Schlagwort: Sambia

22 Personen wurden in Lusaka zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Sie waren in verschiedenen Positionen bei dem von China geführten Unternehmen Golden Top Support Services tätig. Die Behörden hatten gegen das chinesisch geführte Unternehmen (in Roma, einem gehobenen Vorort von Lusaka) eine Razzia durchgeführt, nachdem ein alarmierender Anstieg von Internetbetrügereien registriert wurde. Die 22 Personen gehörten zu einer größeren Gruppe von 77 Verdächtigen, die in Verbindung mit einem, wie die Behörden es nannten, „ausgeklügelten Internet-Betrugssyndikat“ standen. Immer mehr Sambierinnen und Sambier verlieren Geld von ihren Handy- und Bankkonten durch Geldwäschesysteme, die sich auch auf andere Länder erstrecken.

Die ehemalige First Lady Esther Lungu und ihre Tochter Chiyeso Katete wurden wegen des Besitzes von Immobilien verhaftet, bei denen es sich vermutlich um Vermögenswerte aus Straftaten handelt. Frau Lungu habe es versäumt, „eine vernünftige Erklärung“ dafür abzugeben, wie sie ein Anwesen in der Hauptstadt im Wert von 1,5 Millionen Dollar erworben habe, so die staatliche Drogenbekämpfungsbehörde. Der ehemalige Präsident Edgar Lungu erklärte, die Familie werde die Anschuldigungen vor Gericht anfechten. Er beschuldigt die Regierung, ihn und Mitglieder seiner Partei Patriotic Front (PF) zu schikanieren, um seine Rückkehr in die Politik vor den Wahlen 2026 zu verhindern. Mehrere ehemalige Minister, Regierungsbeamte und Mitglieder der Familie Lungu sind im Rahmen einer von Präsident Hichilema eingeleiteten Anti-Korruptionskampagne ins Visier der sambischen Ermittlungsbehörden geraten. Hichilema hat geschworen, alle angeblich während der Regierungszeit von Lungu geplünderten Gelder zurückzuholen.

Ein italienisches Forschungsteam meint, dass es für afrikanische Staaten zur Stromgewinnung günstiger ist, schon existierende Seen mit Photovoltaik zu bedecken statt neue Stauseen anzulegen. Die schwimmenden Anlagen könnten bis zu 100% des Stroms generieren, den die geplanten Wasserkraftwerke liefern sollen. Am Beispiel des Sambesi, der schon mehrere Stauseen hat und noch weitere plant, wäre das Geld besser in schwimmende Solaranlagen angelegt, die die jährlichen Schwankungen in der Energieerzeugung und die Gefahr von Dürren geringer ausfallen lassen. Nachteile gäbe nur für die Fischerei und den Tourismus. Ein weiterer Vorteil ist, dass immense Wassermengen gespart werden, weil die Verdunstung verhindert wird, was bei Stauseen auch der Stromversorgung zugutekommt.

Ein „ausgeklügeltes Internet-Betrugssyndikat“ wurde aufgedeckt, das zur Verhaftung von 77 Personen, darunter 22 chinesische Staatsangehörige, geführt hat. Das Golden Top Support Services in Lusaka hat „ahnungslose“ Sambier im Alter zwischen 20 und 25 Jahren rekrutiert. Sie hatten den Auftrag, „mit Mobilfunknutzern über verschiedene Plattformen wie WhatsApp, Telegram, Chatrooms und andere betrügerische Gespräche zu führen und dabei geskripte Dialoge zu verwenden“.  Bei der Aktion wurden 11 Sim-Boxen gefunden, Geräte die Anrufe so weiterleiten, dass sie die legitimen Telefonnetze umgehen. Sie werden für betrügerische Aktivitäten, einschließlich Internetbetrug und Online-Betrug“ verwendet. Mehr als 13.000 Sim-Karten – sowohl inländische als auch internationale – wurden ebenfalls beschlagnahmt. Es gebe Hinweise darauf, dass Menschen in Ländern wie Singapur, Peru, den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) und anderen afrikanischen Ländern betroffen seien.

