieren, sei „besorgniserregend“.

UN-Generalsekretär Kofi Annan und Präsident George Bush sind sich bei Gesprächen im Weissen Haus einig geworden, die Schutztruppe der Afrikanischen Union in Darfur zu verstärken und den Vereinten Nationen zu unterstellen. Die USA machten allerdings keine konkreten Zusagen. Die EU will bis dahin die AU-Truppen finanziell unterstützen.

Der Haftbefehl für Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit, den der Internationale Strafgerichtshof im März 2009 gegen Sudans Präsident Bashir ausgestellt hat, könnte nun auf Völkermord in drei Fällen ausgeweitet werden. Sudanesische Funktionäre weisen alle Anschuldigungen zurück. Bashir würde „seinen Kurs nicht ändern“. Im April tritt er zur Wahl an und hat gute Chancen.

Nach Augenzeugenberichten haben 50 Fahrzeuge der Sicherheitskräfte das Flüchtlingslager in Kalma umstellt, mit Granaten und Raketen beschossen und 32 Bewohner getötet. Die Regierung spricht von Schießereien bei einer Durchsuchung des Lagers nach Waffen.

Nach den brennenden Dörfern deckt das von Hollywood Star George Clooney angeregte Satelliten Sentinel-Projekt nun auch Ansammlungen von Truppen und befestigte Lager nahe Diffra und Bongo im Norden der Abyei Provinz und ähnliche Feldlager bei Goli auf. Der verstärkte Nachschub in der Krisenregion entlang der Grenze verschärft die schon fatale Lage. Die Zukunft der umstrittenen ölreichen Provinz Abyei ist das delikateste Problem, das die beiden Regierungen in Khartum und Juba noch vor der Unabhängigkeitserklärung im Juli lösen müssen.

Obwohl das Präsidententreffen nach den Bombenangriffen im Grenzgebiet gestrichen wurde, kamen Vertreter beider Länder in Addis Abeba zusammen, um die Spannungen abzubauen. Die Verteidigungsminister sprachen von einem „guten Treffen“. Sie wollen auf keinen Fall einen Krieg. Die neuesten Kämpfe drehten sich um die erdölreiche Heglig Region.

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