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Weil sie sich nicht auf eine demilitarisierte Zone entlang der umstrittenen 1,800 km langen Grenze zwischen Sudan und Südsudan einigen konnten, trennten sich die beiden Gruppen gestern nach zehn Tagen, aber nicht ohne ihre Zusage zu erneuern, die Feindseligkeiten zu beenden. Khartum hat die AU gebeten, den Gipfel im Juli von Malawi nach Äthiopien zu verlegen, weil die neue Präsidentin von Malawi Sudans Bashir nicht in ihrem Land duldet.

Die ungewisse Zukunft der ölreichen Grenzregion Abyei, der bis jetzt ein Volksentscheid vorenthalten wurde, hat schon für manchen Streit gesorgt, weil Khartum und Juba Anspruch darauf erheben. Nun haben nach einigen Provokationen und heftigen Gefechten nordsudanesische Truppen am Wochenende die Stadt Abyei eingenommen. Die meisten der 20,000 Einwohner sind geflohen. Heute haben Bewaffnete die Stadt in Brand gesetzt und ziehen plündernd durch die Straßen. Appelle der UNO an Khartum, der Gewalt und der Zerstörung Einhalt zu gebieten, bleiben ungehört. Experten befürchten, dass die Spannungen einen neuen Krieg zwischen Nord und Süd entfachen könnten.

Trotz Warnung der höchsten religiösen Autorität, ist al-Bashir auf seiner zweiten Auslandreise nach dem vom Internationalen Gerichtshof verhängten Haftbefehl, erst nach Eritrea, dann nach Ägypten, während sich die humanitäre Lage in Darfur nach Ausweisung von 13 Hilfsorganisationen verschlimmert. Sollten keine andern Geber gefunden werden, sind im Mai eine Million Menschen ohne Nahrungsmittel.

Die Kämpfe in der Provinz Südkordofan hatten bis jetzt die Hauptstadt Kadugli verschont. Nun gab es auch hier Tote und Verletzte. Die SPLM-Nord (Sudanesische Volksbefreiungsarmee) hatte während des 20-jährigen Bürgerkriegs auf der Seite des Südens gegen Khartum gekämpft und fühlte sich nach Südsudans Unabhängigkeit betrogen. Aufgeheizt wurden die Kämpfe durch die neuen Grenzstreitigkeiten zwischen den beiden Sudans. Obwohl die Präsidenten Bashir und Kiir sich kürzlich über die Wiederaufnahme der Ölförderung und eine Pufferzone geeinigt haben, bleibt die Abyei Provinz, reich an fruchtbarem Land und Ölvorkommen, ein großes Hindernis auf dem Weg der Verständigung.

13 Militärs und 12 Polizeioffiziere der geplanten UN-Friedenstruppe, die die AU-Soldaten unterstützen sollen, sind in El Fasher eingetroffen. Insgesamt soll die Friedenstruppe von jetzt 7.000 auf 17.000 Soldaten und 3.000 Polizisten erhöht werden.

Die Entscheidung des Internationalen Schiedsgerichts, das Heglig-Ölfeld und die Nil-Ölpipeline dem Norden zu zusprechen, wurde von der Regierung in Khartum begrüßt. Die SPLA bezeichnete die Entscheidung als „ausgewogen“, will aber das Dinka Gebiet um Abyei als Teil des Südens behalten. Bei militärischen Auseinandersetzungen über die Zugehörigkeit der Region von Abyei, die im Friedensabkommen von 2005 offen gelassen wurde, kamen über 100 Menschen ums Leben, Zehntausende wurden vertrieben. 2011 soll ein Referendum entscheiden, ob Abyei zum Süden oder Norden gehört.

Das sudanesische Militär nennt das Andocken der beiden Schiffe – schon das zweite Mal in fünf Wochen – Routine. Israel hingegen behauptet, dass der Sudan als Waffentransportroute für die Hamas diene. Der Bombenangriff auf eine Waffenfabrik in Khartum könnte mit den Lieferungen in Verbindung gebracht werden. Auch das gegenüberliegende Saudi Arabien kritisierte die iranische Präsenz im Roten Meer.

Wissenschaftler haben die Überreste eines alten unterirdischen Sees in Darfur entdeckt. Sie hoffen Bohrlöcher errichten zu können, um das verborgene Nass an die Oberfläche zu bringen. Wassernot ist einer der Gründe für die Konflikte im Sudan.

In einem von vier Luftangriffen der sudanesischen Armee in Nord Darfur wurden sieben Kinder während dem Unterricht getötet und 32 verletzt. Auch auf einem Marktplatz in der Nähe gab es sechs Todesopfer.

Der Präsident des neuen Südsudan, Salva Kiir, hat den Rebellengruppen, die bis jetzt gegen seine Regierung kämpften, eine Amnestie angeboten. Zugleich versprach er den Menschen in den aufgewühlten Grenzregionen von Abyei, Blue Nile und Südkordofan, dass sie nicht vergessen sind. Er werde mit der Regierung in Khartum um einen gerechten und dauernden Frieden ringen.

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