In mehr als 30 Ländern erinnerten Demonstrationen an das Schicksal der Bevölkerung des Darfur, der 200.000 Toten und 2 Millionen Flüchtlinge. Der britische Premierminister Gordon Brown nannte es eine der größten Tragödien unserer Zeit.
Sudan » Seite 23
In mehr als 30 Ländern erinnerten Demonstrationen an das Schicksal der Bevölkerung des Darfur, der 200.000 Toten und 2 Millionen Flüchtlinge. Der britische Premierminister Gordon Brown nannte es eine der größten Tragödien unserer Zeit.
Tausende von Menschen flohen vor Kämpfen zwischen Regierungstruppen und Rebellen in Golo und Daya. NROs haben 90 Mitarbeiter aus der Gegend evakuiert.
China hat eine Verschärfung der US-Sanktionen gegen den Sudan wegen des Darfur Konflikts abgelehnt. Peking unterhält enge wirtschaftliche Beziehungen zum Sudan, ist ein wichtiger Waffenlieferant für Khartum und bezieht mehr als die Hälfte des sudanesischen Rohöls.
120 km von Port Sudan toben heftige Kämpfe zwischen Regierungstruppen und Kämpfern des Beija Congress, die ihre bisher größte Offensive gestartet haben. Sie werden auch von den „Free Lions“ der Rashaida Nomaden und den JEM Rebellen in Darfur unterstützt.
Auf Einladung der niederländischen Regierung arbeiteten Vertreter beider Seiten am Donnerstag in Den Haag einen Ablaufplan aus, der den Weg zu einer großen Geberkonferenz im Oktober ebnen soll. Knapp zwei Monate nach der Unterzeichnung des Friedensabkommens für Darfur wollen sie den Wiederaufbau der Region mit ausländischer Hilfe vorbereiten.
Die Hauptstadt Khartum leidet seit zehn Tagen unter einer außergewöhnlichen Hitzewelle mit Temperaturen von 47 ° C. Strom und Wasserknappheit verschlimmerten die Lage. Bewohner holten sich eimerweise das Wasser vom Nil. Im noch heißeren Port Sudan am Roten Meer forderte die Hitze 40 Todesopfer.
Im südlichen Sudan kamen in einer Woche 140 Menschen bei Kämpfen ums Leben. Man spricht von 90 Verletzten. Die meisten Toten kommen vom Dinka Stamm und wurden von den rivalisierenden Nuer angegriffen. 30,000 Stück Vieh sollen gestohlen worden sein. Die UNO Vertreter sind „sehr besorgt“ über die Lage und befürchten weitere Auseinandersetzungen. Politiker aus dem Süden beschuldigen Präsident Bashir, dass er vor den für April geplanten Wahlen und dem Referendum über die Trennung die Region destabilisieren will.
Regierung und Rebellen schieben sich gegenseitig die Verantwortung für die Bombardierung mehrerer Dörfer in Darfur.
Nachdem im Zusammenstoß zwischen Rebellen und den von Khartum kontrollierten sudanesischen Streitkräften die ganze Zivilbevölkerung der Stadt Abyei vertrieben wurde und die Häuser in Schutt und Asche liegen, ist das in 2005 ausgearbeitete Friedensabkommen zunichte gemacht.
Die Versorgung von etwa 400.000 Menschen in Darfur ist durch immer häufigere Angriffe auf Mitarbeiter von Hilfsorganisationen gefährdet . Seit Anfang des Jahres wurden drei Mitarbeiter von Hilfs- oder UN-Organisationen getötet und etwa 90 entführt. In der Versorgung der Bevölkerung sind 14.000 Menschen geschäftigt, davon 1.000 Ausländer.