Der katholische Priester, Pater Andrew Chewe Mukosa, hatte in seiner in der Landessprache gehaltenen Karfreitagspredigt die hohen Lebenshaltungskosten, die Jugendarbeitslosigkeit und die ständigen Stromausfälle in Sambia beklagt. Pater Mukosa reiht sich ein in eine lange Liste von Journalisten, Jugendaktivisten und politischen Oppositionsführern, die wegen ihrer vermeintlichen Kritik an den Behörden schikaniert werden. Die sambischen Behörden greifen zunehmend auf die Bestimmungen des Gesetzes über die öffentliche Ordnung von 1955 zurück, um die Aktivitäten der Opposition zu unterbinden, unter anderem durch die Verweigerung von Genehmigungen für Versammlungen und Kundgebungen der Opposition. Trotz anfänglicher Hoffnungen, dass die Wahl von Präsident Hakainde Hichilema im Jahr 2021 zu einer Verbesserung der Menschenrechtslage im Land führen könnte, gehen die sambischen Behörden weiterhin hart gegen alle Formen des Dissenses vor.

Die drei Länder (DRC, Sambia, Angola) wollen die Eisenbahnlinie durch den Lobito Korridor, die zu Kolonialzeiten (1902 – 1929) für den Export von Kupfer zum Atlantik gebaut wurde, wiederbeleben. Die Vorteile sind: es braucht keine neue Schneise in die Natur geschnitten werden, da die alte Trasse benutzt wird, der Transport ist klimaschonender und entschieden kürzer als der lange Weg nach Durban,  der zurzeit Kupfer und Mengen von dem vielbegehrten kongolesischen Kobalt nach Durban bringt, wo die Schiffe aus Asien und besonders China warten. Die Schlangen von LKWs stehen oft in 20 km langen Staus und brauchen einen Monat nach Durban. Nach Lobito sind es nur wenige Tage. Da die USA und Europa an den Rohstoffen für die Energiewende interessiert sind, unterstützen sie das Projekt mit Riesensummen.

Malawi hat wegen einer schweren Dürre, von der der größte Teil des Landes betroffen ist, den Katastrophenzustand ausgerufen. Die Ankündigung erfolgte weniger als einen Monat, nachdem das benachbarte Sambia einen ähnlichen Schritt unternommen hatte. Auch in Simbabwe wurde ein Großteil der Ernte vernichtet.

Simbabwe und Sambia, die bereits mit Nahrungsmittelengpässen zu kämpfen haben, leiden nun unter der geringen Stromerzeugung im Kariba-Kraftwerk. Für beides ist El Niño verantwortlich. Das Wettersystem hat zu unterdurchschnittlichen Niederschlägen geführt, mit denen die Landwirte zunächst zu kämpfen hatten. Jetzt geht das für die Stromerzeugung reservierte Wasser zur Neige, wobei der Wasserstand bei 15 % der Gesamtkapazität liegt und weiter sinkt. Bei voller Kapazität erzeugt der Kariba-Damm etwa 30 % der gesamten Stromerzeugungskapazität von Sambia (3 400 MW) und etwa 50 % der Kapazität von Simbabwe (2 300 MW). Fällt der Damm aus, sind beide Länder auf Importe angewiesen. Südafrika – das buchstäbliche Kraftwerk der Region – hat selbst nur wenig Strom zur Verfügung.

Seit Beginn der Regenzeit im Oktober wurden mehr als 15.000 Cholera -Fälle und fast 600 Todesfälle registriert, vor allem im Krisengebiet von Lusaka. Das 60.000 Zuschauer fassende Heroes Stadium, normalerweise eine Fußballarena, wurde in ein Behandlungszentrum umgewandelt, wo rund 800 Mediziner Patienten aus dem ganzen Land betreuen. In Sambia ist die Cholera seit 1977 mindestens 30-mal ausgebrochen; der jüngste Ausbruch ist der schlimmste seit 2017. Eine im Jahr 2019 veröffentlichte Studie zeigte, dass eine erschreckend hohe Zahl von Sambiern – 40 % – ohne angemessenes sauberes Wasser lebt, während 85 % keinen Zugang zu einer ausreichenden Abfallentsorgung haben.

Neben dem aktuellen Cholera-Ausbruch – nach Angaben der Regierung haben sich inzwischen 10 000 Menschen mit der Cholera infiziert und mindestens 432 Menschen sind gestorben – verzeichnet Sambia auch einen Anstieg der Fälle von Coronavirus-Erkrankungen. In der ersten Januarwoche 2024 wurden mindestens 110 neue Fälle von Covid-19 registriert. Das Ministerium ordnete die Verwendung von Remdesivir an, einem antiviralen Medikament, das das Virus, das Covid-19 verursacht, am Wachstum und an der Ausbreitung im Körper hindert, und zwar als Sekundärbehandlung.

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