Schlagwort: Niger

Nach ersten Auszählungen hat der Oppositionsführer Mahamadou Issoufou die friedlich verlaufene Stichwahl mit 58% der Stimmen gewonnen. Der Verfassungsrat muss das Ergebnis noch bestätigen. Die Nigrer sind stolz auf ihren großen Schritt auf dem Weg zur Demokratie. Als vor einem Jahr Präsident Mamadou Tandja gestürzt wurde, hatten die Putschisten demokratische Wahlen innerhalb eines Jahres versprochen und ihr Versprechen gehalten. Trotz des Fortschritts lassen die Tücken des Klimas, al Qaida Anschläge und undurchsichtige Nutzung der Bodenschätze Niger immer noch ein bitterarmes Land sein.

Nach Gesprächen mit Libyens Präsident Ghadafi erklärte der Anführer der Tuareg Rebellen, Aghaly ag Alambo, die Tuareg in Niger und auch in Mali würden ihre Waffen niederlegen. Tuaregführer in Niger widersprachen der Behauptung, sind aber bereit mit der Regierung in Verhandlung zu treten. Die Rebellen in Niger forderten einen höheren Anteil der Gewinne aus dem Uranabbau für die lokale Bevölkerung.

Die Gewerkschaften haben einen 72-Stundenstreik auszurufen, um für die 24.000 Lehrer und 6.000 Krankenschwestern höhere Gehälter zu erzwingen.

1000 Kilometer nördlich von Niamey hat eine bisher unbekannte Rebellengruppe die Ortschaft Iferouane angegriffen. In den letzten Jahren gab es trotz eines Friedensabkommen mehrere Angriffe der Touareg, die eine größere Unabhängigkeit für ihre Region fordern, wo Chinesische Experten nach Erdöl suchen.

Stunden nachdem er vor Gericht freigesprochen wurde haben uniformierte Männer Marou Amadou entführt. Er war am Montag festgenommen worden, als er zu Protesten gegen die Verfassungsänderung aufrief, die Präsident Mamadou Tandja eine weitere Amtszeit geben soll. Es scheint, dass die Regierung das Gerichtsurteil nicht respektieren will.

Vier Tage nach dem Putsch hat die Junta Mahamadou Danda zum Ministerpräsidenten ernannt. Er soll bis zu den Neuwahlen das Kabinett leiten, an einer neuen Verfassung arbeiten und die Wiederherstellung der Demokratie vorbereiten. Beim Putsch in 1999 wurde Danda Informationsminister, war aber später in der Privatwirtschaft beschäftigt.

Man spricht viel von den Afrikanern, die von Libyen nach Tunesien und Ägypten fliehen, mehr von denen, die die riskante Seereise übers Mittelmeer wagen, aber kaum einer bemerkt den Trekk nach Süden. In Konvois von fahruntüchtigen Lastwagen durchqueren sie die Wüste. Nicht alle überleben die Strapazen. Bis Anfang April waren 30,000 allein in Niger angekommen; bald werden es 60,000 sein, und Niger, das fünfärmste Land der Welt, nimmt alle auf. In den neunziger Jahren waren sie zu Hunderttausenden in den Norden gezogen, um Geld zu verdienen. Die Revolution hat den Wanderungsstrom umgekehrt, und die Arbeiter kommen heim, traumatisiert und ärmer als zuvor.

Den zwei französischen Journalisten, die im Dezember im Norden Nigers festgenommen wurden, droht ein Prozess wegen Vergehen gegen die Staatssicherheit. 2007 wurden mindestens 14 Journalisten von den Sicherheitsorganen verhaftet.

Nahe der algerischen Grenze wurde die Truppe verstärkt, da Auseinandersetzungen mit Rebellen der Tuareg drohen, sich zum Aufstand zu entwickeln.

Dutzende Migranten sind in Niger, nördlich der Stadt Agadez umgekommen. Mit zwei Autos waren etwa 60 Menschen unterwegs über Algerien ans Mittelmeer. Als ein Auto Panne erlitt, zogen die Passagiere zu Fuß weiter, um Hilfe zu suchen. Diese kam aber zu spät. Nur fünf Leichen wurden gefunden, darunter drei Kinder; die Suche nach etwa 30 anderen musste abgebrochen werden.

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