Schlagwort: Sudan

Der Sondergesandte für den Sudan, Jan Pronk, hat die Friedensbemühungen der Staatengemeinschaft in der Krisenregion Darfur als gescheitert bezeichnet. Die Geberländer und die Uno hatten sich bisher darauf konzentriert, die inzwischen rund 7000 Mann starke Beobachtermission der Afrikanischen Union (AU) zu unterstützen. Damit hofften sie, Khartums Vertreibungspolitik ein Ende zu setzen. Die Uno und die Afrikanische Union erwägen nun, in Darfur Blauhelmtruppen einzusetzen. Die Afrikanische Union (AU) hat die sudanesische Regierung gedrängt, eine Übernahme der Friedensmission in Darfur durch die UNO zu akzeptieren.

Amnesty International beschuldigt Russland und China, ein UN-Embargo zu unterlaufen und Waffen für den Einsatz gegen die Bevölkerung im Darfur zu liefern. China hat kürzlich sechs Militärmaschinen vom Typ K-8 an die sudanesische Luftwaffe geliefert. China hat die Vorwürfe zurückgewiesen.

Ein Jahr vor den olympischen Spielen in Peking will die amerikanische Schauspielerin Mia Farrow mit einem Fackellauf die Aufmerksamkeit der Welt auf Chinas Rolle in der Darfur-Krise lenken. Der Fackellauf soll besonders an Orte von Völkermorden führen: Ruanda, Armenien, Bosnien, Deutschland und Kambodscha.

Bei der jüngsten Vollversammlung haben die sudanesischen Bischöfe entschieden, die Bischofskonferenz nicht in Sudan und Südsudan zu spalten. In beiden Ländern habe die Kirche eine ähnliche Rolle zu spielen: Regierungen und Bürger an die Werte des Evangeliums zu erinnern. Da beide Länder arm sind, ist Entwicklung, Gerechtigkeit und Frieden besondere Schwerpunkte der kirchlichen Arbeit.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon bedauerte eine Reihe von neuen Beschränkungen der Regierung in Khartum für die geplante UN Friedenstruppe in Darfur, die deren Effektivität stark einschränken würde.

Tausende vom Merowe Damm Vertriebene, protestieren, weil die versprochene Entschädigung von Land und Häusern bis jetzt ausblieb. Der von China gebaute Damm hat die Energieproduktion des Sudan verdoppelt, aber auch 15,000 Familien heimat- und existenzlos gemacht.

Auf Drängen afrikanischer Staaten hat der UN Menschenrechtsrat die Expertengruppe aufgelöst, die Gräueltaten in Darfur dokumentieren sollte. Die einstimmige Entscheidung fiel eine Woche, nachdem die Gruppe dem Sudan vorgeworfen hatte, Zivilpersonen in Darfur nicht ausreichend vor Folter und Vergewaltigung zu schützen. Die Lage in der Krisenregion wird nun vom UN-Sondergesandten im Sudan, Simar Samar, beobachtet, dessen Mandat um ein Jahr verlängert wurde.

In einer gemeinsamen Erklärung verurteilen die UN und die Afrikanische Union einen Angriff arabischer Milizen auf ein Dorf in der Region von Nyala, bei dem 17 Menschen ermordet und fast sämtliche Häuser zerstört wurden. Das Welternährungsprogramm gab bekannt, dass wegen Geldmangel ab Mai die Nahrungsmittelrationen für eine Million Flüchtlinge um die Hälfte gesenkt werden.

Die UN-Beauftragte für Darfur, Radhika Coomaraswamy, hat die massive Rekrutierung von Kindersoldaten in der Konfliktregion beklagt.

Der Südsudan hat 12,5 Millionen Dollar bereitgestellt, um 1,5 Millionen Menschen vom Norden zum Süden zu bringen, damit sie im Referendum wählen können. Ob sie danach wieder zum Norden zurück dürfen, bleibt ungewiss. Die Regierung in Juba hofft auf einen Wahlsieg, der die erwartete Trennung vom Norden bringt, ist aber zu arm und unterentwickelt, um neben den Bürgern auch den Neuankömmlingen adäquate Lebensbedingungen zu bieten.

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