Schlagwort: Nigeria

Nigeria, in dem mehr Menschen an Malaria sterben als in jedem anderen Land der Welt, hat erstmals mit der Einführung eines Impfstoffs gegen diese Krankheit begonnen. Der eingeführte Impfstoff mit der Bezeichnung R21/Matrix-M ist der zweite von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zugelassene Impfstoff und wird Kindern im Alter von fünf bis 15 Monaten verabreicht. Laut Forschern ist der Impfstoff zu 75 % wirksam, aber Gesundheitsexperten empfehlen, ihn zusammen mit anderen Mitteln zur Malariaprävention wie Moskitonetzen und Insektiziden einzusetzen. Die Einführung begann in zwei der am stärksten betroffenen Bundesstaaten – Bayelsa und Kebbi – und soll bis zum nächsten Jahr auf den Rest des Landes ausgeweitet werden.

Aus einer Pipeline der Nigerian National Petroleum Company Limited (NNPCL) in der Gemeinde Iloma in der Region Bonny im Bundesstaat Rivers ist massiv Öl ausgetreten. Betroffen sind unter anderem die Gemeinden Iloma, Epelema, Orupiri, Ayaminima, Minima, Oloma und Oguede, deren Umwelt einschließlich Bächen, Flüssen und Rinnsalen, Wasserlebewesen und Lebensgrundlagen zerstört wurden. Die Anwohner mussten evakuiert werden, da das ausgelaufenen ÖL auf ihre Dächer, Ackerflächen, Gärten und die allgemeine Umgebung spritzte, was die Gemeinde zu einem Entzündungsrisiko machte, sollte es dort zu irgendeiner Form der Brandentstehung, insbesondere beim Kochen, kommen. Bewohner der verschiedenen betroffenen Gemeinden wurden auch dabei beobachtet, wie sie das Rohöl aus den Flüssen und Bächen schöpften.

Nigeria und Indien haben bei einem Staatsbesuch des indischen Premierministers Narendra Modi eine engere Zusammenarbeit in den Bereichen Seesicherheit, Nachrichtendienste und Terrorismusbekämpfung vereinbart. Angesichts der zunehmenden Bedrohungen im Golf von Guinea und im Indischen Ozean vereinbarten die beiden Länder ein koordiniertes Vorgehen zum Schutz der Seehandelsrouten und zur Bekämpfung der Piraterie. Nigeria, das bevölkerungsreichste Land Afrikas, bemüht sich um mehr indische Investitionen und günstigere Kreditlinien, um seine Wirtschaft anzukurbeln und Arbeitsplätze zu schaffen. In Nigeria sind mehr als 200 indische Unternehmen tätig.

Der Handel und der Seeverkehr zwischen Kamerun und Nigeria brachen diese Woche ein, nachdem der Gouverneur eines kamerunischen Bundesstaates als Reaktion auf die Entführung zweier Beamter aus dem Gebiet ein vorübergehendes Handelsverbot für die Bakassi-Halbinsel angeordnet hatte. Kamerun berichtet, dass etwa 35 % der nigerianischen Erdölprodukte und Grundstoffe, die von Kamerun importiert werden, über die Halbinsel laufen. Nigeria ist außerdem für den Großteil seiner Kakao- und Fischimporte aus Kamerun auf Bakassi angewiesen. Nigeria hat die Kontrolle über Bakassi in den frühen 2000er Jahren nach einem langen Rechtsstreit vor internationalen Gerichten an Kamerun abgetreten. Kamerun hat sich jedoch darüber beschwert, dass die meisten der 300.000 Einwohner des Gebiets, von denen die meisten Nigerianer sind, sich weigern, Steuern zu zahlen. Die Bakassi-Halbinsel ein rund 1000 km² großes Gebiet im Golf von Guinea ist von immenser Bedeutung für den Handel.

Der 64. Jahrestag seiner Unabhängigkeit begann in einer allgemein gedrückten Stimmung. Die anhaltende Inflation, die weit verbreitete Unsicherheit und die unpopulären Wirtschaftsreformen haben viele Nigerianer frustriert und pessimistisch gestimmt. In einer Stellungnahme räumte Präsident Bola Tinubu diese Herausforderungen ein, sagte aber, dass die laufenden Reformen zu Wohlstand führen werden. „Als Ihr Präsident versichere ich Ihnen, dass wir uns bemühen, nachhaltige Lösungen zu finden, um das Leid unserer Bürger zu lindern“, so Tinubu. „Ich bitte Sie noch einmal um Geduld, denn die Reformen, die wir durchführen, zeigen positive Anzeichen, und wir beginnen, Licht am Ende des Tunnels zu sehen.“  Nigeria ist mit etwa 230 Millionen Einwohnern (2024) mit Abstand das bevölkerungsreichste Land Afrikas und weltweit das Land mit der sechstgrößten Bevölkerung. Im Zeitraum von 1989 bis 2019 hat sich die Bevölkerungszahl des Landes verdoppelt; weiterhin steigt diese stark. Es leben mehr als 250 Ethnien im Land.

