Schlagwort: Sudan

Um zu zeigen, dass er sein bei der Parlamentseröffnung gemachte Versprechen, alle politischen Häftlinge frei zu lassen, umsetzen will, hat Staatschef al-Bashir die ersten sechs heute entlassen. Die Rebellengruppen sind noch skeptisch, aber al-Bashir bekräftigte, dass er den Dialog mit allen politischen Kräften führen wolle.

Bei Demonstrationen in der Hafenstadt Port Sudan haben Sicherheitskräfte mindestens 14 Personen erschossen. Der von Eritrea unterstützte ‚Beja Congress‘ verlangt die Einbeziehung in den Friedensprozess und mehr Macht und Ressourcenanteile für die Region.

Die Regierung hat Ashraf Jehangir Qazi als neuen UN-Sonderbeauftragten für den Sudan akzeptiert. Qazi, UN-Beauftragter für den Irak, ersetzt Jan Pronk, der letzten Oktober des Landes verwiesen wurde.

US-Sonderbeauftragter für den Sudan, Andrew Natsios, sieht den Friedensvertrag von 2005 zwischen Norden und Süden gefährdet. Die Beziehungen zwischen der Verwaltung in beiden Teilen haben sich verschlechtert und die Spannungen an den Grenzen nehmen zu.

Der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Günter Nooke, wird während seines einwöchigen Aufenthalts Gespräche mit der Regierung in Khartum führen und Darfur und Südsudan besuchen. Die Bundesregierung hat bisher für humanitäre Hilfe in Darfur 60 Million Euro gegeben.

Eine ökumenische Versammlung des ‚Allafrica Councils of Churches (AACC)‘ in Nairobi äußerte sich besorgt über die gewaltsamen ethnischen Konflikte im Südsudan, so wie den Mangel an öffentlichen Diensten und die schleppende Umsetzung des Friedensabkommens.

Geberländer treffen sich zurzeit in Katar, um über Hilfe für die von Krieg gebeutelte sudanesische Provinz Darfur zu beraten. Sieben Mrd. Dollar sollen aufgebracht werden für Wiederaufbau und Weiterentwicklung. In Darfur demonstrieren die Menschen gegen die Konferenz; es sei sinnlos an einer Wiederherstellung zu arbeiten solange die ethnischen Konflikte andauern. Laut UNO-Berichten kamen seit Beginn des Konfliktes etwa 300,000 Menschen ums Leben und etwa 1,4 Mio. verloren ihre Heimat.

Seit Anfang der Proteste am Sonntag sollen es 100 sein, die in Khartum und anderen Städten festgenommen wurden, die meisten von ihnen Studenten. Den Tod eines Studenten verneint die Polizei. Steigende Lebenskosten, Ablehnung von Bashirs Regime und das Beispiel des Nachbarlandes Ägypten beflügeln die jugendlichen Demonstranten. Auch wissen sie, dass die Position von Präsident Bashir nach dem Referendum im Südsudan und der bevorstehenden Teilung des Landes geschwächt ist.

Unter Vermittlung Eritreas unterzeichneten Vertreter der sudanesischen Regierung und Rebellen im Ost-Sudan in Asmara ein Waffenstillstandsabkommen.

Indische Firmen haben den Auftrag für den Bau einer Pipeline und einer Raffinerie im Sudan erhalten. Die staatliche Petrolium Corporation gehört zu 5% dem Sudan. 70% der Anteile gehören China und Malaysia, 25% Indien.

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