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Niger – Die Regierung in Niamey bittet um mehr internationale Hilfe, besonders für die an Nigeria angrenzende Region Diffa, denn dort ist die Ernte ausgefallen, und zu gleicher Zeit drängen sich Tausende nigerianische Flüchtlinge aus dem Borno Bundesstaat ins Land, um vor Boko Haram Schutz zu suchen. Viele von ihnen wohnen in Klassenräumen. So mussten bereits 35 Schulen geschlossen werden. Ein Viertel der lokalen Kinder und viele Flüchtlingskinder leiden an akuter Mangelernährung und sind ihrer Schulbildung beraubt. Nigers Premier Rafini rief seine Landsleute auf, ihren Teil zur Linderung der Not beizutragen.

Für den Angriff auf ein Lager des französischen Bergbauunternehmens AREVA übernahm eine Organisation der Touareg, das „Mouvement des Nigériens pour la Justice“ (MNJ), die Verantwortung. Die lokalen Touareg-Nomaden fordern, dass die Bevölkerung von der Expansion des Uranabbau durch französische, britische, kanadische, indische und chinesische Firmen größeren Nutzen hat. Seit Jahrzehnten ist die höchst gefährliche Ausbeutung der Uranvorkommen in Arlit als große Umweltgefahr auch von der französischen wissenschaftlichen Organisation CRII-Rad eingestuft worden.

Die beiden jungen Männer, wurden verschleppt und kamen bei einem Befreiungsversuch um. Der Verdacht geht gegen den nordafrikanischen Zweig des Terrornetzes al-Qaida im islamischen Maghreb. Seit September werden fünf weitere Franzosen als Geiseln gehalten. Frankreich fürchtet weitere Bluttaten.

Tuareg Rebellen in Niger haben den kanadischen Sondergesandten entführt und gewarnt, dass ähnliches allen Diplomaten passieren könne, die mit dem mordenden Regime des Präsidenten Mamadou Tandja zusammen arbeiten. Der entführte Robert Fowler sei an einem sicheren Ort und wohlauf.

Die Regierung hat kanadischen, französischen und chinesischen Unternehmen Konzessionen gewährt, im Norden nach neuen Uranvorkommen zu suchen. Niger ist nach Kanada und Austratien der drittgrößte Uranproduzent.

Trotz einer guten Ernte hat das Welternährungsprogramm angefangen, Nahrungsmittel an 650.000 Personen zu verteilen. Bei vielen Familien sind der Vorräte verbraucht und die nächste Ernte ist erst im Oktober zu erwarten.

Die Armee hat einen schwer bewaffneten, angeblich von Libyen kommenden Konvoi angegriffen und 13 Menschen getötet. Andere wurden verhaftet und Waffen beschlagnahmt. Es könnte sich um eine Gruppe Gaddafi Anhänger handeln, die von Mali Tuaregs geführt wurden. Die Vermutung, dass die in Libyen aufgehäuften Waffen in die Hände von AQIM und anderen Rebellen gelangen könnten, hat sich bereits bestätigt.

Obwohl er schon jahrelang keine Kunden hat, hält Abdelkader Baba den Ski-Shop offen, in der Hoffnung, dass doch nochmal Touristen in die Wüstenstadt Agadez zum Ski-Fahren auf den weißen Sanddünen kommen. Damals war es ein internationaler Treffpunkt. Teilnehmer der Dakar Rallye brachten immer wieder Skier und Snowboards mit. Solange aber Tuaregs und al-Qaida Gruppen Niger und die Nachbarländer verunsichern, wird niemand kommen. Nur Flüchtlinge sammeln sich hier für den Transit durch die Sahara zum Mittelmeer. Ski-Sport auf Sandpisten gibt es noch in Namibia.

Nachdem der seit 1999 regierende Mamadou Tandja im Sommer das bisherige Parlament und das Verfassungsgericht auflöste, braucht er nun ein neues ihm gefügiges Parlament, das es ihm ermöglichen soll, am Jahresende eine dritte Amtszeit anzutreten. Deshalb wird heute, 20. Oktober, mit geschlossenen Landesgrenzen und unter verbreitetem Wahlboykott der Opposition und Kritik umliegender Länder gewählt.

Ein Gericht in Niamey fand Niger schuldig, die internationalen Normen gegen Sklaverei nicht angewandt zu haben. So muss nun die Regierung von Niger einer 24-jährigen, die vor 12 Jahren als Sklavin verkauft wurde, 15 000 Euro Entschädigung zahlen. Trotz strenger Gesetze soll es in Niger mindestens 40 000 Sklavinnen und Sklaven geben. Menschenrechtsgruppen begrüßen das Urteil als „bahnbrechend“.

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