Schlagwort: Sudan

Sudan – Mit 6 Jahren wurde der sudanesische Junge Deng Adut von Milizen entführt, mit 9 trug er eine Waffe (AK47) und mit 14 gelang ihm die Flucht. Als Analphabet und traumatisierter Teenager kam er nach Australien, brachte sich die Sprache bei und studierte Jura. Heute ist er ein erfolgreicher Strafverteidiger in Sydney und hat für seine vorzügliche Arbeit mit afrikanischen Migranten gerade den NSW Australier des Jahres Preis entgegen genommen. Er ist auch unter den Nominierten für die im Januar anstehende „Australier des Jahres“ Auszeichnung.

Sudan – Seit der Unabhängigkeit des Südsudan sind die Menschen im südlichen Grenzgebiet Bombenangriffen von Khartum, sowie Hunger und Krankheit ausgesetzt. Die Nuba-Berge liegen im muslimisch geprägten Sudan, aber die Menschen dort fühlen sich dem Südsudan mehr verbunden. Tausende sind geflohen, etwa 1,3 Mio. bleiben – die Hälfte von ihnen Kinder. Wenn sie nicht von den Bomben getroffen werden, sterben sie vor Hunger und an Krankheit. Der Konflikt erhielt letzte Woche neue Aufmerksamkeit durch die Konferenz bei den „Sternsingern“ in Aachen.

Sudan – Amnesty International konnte heute zahlreiche Belege bringen, dass seit Jahresanfang in der Krisenregion Darfur 32-mal Chemiewaffen gegen die Bevölkerung eingesetzt wurden. Mindestens 200 Menschen sollen gestorben sein, darunter viele Kinder. Ausgewertete Bilder, Videos und Interviews weisen auf Senfgas hin. Chemische Kampfstoffe sind durch mehrere, auch vom Sudan unterzeichnete Verträge, verboten. Die großangelegte Offensive gegen die Rebellengruppe SLA, die sich gegen al-Bashir auflehnt, läuft schon 13 Jahre. Nach UN-Schätzungen kamen 300.000 Menschen ums Leben.

Sudan – Ein 40-jähriger Sudanese schaffte es, in den Eurotunnel zu gelangen und hatte schon die größte Strecke der 50 km zwischen Calais und Folkestone zu Fuß zurückgelegt, als er wegen Behinderung eines Zuges aufgegriffen wurde. Ein Gericht in Cambridge erklärte ihn schuldig; Asyl erhielt er trotzdem.

Sudan – Khartum hat schon wiederholt protestiert, dass Ägypten das sogenannte Halayeb Dreieck am Roten Meer für sich in Anspruch nimmt. Es sei seit kurz nach der Unabhängigkeit in 1956 sudanesisches Hoheitsgebiet. Der Konflikt wurde neu entflammt durch die Übergabe der beiden Inseln Sanafir und Tiran von Ägypten an Saudi-Arabien, was auch in Kairo heftige Proteste auslöste. Sudan will die Auswirkung auf seine eigene Küste und nationale Sicherheit ergründen.

Sudan – Die konfliktgeladene Darfur Region soll heute entscheiden, ob Darfur weiter aus fünf Einzelstaaten bestehen oder, wie es bis 1994 war, wieder eine Region werden soll. Ist das 5-Staaten System besser für die Entwicklung oder nur zur Kontrolle? Viele befürchten, dass es ein neues Aufflammen der Konflikte geben könnte.

Sudan – Auch nach 13 Jahren besteht keine Aussicht auf eine politische Lösung. Seit Mitte Januar sind erneut 138,000 Menschen vor der Gewalt geflohen. Neben den Auseinandersetzungen zwischen den verschiedenen Stämmen um Land, Wasser und andere Ressourcen gehen die Kämpfe zwischen Regierungstruppen und der Sudanesischen Befreiungsarmee, die der Regierung Unterdrückung der nicht-arabischen Bevölkerung vorwirft, immer weiter. Präsident Bashir, der unter Haftbefehl vom Internationalen Strafgerichtshof steht, aber jegliche Verantwortung dementiert, hat gestern in einem BBC Interview zum ersten Mal verlauten lassen, dass er 2020, wenn sein Mandat ausläuft, sein Amt niederlegen will.

Sudan – Etwa 350,000 Flüchtlinge aus Eritrea, Somalia und Südsudan halten sich im Sudan auf, meist in isolierten Lagern ohne Aussicht auf Arbeit und Einkommen. Der Staatsekretär des Deutschen Entwicklungsministers kündigte bei seinem Besuch an, dass Flüchtlinge Ausbildung und Beschäftigung in landwirtschaftlichen und handwerklichen Gebieten bekommen sollen. Auch werden die lokalen Gemeinden in Wasserversorgung sowie in Schul- und Krankenhaussanierung unterstützt. Zusammen mit den UNO Hilfsorganisationen vor Ort will Deutschland Fluchtursachen bekämpfen helfen.

Sudan – Seit Mitte Januar sind mindestens 38,000 Menschen vor erneuten heftigen Kämpfen in der Krisenregion Darfur geflohen, die höchste Zahl von Binnenflüchtlingen im letzten Jahrzehnt. 90% von ihnen sind Frauen und Kinder. In der südlichen Bergregion könnten, laut UNO Berichten, noch Tausende mehr unterwegs sein. Dabei leben bereits 1,5 Mio. Flüchtlinge in 60 Lagern über Darfur verstreut. Der Konflikt zwischen schwarzafrikanischen Ethnien und von Khartum unterstützten arabischen Gruppen läuft seit 15 Jahren und forderte bereits 300,000 Opfer; über zwei Millionen Menschen sind geflohen.

Sudan – Der Chef des sudanesischen Geheimdienstes NISS hat erklärt, dass der Sudan keinen IS-Milizen oder andern Extremisten erlaubt, Sudan als Durchgangsland nach Libyen zu benutzen. Berichte, dass junge Sudanesen unter IS in Libyen kämpfen und dass Rebellen in Darfur ihre Waffen von Libyen beziehen, bekräftigt den Entschluss, die eigenen Interessen zu schützen. Dass die umstrittene RSF(Rapid Support Force), die zur Bekämpfung von Aufständen gegründet wurde, in Darfur sowie in den Provinzen Blue Nile und Südkordofan Menschenrechte massiv verletzt, will Khartum nicht wahrhaben.

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