Schlagwort: Sudan

Mit ungewöhnlicher Schärfe hat China die Regierung in Khartum aufgefordert, sich mehr für ein Ende der Kampfhandlung in Darfur einzusetzen. Nachdem Oskarregisseur Spielberg seine Mitarbeit bei der Vorbereitung der Olympischen Spiele im Protest gegen Chinas Sudanpolitik aufgekündigt hatte, wächst der internationale Druck auf China, eine konstruktive Rolle im Darfurkonflikt zu spielen. China liefert weiterhin Waffen an den Sudan.

Die UNO und AU Truppen können die Menschen in der Kriegsregion nicht schützen, berichtet das „Darfur Consortium“. Seit Jahresanfang hat die Gewalt sogar zugenommen. Durchschnittlich werden täglich 1 000 Menschen vertrieben. Auch humanitäre Hilfswerke werden zunehmend angegriffen. Die Zahl der Schutztruppen ist zu gering und ihre Ausrüstung unzureichend.

Das Land hat die Goldproduktion angekurbelt, um den Verlust der Erdöleinkommen – drei-Viertel davon gingen bei der Trennung nach Südsudan – auszugleichen. Die erwarteten 50 Tonnen Gold dieses Jahr sollen 2,5 Mrd. Dollar einbringen. Sudan wird so, nach Südafrika und Ghana, der drittgrößte Produzent in Afrika. Im Jahr 2014 soll in einem gemeinsamen Projekt mit Saudi Arabien Gold, Silber und Kupfer im Roten Meer zwischen den beiden Ländern abgebaut werden.

Ein Minister und zwei Staatssekretäre waren Opfer eines Flugzeugabsturzes in Südkordofan. Als Ursache wurden schlechte Wetterbedingungen genannt. Die veralteten russischen Maschinen der sudanesischen Flotte waren öfters in Unfälle verwickelt.

Der Vorschlag des neuen französischen Außenministers Bernard Kouchner, aus dem Tschad heraus einen „humanitären Korridor“ in die sudanesische Kriegsregion Darfur einzurichten und von europäischen Truppen schützen zu lassen, wird vorerst nicht realisiert. Tschads Regierung hat sich dagegen den ausgesprochen. Kouchner hat die Lösung der Darfur Krise zu seiner Priorität erklärt und will noch im Juni zu Gesprächen in die Region reisen.

Um einen mögliche Bürgerkrieg zu verhindern, hat der Schauspieler George Clooney zusammen mit Google und den Vereinten Nationen in der Grenzregion eine Überwachung durch Satelliten gestartet. Sollte sich der Süden für eine Trennung vom Norden entscheiden, könnte es für Elemente aus dem Norden, die den Erdölreichtum im Süden nicht verlieren wollen, schwer sein, der Kontrolle von oben zu entgehen. Truppenbewegung, brennende Dörfer und Flüchtlingsströme können dokumentiert werden. Es ist das erste Projekt dieser Art in einer potentiellen Krisenregion.

Die vor fünf Wochen im südlichen Darfur entführten Mitarbeiter des Technischen Hilfswerks sind wieder frei. Einzelheiten über Entführung und Freilassung wurden nicht bekannt gegeben. Die beiden Deutschen hatten an humanitären Projekten in der Krisenregion gearbeitet.

Nach dreimonatiger Haft sind die Irin Sharon Commins und ihre ugandische Mitarbeiterin in der Hilfsorganisation GOAL, Hilda Kawuki, freigekommen. Sie waren am 3 Juli von bewaffneten Männern in Darfur verschleppt worden. Zahlung von Lösegeld wurde von der sudanesischen Regierung dementiert. Die Gefangenschaft der beiden Frauen war die längste von allen im Sudan gekidnappten Fremden.

Khartum und Juba haben sich entschlossen, dass nach einem Jahr Produktionsstopp wegen des Streits über Transitgebühren, das Öl vom Süden wieder durch die Pipeline des Nordens zum Hafen von Port Said transportiert werden soll. Sudan und Südsudan sind auf die Einnahme vom Ölexport angewiesen. Auch wollen die beiden Regierungen, um Spannungen abzubauen, ihre Truppen von der entmilitarisierten Zone zurückziehen.

Die sudanesischen Behörden haben den Leiter der UNO-Mission für humanitäre Maßnahmen aus der Krisenprovinz Darfur ausgewiesen. Er soll gegen nicht näher genannte Regeln verstoßen haben.

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