So wird die 20-Millionen Einwohner Stadt Lagos spöttisch genannt. In diesem Jahr ist bisher durchschnittlich alle zwei Wochen ein Gebäude eingestürzt mit kommerziellen Kosten und Verlust von Menschenleben. In den letzten 12 Jahren sollen es mindestens 90 Gebäude gewesen sein, bei denen es über 350 Todesopfer gab. Obwohl es Vorschriften, Wartungspläne und Inspektoren gibt, funktioniert das System nicht. Die Nachfrage nach Wohnraum für die wachsende Bevölkerung verwandelt die Stadt in eine riesige Baustelle. Skrupellose Unternehmer kommen damit durch, gegen Bauvorschriften zu verstoßen, minderwertige Materialien zu verwenden und schlecht ausgebildete Arbeiter zu beschäftigen. Zur Rechenschaft gezogen werden sie selten.

Lagos, das von Lagunengewässern und dem Atlantischen Ozean flankiert wird, nutzt seine Wasserwege seit langem als Alternative zu den chaotischen Straßen der Megastadt. Während die meisten Lagosianer auf dem Festland leben, befinden sich viele Büros und Arbeitsplätze auf den Inseln – Victoria Island, Ikoyi, Lagos Island und Lekki – die durch eine Reihe von Brücken miteinander verbunden sind. Doch schon bald können mehr Pendler in der 20-Millionen-Stadt mit dem Boot unterwegs sein, denn es gibt Pläne für einen massiven Ausbau des Wasserstraßenverkehrs. Das von der französischen Entwicklungsagentur AFD und den EU-Institutionen geförderte Programm – in der Yoruba-Sprache Omi Eko oder Lagos Water genannt – zielt darauf ab, die Kohlendioxidemissionen mit einer Flotte von elektrisch betriebenen Fähren zu verringern. In den nächsten drei Jahren sollen im Rahmen des Projekts 15 Fährrouten mit mehr als 75 Elektroschiffen eingerichtet sowie das Anlegesystem und die Baggerrouten modernisiert werden. Um das schwache Stromnetz der Stadt zu überwinden, werden Solaranlagen und Generatoren für komprimiertes Erdgas die Schiffe an den Anlegestellen aufladen.

Beamte bestätigen, dass einige Wildtiere nach den Überschwemmungen Maiduguri im Bundesstaat Borno aus dem Zoo entflohen sind. Lokale Medien berichten, dass Maiduguri von Überschwemmungen in einem Ausmaß betroffen ist, wie es seit drei Jahrzehnten nicht mehr der Fall war. Dies ist der jüngste Vorfall in einer Reihe von Überschwemmungen, die Nigeria in letzter Zeit heimgesucht haben. Mehr als 170 Menschen sind ums Leben gekommen, und Zehntausende wurden aus ihren Häusern im ganzen Land vertrieben.

Im zentralen Bundesstaat Niger sind am Sonntag kurz nach Mitternacht ein Tanklaster und ein Lastwagen mit Passagieren und Vieh kollidiert. Die Explosion erfasste beide Fahrzeuge, die vollständig ausbrannten. Das Rettungsteam konnte 52 Leichen und mehrere tote Rinder bergen. Acht Überlebende sind im Krankenhaus. Wegen dem schlechten Straßenzustand sind Tanklaster Unfälle an der Tagesordnung, aber dies war der schlimmste Unfall seit vielen Jahren.

Polizeieinheiten auf der ganzen Welt haben sich zu einer Reihe von verdeckten Operationen gegen eines der gefürchtetsten kriminellen Netzwerke Westafrikas – Black Axe – zusammengeschlossen. Bei der Operation Jackal III führten Beamte zwischen April und Juli 2024 Razzien in 21 Ländern durch. Die von der globalen Polizeibehörde Interpol koordinierte Mission führte zur Verhaftung von 300 Personen mit Verbindungen zu Black Axe und anderen angeschlossenen Gruppen. Interpol bezeichnete die Operation als „großen Schlag“ gegen das nigerianische Verbrechernetzwerk, warnte jedoch, dass dessen internationale Reichweite und technologische Raffinesse bedeuten, dass es eine globale Bedrohung bleibt. Interpol berichtet: „Black Axe und ähnliche Gruppen sind für den Großteil des weltweiten cybergestützten Finanzbetrugs sowie für viele andere schwere Straftaten verantwortlich“.

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