Schlagwort: Sudan

Sudan hat seine Truppen aus dem ölreichen, umstrittenen Gebiet Abyei abgezogen, eine Bedingung des UN-Sicherheitsrats für die Aufnahme von Verhandlungen. Die südsudanesischen Sicherheitskräfte hatten sich schon vorher zurückgezogen. Doch während die Verhandlung in Addis Abeba anlief, fielen weitere Bomben auf Südsudan. Seit der Abspaltung des Südens hat der Sudan drei Viertel seiner Ölreserven verloren. Ohne sichere Abmachungen kam es immer wieder zu Grenzstreitigkeiten, die Ende März eskalierten. Erst internationaler Druck führte zu neuen Gesprächen.

Die Preise für Grundnahrungsmittel sind seit dem Referendum um etwa 50% gestiegen. Grund dafür sind die schrumpfenden Importe aus dem Norden, verminderte Getreidelieferungen von umliegenden Ländern, reduzierte Subventionen und Hunderttausende Südsudanesen, die in ihre Heimat zurück kehrten.

Von der UNO wird berichtet, dass die Zahl der Opfer im Darfur Konflikt in den letzten fünf Jahren näher bei 300 000 als bei 200 000 liegt Ein Regierungssprecher in Khartum bestreitet diese Zahl, räumt aber 10 000 Tote ein. Zwei Millionen Menschen, mehr als die Hälfte davon unter 18 Jahren, leben als Flüchtlinge.

Der Sudan wird das Sudanesische Pfund mit dem Dinar als neuer Währungseinheit ersetzen. Südsudanesen kritisieren dies, als eine Maßnahme zur ‚Arabisierung‘ des Sudan.

Die Regierung hat dem UN-Sondergesandten Jan Pronk drei Tage gegeben, den Sudan zu verlassen. Pronk hatte in seinem Webblog von einer schweren Niederlage der Armee in Kämpfen gegen die Rebellen in Darfur und von der schlechten Moral der Truppen berichtet. Die EU kritisierte die Ausweisung.

Die sudanesischen Bischöfe treffen sich diese Woche in der Stadt Rumbek. Wenn der Südsudan im Januar für die Unabhängigkeit stimmt, könnte die Bischofskonferenz in zwei Teile gespalten werden. Die Bischöfe sind besorgt über die Gewalt und über einen neuen Bürgerkrieg, die bei der Trennung ausgelöst werden könnten.

Die NATO ist bereit, die AU Friedenstruppen in Darfur mit Transport und Kommunikationsmitteln zu unterstützen. Es ist kein Einsatz von NATO Truppen vorgesehen.

Die Präsidenten der beiden Länder, Bashir und Kiir, trafen sich in Addis Abeba, um die vereinbarte entmilitarisierte Puffer Zone einzurichten. Nur wenn das erreicht wird, kann das Öl im Südsudan wieder fließen, worauf beide Länder angewiesen sind. Doch gehen die Bombardierungen in Grenzgebieten weiter, besonders in Süd-Kordofan. In der Christnacht haben Bomber in Kauda die Gläubigen während der Christmette zerstreut. Viele flüchteten in die Berge. Dazu hat sich die Nahrungskrise so verschlechtert, dass Menschen auf Blätter und Baumrinde zurückgreifen.

Laut UN-Friedenstruppen, die in das Gebiet vordrangen, um Opfer und Schaden festzustellen, war es schon der zweite Luftangriff in drei Tagen. Die UNO beschuldigt regierungstreue arabische Milizen, eine „ethnische Säuberung“ gegen Nicht-Araber in Darfur durchführen zu wollen. Alle Parteien wurden zu äußerster Zurückhaltung aufgerufen.

Der UN-Sonderbeauftragte Jan Egeland hält die offizielle Zahl der Todesopfer in Darfur für unrealistisch. Die wirkliche Zahl könnte das drei bis fünffache der offiziellen 70.000 Opfer sein.

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