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Sudan – Er reiste zum AU-Gipfel nach Südafrika und wurde, weil er zwei Mal unter Haftbefehl des Internationalen Strafgerichtshofs steht, an der Ausreise gehindert. Doch bevor den Haag reagieren konnte, entkam er von einem Militärflughafen aus. Menschenrechtler und südafrikanische Gerichte klagen sich gegenseitig an, eine einmalige Chance gegen den Verbrecher von Darfur verloren zu haben.

Sudan – Mit 94% wurde der umstrittene Langzeitherrscher für weitere fünf Jahre wiedergewählt. Weniger als die Hälfte der 13 Mio. Wähler kamen zur Urne. Seit dem Putsch in 1989 regiert Bashir autoritär über sein Land und unterdrückt jede Opposition. Wegen den Gräueltaten in der Provinz Darfur liegt seit 2009 ein Haftbefehl des Internationalen Gerichtshofs gegen Bashir vor.

Sudan – Am 13. April stellt sich al-Bashir, seit 25 Jahren im Amt, zur Wiederwahl. Seit dem Putsch, der ihn 1989 an die Macht brachte, gab es viel Leid im Land. Auch nach der Unabhängigkeit des Südsudan gingen die Kriegshandlungen in den Nachbarregionen Südkordofan und Blue Nile weiter. Der Konflikt in Darfur brodelt heftig ohne Aussicht auf Lösung. Bis 1996 wirkte auch Osama bin Laden in Khartum. Die Opposition stellt keine Kandidaten auf, weil der Wahlprozess – wie bisher – unglaubwürdig und der Wahlausgang vorbestimmt ist. Von den über 13 Mio. Wählern werden viele nicht zur Urne gehen, weil es doch keine Hoffnung auf Veränderung gibt. Dass al-Bashir seit 2008 wegen Völkermord und Kriegsverbrechen unter internationalem Haftbefehl steht, stört den Langzeitherrscher wenig.

Sudan – Weil die Arbeit der Hilfsorganisation von den Behörden systematisch blockiert wird so dass sie ihrer Sorge besonders um die Menschen in den Bundesstaaten Blue Nile und Darfur nicht gerecht werden können, haben die Ärzte ihren Rückzug angekündigt. An die Hunderttausende Vertriebenen in dieser Region lässt die Khartum Regierung keine internationale Hilfe ran.

Sudan – Einem Team von Wissenschaftlern, auch aus Deutschland, ist es gelungen, in zwei jungsteinzeitlichen vorgeschichtlichen Friedhöfen im Zentralsudan und in Nubien Gerste – und Weizenreste in Zähnen und als Grabbeigabe zu identifizieren. Die durch Lichtmikroskop und Radiokarbonanalysen gewonnenen Ergebnisse zeigen, dass die Menschen am Nil nicht nur Jäger und Sammler waren, sondern auch Kulturpflanzen auf ihrem Speiseplan hatten. Auch hat das Getreide im Grab eine besondere Bedeutung. Das vor 10,500 Jahren im Nahen Osten gezüchtete Getreide verbreitete sich nach Asien, Europa und, früher als bisher angenommen, nach Nordafrika.

Weil einige Mitarbeiter durch das Verteilen von Bibeln „Proselytismus“ betrieben hätten, wurde die US Hilfsorganisation „Catholic Relief Services“ des Landes verwiesen. In den vergangenen Wochen mussten schon mehrere Hilfswerke gehen, besonders solche, die in der Krisenregion Darfur tätig waren, wo seit 2003 über zwei Millionen Menschen auf der Flucht sind.

Der Monat Mai war in der Provinz Darfur der blutigste Monat seit über zwei Jahren. Etwa 600 Menschen kamen ums Leben. Mit dem Abbruch der Friedensgespräche und der Zunahme von Gewalt wächst auch die Angst vor einer Eskalation der bürgerkriegsähnlichen Kämpfe.

Die sudanesische Regierung hat eine Zusammenarbeit mit dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag abgelehnt und will ein eigenes Tribunal zur Verfolgung von Menschenrechtsverbrechen in Darfur einsetzen.

Der Filmregisseur Steven Spielberg hat aus Protest gegen die chinesische Politik im Sudan seine Beratertätigkeit für die Eröffnungs- und die Schlusszeremonie der Olympischen Spiele in Peking eingestellt. Er erklärte, daß er aus Gewissensgründen nicht länger an den Feiern mitarbeiten könne, während China und andere Länder nicht genug unternähmen, um das Leid in Darfur zu beenden.

Die Regierung hat die UN-Resolution 1706, die einen Einsatz von UN-Truppen in Darfur vorsieht, als nicht legitim zurückgewiesen. Sie verlangt jetzt auch den Abzug der Friedenstruppen der Afrikanischen Union bis Ende September, wenn sie Teil der UN-Truppen werden sollen. Die Zusammenziehung von Truppen in Darfur und erste Bombenangriffe auf Dörfer deuten auf eine neue Offensive hin, bei der die Regierung keine ausländischen Beobachter wünscht.

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